Handwerk+Form: ein Start, der Mut macht

VN / 05.10.2026 • 15:03 Uhr
Eine gelungene Neuerung bei der Jubiläums-Auflage von Handwerk+Form: Die Kategorie U21, bei der 17 Einreichungen bewertet wurden. LH Markus Wallner (re.) applaudiert dem Handwerker-Nachwuchs. PETER STRAUSS
Eine gelungene Neuerung bei der Jubiläumsauflage von Handwerk+Form: die Kategorie U21, bei der 17 Einreichungen bewertet wurden. LH Markus Wallner (re.) applaudiert dem Handwerkernachwuchs. Peter Strauss

Großes Interesse für Jubiläumsschau – Jury von Qualität der Einreichungen sehr angetan.

Andelsbuch Mit großen Erwartungen ist das Wälder Handwerk in seine Jubiläumsschau, die zehnte Auflage von Handwerk+Form, gestartet und hatte dafür einige Änderungen im Ablauf vorgenommen: Zum einen ist die Ausstellung heuer nicht nur an den beiden Wochenenden, sondern auch an allen Werktagen dazwischen jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, und zum zweiten gab es diesmal eine eigene Jugendkategorie U 21.

Mit Spannung haben deshalb die Wälder Handwerker den Start ihrer Leistungsschau erwartet – und sie wurden nicht enttäuscht: Nimmt man den Publikumsandrang am ersten Wochenende zum Maßstab, dann hat dieser offenbar die Erwartungen sogar übertroffen.

Starker Auftritt der Werkraumschule, die vor zehn Jahren installiert wurde. LH Markus Wallner zeichnete zahlreiche Einreichungen der kreativen Werkraum-Schülerinnen und -Schüler aus.
Starker Auftritt der Werkraumschule, die vor zehn Jahren installiert wurde. LH Markus Wallner zeichnete zahlreiche Einreichungen der kreativen Werkraumschülerinnen und -schüler aus. Peter Strauss

Werkraumhaus überrannt

Und noch etwas gab den Initiatoren Grund zur Freude: Bei der Preisverleihung wurde das Werkraumhaus regelrecht überrannt. Selten einmal waren so viele Besucher in dieser Einrichtung, die der Region seit der Eröffnung 2013 Heimstätte für den 1999 gegründeten Verein Werkraum, in dem über 100 Betriebe zusammengeschlossen sind, ist.

Leicht hatte es die hochkarätig besetzte internationale Jury nicht, in einem zweitägigen Auswahl-Verfahren die fünf Preise und acht Auszeichnungen zu vergeben. Fünf Preise und acht Auszeichnungen gingen schließlich meist an Arbeiten, die in Kooperationen entstanden.
Leicht hatte es die hochkarätig besetzte internationale Jury nicht, in einem zweitägigen Auswahlverfahren die fünf Preise und acht Auszeichnungen zu vergeben. Fünf Preise und acht Auszeichnungen gingen schließlich meist an Arbeiten, die in Kooperationen entstanden. Peter Strauss

Von der Tradition zur Innovation

An beiden Tagen hatte das Handwerk+Form-Team alle Hände voll zu tun, um die Besucher durch die originellen Locations, in denen die Einreichungen ausgestellt waren, zu führen. Neun Orte im Dorf – darunter eine alte Metzgerei, eine ehemalige Bäckerei, ein leerstehendes Gasthaus, ein Widum-Stadl und vor allem die alte Säge, die auf das Jahr 1086 zurückgeht – erinnern an die Tradition des alten Handwerks, und die dort zur Schau gestellten Exponate bilden die Brücke zur Zukunft des Wälder Handwerks und sind Ausdruck der großen Innovationskraft dieser Betriebe in der Region.

Was bei der Auszeichnung fast aller Einreichungen auffiel: Sie entstanden in Kooperation von zwei oder mehreren Handwerkern oder Designern, bei „Klappbar“ z. B. Armin Friedrich und Stefan Hachenberger mit Anton Mohr, Tischlerein Mohr.
Was bei der Auszeichnung fast aller Einreichungen auffiel: Sie entstanden in Kooperation von zwei oder mehreren Handwerkern oder Designern, bei “Klappbar” z. B. Armin Friedrich und Stefan Hachenberger mit Anton Mohr, Tischlerei Mohr. Peter Strauss

Tradition zum Auftakt

Eingeleitet wurde die Preisverleihung mit dem Fahneneinzug von einem Dutzend Handwerkerzünften aus dem ganzen Bregenzerwald, Andelsbucher Ortsvereinen und vor allem von der Harmoniemusik, die für einen schwungvollen musikalischen Auftakt sorgte. Aurelia Bischofberger moderierte den Abend und bat Cornel Hess (Geschäftsführer Werkraumhaus), Rene Schedler (Obmann Handwerkerverein Andelsbuch), Alois Berchtold (Obmann Werkraum), LH Markus Wallner und WK-Präsident Karlheinz Kopf sowie Bürgermeister Bernhard Kleber um ihre Statements, in denen der Stellenwert dieser Veranstaltung als wichtiger Impulsgeber für Innovationen und Kooperationen des Wälder Handwerks unterstrichen wurde. Dass die Regio und die Wälder Bürgermeister nicht vertreten waren, entschuldigte Kleber damit, “dass sie beim Gemeindetag in Salzburg sind – ich bin natürlich hiergeblieben.”

Rekordverdächtig war der Besuch der Auftaktveranstaltung mit Preisverleihung. Kaum einmal zuvor drängten sich im Werkraumhaus so viele Besucher.   
Rekordverdächtig war der Besuch der Auftaktveranstaltung mit Preisverleihung. Kaum einmal zuvor drängten sich im Werkraumhaus so viele Besucher.   Peter Strauss

Die hochkarätig besetzte Jury räumte ein, dass es nicht einfach war, bei der Beurteilung einen pfiffigen Nussknacker mit einem einzigartigen Gipfelkreuz oder eine neuartige Gewürzmühle mit einem tonnenschweren Dorfbrunnen oder Käseboxen mit einer Urne aus Holz zu vergleichen. Es hätte diesbezüglich engagierte Diskussionen in der Jury gegeben, ehe man sich über die Verleihung der Preise und Auszeichnungen einigte, räumte die Juryvorsitzende Chrissie Muhr aus Basel ein. Mit ihren Kolleginnen und Kollegen – Blanka Mayor (Zürich), Adelina Dodolli (Rottweil), Silvio Rebholz (Lausanne) und Sascha Bauer (Stuttgart) – entschied sie sich für fünf Preisträger (Regalsystem mit Schwartenbrettern von Pius Kaufmann, Bizau, Wandelement Lehm von Ambros Berlinger, Alberschwende, Spael-Hocker von Madeleine K. Wieser, Oslo, Kleiderschrank von Max Poschl, Schnepfau sowie Schindel-Bruch von der Tischlerei Bereuter, Lingenau) und acht Auszeichnungen. STP 

Cornel Hess, Geschäftsführer Werkraumhaus, konnte zum Auftakt der Jubiläumsauflage ein bis zum letzten Stehplatz gefülltes Haus vorstellen.   
Cornel Hess, Geschäftsführer Werkraumhaus, konnte zum Auftakt der Jubiläumsauflage ein bis zum letzten Stehplatz gefülltes Haus vorstellen.   Peter Strauss
Rene Schedler, Obmann des Handwerkervereins Andelsbuch, war die Freude über diesen eindrucksvollen Auftakt ins Gesicht geschrieben.
Rene Schedler, Obmann des Handwerkervereins Andelsbuch, war die Freude über diesen eindrucksvollen Auftakt ins Gesicht geschrieben. Peter Strauss
Bernhard Kleber, als Andelsbucher Bürgermeister Gastgeber für Handwerk + Form, entschuldigte seine Bürgermeisterkollegen, die zum Gemeindetag nach Salzburg gefahren waren.   
Bernhard Kleber, als Andelsbucher Bürgermeister Gastgeber für Handwerk + Form, entschuldigte seine Bürgermeisterkollegen, die zum Gemeindetag nach Salzburg gefahren waren.   Peter Strauss
Aurelia Bischofberger moderierte den Eröffnungsabend.
Aurelia Bischofberger moderierte den Eröffnungsabend. Peter Strauss

 

Mit großer Freude begrüßte Hausherr Bernhard Kleber die zahlreichen Handwerker und wünschte der zehnten Handwerk+Form einen erfolgreichen Verlauf.
Mit großer Freude begrüßte Hausherr Bernhard Kleber die zahlreichen Handwerker und wünschte der zehnten Handwerk+Form einen erfolgreichen Verlauf. Peter Strauss

 

 

Karlheinz Kopf (li.) konnte auch die
Karlheinz Kopf (li.) konnte auch die “Arbeitsgemeinschaft” für den neuen Dorfbrunnen auszeichnen: Jodok Felder setzte diese “Betongebse” gemeinsam mit Moosbrugger-Bau, Robert Feuerstein “Baufux”, Johanna und Georg Milde um. Bürgermeister Bernhard Kleber (r.) freut sich über das spektakuläre Stück vor seinem Rathaus. Peter Strauss

 

Juryvorsitzende Chrissie Muhr war beeindruckt von Qualität und Vielfalt der Einreichungen und  räumte ein, dass die Jury deshalb vor einer schwierigen, aber interessanten Aufgabe stand.
Juryvorsitzende Chrissie Muhr war beeindruckt von Qualität und Vielfalt der Einreichungen und  räumte ein, dass die Jury deshalb vor einer schwierigen, aber interessanten Aufgabe stand. Peter Strauss
Eine hochkarätige Jury bewertete die Einreichungen: Juryvorsitzende Chrissie Muhr aus Basel (l.) Mit ihren Kolleginnen und Kollegen – Silvio Rebholz (Lausanne), Blanka Mayor (Zürich), Adelina Dodolli (Rottweil), und Sascha Bauer (Stuttgart)
Eine hochkarätige Jury bewertete die Einreichungen: Juryvorsitzende Chrissie Muhr aus Basel (l.) mit ihren Kolleginnen und Kollegen – Silvio Rebholz (Lausanne), Blanka Mayor (Zürich), Adelina Dodolli (Rottweil) und Sascha Bauer (Stuttgart). Peter Strauss

 

 

 

Nach einem interessanten Rundgang durch die Ausstellungsorte gab es anschließend im
Nach einem interessanten Rundgang durch die Ausstellungsorte gab es anschließend im “Werkraum-Gastgarten” viel Gelegenheit zum Austausch. Peter Strauss
Nach dem ersten Wochenende durfte zufrieden auf einen erfolgreichen Start angestoßen werden.
Nach dem ersten Wochenende durfte zufrieden auf einen erfolgreichen Start angestoßen werden. Peter Strauss

 

Glück gehabt - gerade noch zwei der letzten Brettl-Jausen ergattert, die Werkraum-Gastronomie war am Sonntagabend ausverkauft.
Glück gehabt – gerade noch zwei der letzten Brettl-Jausen ergattert, die Werkraum-Gastronomie war am Sonntagabend ausverkauft. Peter Strauss

 

Ein prächtiger Spätsommertag lud dazu ein, nach dem Ausstellungsbesuch noch länger bei Handwerk+Form zu verweilen - bis es dunkelwurde.
Ein prächtiger Spätsommertag lud dazu ein, nach dem Ausstellungsbesuch noch länger bei Handwerk+Form zu verweilen – bis es dunkel wurde. Peter Strauss

 

Auch im Haus wurde der Ausklang des ersten Ausstellungs-Wochenendes ausgiebig gefeiert.   
Auch im Haus wurde der Ausklang des ersten Ausstellungswochenendes ausgiebig gefeiert. Peter Strauss
Für musikalische Begleitung sorgte u. a. das Künz-Trio.
Für musikalische Begleitung sorgte u. a. das Künz-Trio. Peter Strauss

 

 

Was tun mit dem Vierbeiner? - Einfach auf die Ausstellung mitnehmen . . .
Was tun mit dem Vierbeiner? – Einfach auf die Ausstellung mitnehmen … Peter Strauss

 

Spannender als jeder Spielplatz - die Kinderbaustelle bei Handwerk+Form, auf der man sich stundenlang verweilen konnte.
Spannender als jeder Spielplatz – die Kinderbaustelle bei Handwerk+Form, auf der man sich stundenlang aufhalten konnte. Peter Strauss
Wo sich Tradition und Zukunft begegnen: Eine alte Bäckerei als Ausstellungs-Location.
Wo sich Tradition und Zukunft begegnen: eine alte Bäckerei als Ausstellungs-Location. Peter Strauss

 

 

Die alte Säge am Brühlbach ist immer noch in Betrieb. Früher standen an diesem Bach gleich fünf Sägen, der erste Nachweis einer derartigen Einrichtung geht auf 1086 zurück.
Die alte Säge am Brühlbach ist immer noch in Betrieb. Früher standen an diesem Bach gleich fünf Sägen, der erste Nachweis einer derartigen Einrichtung geht auf 1086 zurück. Peter Strauss

 

Hier begegnen sich Tradition und Handwerks-Zukunft: innovative Werkstücke werden in einer historischen Säge präsentiert, deren Vorläufer hier schon vor fast tausend Jahren in Betrieb war.
Hier begegnen sich Tradition und Handwerkszukunft: Innovative Werkstücke werden in einer historischen Säge präsentiert, deren Vorläufer hier schon vor fast tausend Jahren in Betrieb war. Peter Strauss