70.000 Euro für 150 Meter Piste: So will Nenzing den Skibetrieb in Gurtis sichern

VN / 01.10.2026 • 12:25 Uhr
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Andreas Kreiner (Skilift Tschardund) sowie Werner Jussel und Willi Rainer vom Wintersportverein (v. l.) wollen den Skibetrieb in Nenzing erhalten. Bilder: VN/JUN

In Gurtis sollen zwei neue Schneelanzen für mehr Schneesicherheit auf der Kinderskipiste sorgen. Gleichzeitig kämpft auch der Skilift Tschardund mit Schneemangel, hohen Kosten und anstehenden Reparaturen.

Nenzing Während Übersaxen den Skibetrieb wegen Höhenlage und Ausrichtung eingestellt hat, investiert Nenzing 70.000 Euro in die Beschneiung der Kinderskipiste in Gurtis, um die Schneesicherheit zu gewährleisten. Der Gurtiser Ortsvorsteher Christoph Seeberger erklärt den VN: “Unser Ziel ist nicht der Ausbau des Skigebietes, sondern die Sicherung jener bestehenden Infrastruktur, die langfristig eine realistische Zukunftsperspektive besitzt.”

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Die größte Piste in Gurtis ist beim Pult-Lift und 900 Meter lang.

Nenzing hat zwei Skigebiete: jenes in Gurtis, das ehrenamtlich geführt wird, und den privaten Skilift Tschardund. “Wir sind keine Konkurrenten, sondern Mitbewunderer”, sagt Andreas Kreiner vom Skilift Tschardund. Das schattseitig gelegene Skigebiet ist vor allem für seinen Nachtskilauf bekannt. Im vergangenen Winter war es kalt, doch in dieser Höhenlage fiel kaum Schnee. “Wir hatten zwei Abende offen”, sagt Kreiner. Doch ohne Wasserquelle ist eine künstliche Beschneiung dort schwierig.

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Im Winter sollen hier auf der Kinderskipiste zwei Schneelanzen stehen.

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Kalt genug

Das Skigebiet in Gurtis mit seinen vier Pisten war in der vergangenen Saison zehn Tage in Betrieb. Zwei mobile Lanzen sollen zumindest auf der 150 Meter langen Kinderskipiste für Schneesicherheit sorgen. Kalt genug wäre es: “Wir hatten im vergangenen Winter zwischen minus vier und minus zwölf Grad”, sagt Werner Jussel, Obmann des Wintersportvereins.

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Ortsvorsteher Christoph Seeberger, hier vor dem Liftstüble, möchte unbedingt das Winterangebot für Kinder erhalten.

Je 35.000 Euro fließen in die beiden Lanzen und in die Infrastruktur. Eine Beschneiung der großen Piste wäre finanziell nicht möglich. “Da brauchst du gleich mal zwölf Lanzen”, sagt Jussel. Die Lanzen sind leiser und sparsamer als Schneekanonen und können nachts laufen, produzieren aber weniger Schnee.

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Der Eingang in das Winterkinderland.

Föhn und Regen beschleunigen die Schneeschmelze. “Der letzte gute Winter war 2021”, sagt Jussel. Willi Rainer, stellvertretender Obmann des Wintersportvereins, sagt: “30 bis 35 Betriebstage wären ideal.” 2019 waren es 25 Tage – “und das war schon viel”.

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Der Baliefer ermöglicht Kindern und Familien einen wohnortnahen und niederschwelligen Einstieg in den Wintersport. WSV Nenzing

Ein Minusgeschäft

Dennoch sei der Betrieb ein Minusgeschäft. “Wir müssen die Betriebskosten decken, und alles, was wir einnehmen, wird in die Bahn reinvestiert. Einen Jahresbeitrag in Höhe von 5000 Euro zahlt die Gemeinde, doch allein die Versicherung kostet 4000 Euro”, erläutert Jussel. Der Verein investiert jährlich 10.000 bis 12.000 Euro in Pistenraupe, Service und Prüfungen, erzielt aber nur 6000 Euro Umsatz. Noch heuer muss die Bahn revidiert und Rollen sowie Bolzen ausgetauscht werden. “Das machen wir selber, sonst kostet das 6000 bis 8000 Euro”, sagt Werner Jussel.

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Der Nachtskilift Tschardund hatte vergangenen Winter nur zwei Tage geöffnet.

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Auch Kreiner kennt die finanziellen Herausforderungen: “Wir wollen den Skilift erhalten. Dass wir damit eine goldene Nase verdienen, ist ein Witz. Die Familie steht dahinter, sonst geht das nicht.” Mittlerweile unterstützt ein Verein den Skilift. “Die machen Werbung für uns und helfen uns bei der Pistenaufbereitung”, sagt Kreiner.

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Die Piste des Tschardund-Liftes ist im Sommer eine Kuhweide und Magerwiese.

Spendenaufruf

In den nächsten Jahren stehen beim Skilift Tschardund “diverse Reparaturen” an, sagt Kreiner. Unter anderem müssen die Lichtmasten von 1967 und die Steuertechnik erneuert werden. Deshalb hat Kreiner einen Spendenaufruf gestartet. Das Spendenziel liegt bei 12.000 bis 15.000 Euro. “Das wäre ein schöner Puffer. Alle zwei Jahre steht eine Prüfung an. Die ist ja nicht gratis”, sagt Kreiner. “Die Kosten haben sich verdoppelt, während sich die Prüfintervalle halbiert haben.” Die Arbeitsstunden zähle er schon gar nicht mehr. “Sonst müsste ich aufhören.”

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Beim Skilift Tschardund aus dem Jahr 1967 stehen in den nächsten Jahren diverse Reparaturen an, weiß Andreas Kreiner.

Bei Schnee kommen genug Besucher nach Gurtis: “Da wirst du überrannt”, sagt Jussel. Davon profitiert auch die Jausenstation. “Ohne Gastbetrieb kannst du gar keinen Liftbetrieb mehr machen”, sagt Willi Rainer. Umgekehrt ist die Jausenstation nur wirtschaftlich, wenn der Skibetrieb bestehen bleibt.

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Die Steuertechnik muss erneuert werden.
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Auch beim Tschardund-Skilift gibt es eine kleine Jausenstation.