Anzeige wegen Bistro: Jetzt steht fest, wie es mit dem Dorfladen in Stuben weitergeht

VN / 30.09.2026 • 15:33 Uhr
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Willi Mathies hat vergangenes Jahr den Dorfladen übernommen und ihn um ein Bistro erweitert. Bilder: VN/JUN

Mit dem Bistro will Willi Mathies den Dorfladen in Stuben erhalten. Nach einer Anzeige musste sich nun die BH mit dem Betrieb befassen – und stellte einige Auflagen.

Stuben Willi Mathies hat vergangenes Jahr den Dorfladen in Stuben übernommen und diesen um ein Bistro erweitert. So weit, so gut – bis ihn jemand bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) Bludenz angezeigt hat. Für ein Bistro mit mehr als acht Sitzplätzen braucht er eine behördliche Genehmigung. Kürzlich fand dazu die Verhandlung statt.

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Bei der BH-Verhandlung nahmen nicht nur die Sachverständigen aus den einzelnen Fachbereichen teil, sondern auch die Bürgermeisterin von Klösterle und Nachbarn.
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Das Bistro hat insgesamt vier Tische sowie eine Theke mit Barhockern.

Für die rund 90 Einwohner allein wäre der Dorfladen nicht wirtschaftlich. Stuben ist vor allem ein Tourismusort. Willi Mathies hat deshalb die Hälfte des Ladens in ein gemütliches Bistro mit gepolsterten Stühlen und Barhockern umgewandelt. Angeboten werden Getränke sowie kleine Speisen wie Wienerle oder Toast Hawaii.

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Das Bistro ist gemütlich eingerichtet, sodass Gäste hier verweilen können.
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Kleine Speisen und alkoholische Getränke kann man im Bistro konsumieren.

Ein Minusgeschäft

Seit Dezember ist das Bistro geöffnet. 45.000 Euro hat der Umbau gekostet. „Mit dem Bistro stützen wir den Dorfladen“, sodass man diesen „einigermaßen kostendeckend“ führen könne. Insgesamt sei der Dorfladen aber „ein komplettes Minusgeschäft“, erzählt Willi Mathies, der im selben Gebäude Appartements vermietet. Nur deshalb habe er den Dorfladen vergangenes Jahr „notgedrungen gekauft, sonst hätten wir gar keinen Nahversorger mehr“. Wenn die BH gröbere Mängel festgestellt hätte, hätte er den Dorfladen samt Bistro geschlossen. „Wieder anfangen umzubauen tue ich mir nicht an. Dann sperre ich lieber zu, als dass ich da noch Geld reinstecke. Wir sollen froh sein, dass wir noch was haben in Stuben.“

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Der Dorfladen allein sei nicht wirtschaftlich.
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Die Öffnungszeiten wurden angepasst auf 7 bis 11 und 15 bis 19 Uhr.

Der Unternehmer verfolgt mit dem Bistro einen nachhaltigen Gedanken. Bevor Produkte im Dorfladen ablaufen, verwertet er sie im Bistro. So werde nichts weggeworfen. „Wir haben immer frische Waren da. Dafür stehen wir“, sagt er.

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Produkte, die bald ablaufen, werden im Bistro verwertet.
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Die Toiletten befinden sich im Restaurant nebenan.

An der von Thomas Planinger geleiteten BH-Verhandlung nahmen Sachverständige mehrerer Fachbereiche teil. „Im Großen und Ganzen sind sie human gewesen“, resümiert Willi Mathies. Unter anderem muss er kleinere Anpassungen in der Küche vornehmen sowie Spinde für die Mitarbeiter aufstellen.

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Willi und Kilian Mathies können einige Besserungswünsche der BH nicht nachvollziehen, andere wiederum schon.
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Nachbar Helmuth Tetzlaff war ebenfalls bei der BH-Verhandlung anwesend und genoss im Anschluss einen Kaffee.

Kilian Mathies, Willis Sohn, hilft ebenfalls im Dorfladen mit. Die Verbesserungsaufträge der BH könne er nur teilweise nachvollziehen. Dass der Teppich entfernt werden müsse, weil man ihn nicht reinigen könne, kann er nicht verstehen. „Er ist blitzblank“, sagt Kilian Mathies. Die Verkaufsfläche sei gleich geblieben. Der Bistrobereich war früher Lagerfläche mit Klapptisch und vier Stühlen, an denen bereits Kaffee ausgeschenkt wurde. „Wir haben es nur schöner gemacht“, sagt Kilian Mathies.

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Vorgeschrieben wurde ein E-Check. Immerhin stehen im Dorfladen Toaster, Mikrowelle, Aufbackgeräte und Kühlschränke.
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Kilian Mathies hilft im Dorfladen aus.

Bis zu acht Sitzplätze sowie einfache Speisen, alkoholfreie Getränke und Bier sind bewilligungsfrei. Für mehr Sitzplätze und andere alkoholische Getränke braucht Mathies eine Gastgewerbeberechtigung. 18 Sitzplätze im Innen- und Außenbereich zählt die BH im 65 Quadratmeter großen Geschäftslokal, das von Montag bis Samstag von 7 bis 11 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet hat. Vorgeschrieben wurde eine Überprüfung der elektrischen Anlage (E-Check). Beim Brandschutz fehlen ein Feuerlöscher, die Notausgangsbeleuchtung und ein Drehknopf an der Tür. Zudem seien Löcher in der Wand bei der Küche, der Putz blättere ab, ein Spritzschutz fehle und die Arbeitsfläche müsse abwaschbar sein. Das seien gesetzliche Bestimmungen. Es handle sich jedoch um Kleinigkeiten. „Oberflächenmäßig muss was gerichtet werden, ansonsten sehe ich kein Problem“, sagt der Sachverständige für Lebensmitteltechnik.

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Draußen gibt es zwei Stehtische, um seinen Kaffee oder Aperol Spritz zu konsumieren.
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Öffentliche Parkplätze gibt es nur wenige Meter weiter.

Für die Ausbesserungen hat Willi Mathies ein halbes Jahr Zeit. Als Nachweis reichen Fotos. Bürgermeisterin Barbara Mathies hat keine Einwände. Der Erhalt des Nahversorgers sei für sie „überaus wünschenswert“. Die BH beabsichtigt, die Bewilligung zu erteilen, wenn die Auflagen erfüllt werden.

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Stuben ist überwiegend ein Tourismusort.