Titel-Hattrick mit „Sahnehäubchen“

Vetter, Wachter und Co. bei Mannschafts-Staatsmeisterschaft überragend.
Wien Die Generalprobe für die WM ist geglückt: Gino Vetter führte Vorarlberg in Wien zum dritten Staatsmeistertitel in Serie. Tags zuvor hatte Samuel Wachter bereits im U17-Länderkampf ein starkes Ausrufezeichen gesetzt.

Vorarlberg bleibt im österreichischen Mannschaftsturnen eine Klasse für sich. Bei den nationalen Team-Titelkämpfen setzte sich Turnsport Vorarlberg souverän durch und machte nach 2024 und 2025 den Titel-Hattrick perfekt. Für Vorarlbergs Herren war es bereits die 25. Top-3-Platzierung seit 2000.
“An Stabilität gewonnen”
Der Mann des Tages war Gino Vetter. Der 20-jährige Lustenauer präsentierte sich in bemerkenswerter Form und gewann mit 79,149 Punkten die Mehrkampf-Einzelwertung. Für den einzigen österreichischen Turner, der bei der WM im Männerbereich antreten wird, war es die Generalprobe vor dem Saisonhöhepunkt. “Ich bin sehr zufrieden und teilweise sogar überrascht, wie gut es geklappt hat. Es waren stabile Übungen, da kann ich mich nicht beschweren”, bilanzierte Vetter. Seit der EM in Zagreb, bei der er sich mit Rang 35 im Mehrkampf das WM-Ticket sicherte, wurde vor allem an der Stabilität gearbeitet. Gleichzeitig schraubte der Lustenauer am Pauschenpferd, am Reck und an den Ringen den Schwierigkeitsgrad nach oben.

Eine kleine Unsicherheit blieb beim Abgang an den Ringen. “Die Übungen fühlen sich mittlerweile sehr stabil an. An den Ringen hat es beim Abgang noch nicht ganz geklappt, aber ich habe noch zwei Wochen Zeit, um daran zu arbeiten. An den anderen Geräten bin ich schon sehr zufrieden und fühle mich bereit”, blickte Vetter seiner zweiten WM-Teilnahme entgegen.
Auch Herren-Nationaltrainer Michael Fussenegger sieht seinen Schützling klar auf Kurs: “Gino steigert sich von Wettkampf zu Wettkampf und kommt den 80 Punkten immer näher. Das kann sich wirklich sehen lassen.” Sportdirektor Fabian Leimlehner bewertete zufrieden: “Der Sturz beim Ringe-Abgang wiegt nicht schwer. Gino ist nicht mehr weit von seiner Hochform entfernt. Der WM-Kurs stimmt.”
Im Sog von Neben Vetter (79,149) und Wachter (74,849) überzeugte Nachwuchshoffnung Dominik Rexa (69,350) als Mehrkampf-Sechster. Weiters im Ländle-Meisterteam dabei waren Mateo Fraisl und Oskar Jenny. Für Vorarlberg war es der dritte Titelgewinn in Serie, und insgesamt war es die 25. Top-3-Platzierung (14/6/5) für Vorarlberg in diesem Jahrhundert.
Wachter bestätigte YOG-Nominierung
Bereits am Tag zuvor hatte Samuel Wachter für die nächste Vorarlberger Erfolgsmeldung gesorgt. Der 17-jährige YOG-Teilnehmer von der TS Fußach gewann den Mehrkampf beim U17-Länderkampf gegen Italien, die Schweiz, die Niederlande und Belgien hauchdünn mit 75,5 Punkten.
Besonders eindrucksvoll war Wachters Vorstellung an mehreren Geräten. An den Ringen, am Sprung und am Reck erzielte er die höchste Wertung des gesamten Feldes. Dazu kamen Platz zwei am Pauschenpferd und Rang drei am Barren.

“Das war ein sehr guter Wettkampf von mir und eine weitere gute Vorbereitung auf Dakar”, sagte Wachter. Bei den vierten Olympischen Jugend-Sommerspielen im Senegal, die am 31. Oktober beginnen, wird er Österreich vertreten. In der U17-Teamwertung belegte Österreich in Wien Rang vier. Dominik Rexa, Jahrgang 2012, wurde mit 71,050 Punkten Achter im Mehrkampf.
Damit gehörten die entscheidenden Schlagzeilen in Wien dem Ländle: Vetter lieferte die WM-Generalprobe, Wachter die Nachwuchs-Show – und Vorarlberg holte sich souverän den dritten Staatsmeistertitel in Folge.