Freundlich, aber bestimmt. Sie ist die neue Kilbi-Chefin

180 Standler, ein Dutzend Karusselle, 20.000 Besucher. Das größte Volksfest des Landes will gut organisiert sein.
Lustenau Schausteller Remo Buchser (66) kriegt sich vor Lob gar nicht mehr ein. “Also ich kann der Manuela nur größten Respekt zollen. Sie hat die Dinge hier im Griff. Sie hat eine klare Linie, und doch kann man mit ihr immer reden und etwas vorschlagen, was sie auch gerne berücksichtigt.” Manuela Haller (40) will sich ein breites Lächeln nicht verkneifen. Zumal auch Ewald Böhler (58), der zweite Schausteller bei der Lustenauer Kilbi, Ähnliches über die Kilbi-Cheforganisatorin sagt.

Ein langer Tag
Die 40-Jährige ist zum zweiten Mal in führender Verantwortung für das Mega-Spektakel, das am kommenden Sonntag im Lustenauer Dorfzentrum über die Bühne geht, verantwortlich. “Der Tag wird für mich am Sonntag um knapp vor fünf beginnen und erst in der Nacht aufhören”, weiß die zweifache Mutter.
Für sie ist nicht nur am Sonntag Kilbi. Die Vorbereitungen auf das Volksfest laufen bereits viele Wochen. 180 Stände gilt es vorzubereiten und entsprechend zuzuordnen. “Ich musste 50 Bewerbern absagen. Unser Platz ist begrenzt”, verdeutlicht Haller die Dimension des Volksfestes. Dieser Tage muss sie ihre Frau stehen, renitenten Standlern, die ihren zugewiesenen Platz nicht akzeptieren wollen, ihre Grenzen aufzeigen, das Sicherheitskonzept vorgeben, die Stromversorgung gewährleisten, auf alle möglichen unvorhergesehenen Ereignisse gefasst sein. “Flexibilität ist am Kilbi-Sonntag ein Gebot der Stunde”, betont die Chefin.

Der gute Lehrmeister
Bis zur Übernahme der Verantwortung für die Kilbi durfte Manuela Haller bei einem absoluten Profi lernen. Der Gemeindebedienstete Gebhard Hämmerle (65) organisierte das Lustenauer Volksfest über 40 Jahre lang. “Wenn ich einen Rat brauche, steht er mir auch als Pensionist noch gerne zur Verfügung”, fühlt sich die in Hard wohnende Lustenauerin von ihrem Mentor nie im Stich gelassen. Der hat für seine Nachfolgerin nur Lob auf Lager. “Manuela macht das ganz toll. Und sie weiß auch, wie sie sich durchsetzen muss. Die Kilbi ist bei ihr gut aufgehoben.”
Ihre Bewährungsprobe im Vorjahr, als sie zum ersten Mal offiziell ohne “Gibl” die Massenveranstaltung zu organisieren hatte, bestand sie mit Bravour.

Kilbi lassen, wie sie ist
Beim Rundgang durch das Karussell-Areal beim Parkplatz bewegt sich Manuela Haller bereits routiniert auf gewohntem Terrain. Sie kennt jene, die seit Montag die imposanten Konstruktionen aufstellen, sie möchte ihren Teil dazu beitragen, dass die Kilbi auch heuer zu einer gelungenen Mischung zwischen Tradition und Moderne wird. “Wobei die Tradition wichtiger ist. Die Kilbi darf man in ihrem Grundcharakter nicht verändern”, formuliert sie ihr Credo.
Bei aller Vorfreude auf den Lustenauer Sonntag mit der größten Massenansammlung des Jahres wird sie auch froh sein, wenn die Kilbi ohne negative Zwischenfälle vorüber ist. “Wenn nichts passiert ist und ich ein positives Feedback von Ausstellern und Besuchern erhalte, dann war die Kilbi eine schöne Kilbi”, sagt die Chefin mit einem gewinnenden Lächeln.