Klangvielfalt in der leeren Produktionshalle

Bezirksorchester Bregenzerwald brillierte mit vielfältigem Konzertprogramm.
Alberschwende Das Konzert des Bezirksorchesters Bregenzerwald am 27. September in der Halle der Zimmerei Kaufmann wurde zu einem besonderen musikalischen Abend. Unter der Leitung von Christian Schiestl präsentierte das Orchester ein Programm voller Kontraste und musikalischer Überraschungen.
Moderator Ralf Bramberger führte professionell durch den Abend und gab dem Publikum interessante Informationen zu den Werken und Mitwirkenden. Bereits mit “Banda Sucre” von Giovanni Orsomando zeigte das Orchester, dass es sich einiges vorgenommen hatte. Mit der “Renaissance Suite” von Franco Cesarini folgte ein Ausflug in eine völlig andere Klangwelt.

Klangartistik mit der Basstuba
Für eine besondere Überraschung sorgte der junge Tubist Gabriel Moosbrugger aus Au. In “Fnugg Blue” zeigte er eindrucksvoll die außergewöhnlichen Möglichkeiten seines Instruments. Moosbrugger, der derzeit an der Stella Privathochschule für Musik in Feldkirch studiert, entlockte seiner Tuba Klänge, die teilweise an ein Didgeridoo oder tibetische Tempelhörner erinnerten. Besonders verblüffend: Er sang zusätzlich in die Tuba und erzeugte dadurch einen zweistimmigen Klang. Das Publikum erlebte eine faszinierende Verbindung von Virtuosität und Klangexperiment.

Mit “Aurora Borealis” von Rossano Galante wechselte die musikalische Reise in den hohen Norden und malte musikalisch Nordlichter in die Halle. Auch “Kirkpatrick’s Muse” von Jay Bocook bot besondere Momente. Vor allem die Holzbläser ließen Passagen entstehen, die beinahe an einen irischen Dudelsack erinnerten. Mit “El Cachoncho” von Óscar Navarro kam anschließend spanisches Temperament in die Halle: rhythmisches Feuer und temperamentvolle Passagen sorgten für südliches Flair.

Zum Abschluss des offiziellen Programms standen vier Songs aus dem Musical “The Greatest Showman” in einem Arrangement von Takashi Hoshide auf dem Programm. Bekannte Melodien und mitreißende Rhythmen sorgten für einen schwungvollen Ausklang.

Nachwuchskapellmeisterin Annalena Fink zeigt ihr Können
Die Zugabe war zugleich eine kleine Premiere: Annalena Fink übernahm bei “Gruß aus Wien” von Robert Stolz den Taktstock. Kurz zuvor hatte sie ihre D3-Prüfung als Dirigentin an der Musikschule Bregenzerwald abgeschlossen. Gemeinsam mit Lina Bilgeri war sie zudem für die Organisation der Proben verantwortlich.
Auch Bezirksobmann Alexander Eberle aus Buch war beim Konzert dabei, bedankte sich bei allen Unterstützern und würdigte die gute Zusammenarbeit der Verantwortlichen sowie der Musikerinnen und Musiker im Bezirksorchester.

Ein besonderer Dank galt Michael und Matthias Kaufmann, die ihre Halle für das Konzert zur Verfügung stellten. Die Räumlichkeiten erwiesen sich auch akustisch als hervorragend geeignet. Als bei der Generalprobe kurzfristig ein Schlagzeugpodest benötigt wurde, organisierte Michael Kaufmann dieses innerhalb von nur zehn Minuten. Um die Orchestermitglieder bei den Proben nicht “austrocknen” zu lassen, hatte Lukas Dorner die Getränke spendiert.

So wurde der Konzertabend zu einer musikalischen Reise durch unterschiedlichste Klangwelten – von Renaissanceklängen über moderne sinfonische Blasmusik und “bombastischen” Tuba-Experimenten bis zu Nordlichtern, irischem Dudelsack-Flair, spanischem Feuer und Musical-Hits.
Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher unterhielten sich nach dem Konzert noch bestens, während die Sitzbänke schon mit dem Hallenkran wieder verräumt wurden, um am Morgen die Halle wieder ihrer eigentlichen Widmung zuzuführen. mso





