Hotel, Appartements, Sessellift: Das könnte sich in Sonntag-Stein verändern

Wie viel touristische Entwicklung verträgt Sonntag-Stein? Über ein Jahr wurde darüber beraten. Nun steht fest, welche Projekte möglich wären – und welche Grenzen gelten.
Sonntag Wie soll sich Sonntag-Stein touristisch entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigte sich über ein Jahr lang die Gemeinde gemeinsam mit den Architekten Nina Beck, Sven Matt und Josef Fink sowie dem Raumplanungsbüro stadtland. Auch Grundeigentümer, die Seilbahnen Sonntag-Stein, Vertreter des Fördervereins und des Biosphärenparks Großes Walsertal sowie die Bevölkerung wurden in das kooperative Planungsverfahren eingebunden.

Anlass waren Anfragen von Bauwerbern, die in Sonntag-Stein Projekte verwirklichen wollten. Da das Gebiet raumplanerisch sensibel ist, wollte die Gemeinde zunächst klären, wo und in welchem Ausmaß eine weitere Entwicklung verträglich ist. Das Ergebnis ist ein Rahmenplan, der mögliche Nutzungen rund um die Umsteigestation festlegt und Planungssicherheit für Projektentwickler schaffen soll. Untersucht wurden zusätzliche Gästebetten, die Weiterentwicklung der Gastronomie sowie die Zukunft der Pendelbahn und des Sessellifts.


Eine Möglichkeit ist ein Hotel mit 72 Betten sowie einer Gastronomie im Erdgeschoss. Daneben könnten ein Appartementhaus mit 24 bis 32 Betten sowie ein weiteres, kleineres Appartementgebäude in südlicher Richtung mit 16 Betten entstehen.

Kompakte Bebauung
Wichtig ist den Planern dabei eine kompakte Bebauung, die sich an der bestehenden Geländestruktur orientiert und möglichst wenig in die Landschaft eingreift. Bereits im Juli 2025 konnten sich die Einwohner bei einer öffentlichen Ideenwerkstatt einbringen. Dabei zeigte sich: Ruhe und Natur sowie das kleine Skigebiet und die Gastronomie sollen erhalten bleiben. Kalte Betten und Zweitwohnsitze sollen vermieden werden, die Anreise der Gäste soll autofrei bleiben.

Eine zentrale Frage ist dabei die Wirtschaftlichkeit des Sessellifts. Im Planungsverfahren wurden sowohl die Ertüchtigung der bestehenden Anlage als auch ein neuer kuppelbarer Sechsersessellift untersucht. Die Planer empfehlen allerdings, den bestehenden Sessellift zu adaptieren.


Neue Gastronomie
Die Bergstation der Pendelbahn soll umgebaut werden. Vorgesehen sind unter anderem barrierefreie Sanitäranlagen, Mitarbeiterwohnungen und Lagerräume. Dafür zieht die Gastronomie ins Erdgeschoss des Hotels um. So sieht es der Rahmenplan vor. Ein neuer Schuppen soll Platz für Pistenbullys, Schneekanonen und weitere Geräte schaffen.


Martin Wolf ist Mitglied im Förderverein. „2008 wollte man die Seilbahn einstellen, weil sie finanziell schlecht dastand. Deshalb wurde der Förderverein gegründet.“ 2012 wurde die Seilbahn schuldenfrei. Heute sei der Betrieb positiv. „Uns geht es wirtschaftlich hervorragend“, meinte Wolf. Dadurch könne die Seilbahn in das Gebiet investieren. Rund 25.000 Arbeitsstunden wurden bereits ehrenamtlich geleistet, 650.000 Euro gespendet.

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Besucherströme lenken
Man müsse die Besucherströme stärker Richtung Steris und Partnum lenken, sagte Wolf. Er wünscht sich einen Sommerbetrieb des Sessellifts mit Ausstiegsmöglichkeit in Unterpartnum. Das höher gelegene Oberpartnum bleibe zudem im Winter schneesicherer, weshalb eine Verbindung dorthin erhalten bleiben müsse.

Auch Erwin Bahl, Geschäftsführer der Seilbahnen Sonntag-Stein, sprach sich für einen Sommerbetrieb aus: „Wir brauchen eine Aufstiegshilfe nach Oberpartnum, im Sommer wie im Winter.“ An starken Tagen erreiche das Gebiet die Vollauslastung.

Wie geht es weiter? Nach dem Beschluss des Rahmenplans können Bauwerber mit konkreten Projekten auf die Gemeinde zukommen. Für Investitionen der Seilbahnen sollen keine Schulden gemacht werden, betonte Bürgermeister Stefan Nigsch: „Bevor nichts ausfinanziert ist, wird davor auch nichts stehen.“

