Vom Krankenbett auf 2700 Höhenmeter: Noah und sein Vater schaffen das Unfassbare

Fünf Jahre nach Noahs schwerem Leid meistern Vater und Sohn gemeinsam 42 Kilometer.
Dornbirn Vor fünf Jahren hätte sich der Dornbirner Unternehmer Klaus Unterkircher einen solchen Moment wohl nicht vorstellen können. Sein Sohn Noah war bei einem schweren Unfall schwer verletzt worden, erlitt schwere innere Verletzungen und einen Beckenbruch. Mehrmals musste er operiert werden. Für die Familie begann eine schwierige Zeit, in der niemand wusste, wie gut sich Noah davon erholen würde. Heute ist Noah wieder gesund. Und genau deshalb bedeutet der gemeinsame Lauf für seinen Vater weit mehr als einen sportlichen Erfolg.
Vor wenigen Tagen gingen Vater Klaus Unterkircher und Sohn Noah bei der Tiroler Silberpfad Trophy in Schwaz an den Start. Vor ihnen lagen 42 Kilometer und rund 2700 Höhenmeter. Es war keine gewöhnliche Marathonstrecke, sondern eine harte Herausforderung in den Tiroler Bergen. Für Noah war der Trailmarathon vor allem eine sportliche Aufgabe. Für Klaus war er ein Moment, den er vor fünf Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

“Gemeinsam mit meinem Sohn 42 Kilometer über die Berge zu laufen, ist ein Traum, von dem ich damals nicht einmal zu träumen gewagt hätte”, sagt Klaus. Nach einer langen Phase der Ungewissheit standen die beiden nun gemeinsam an der Startlinie. Der Weg ins Ziel wurde damit auch zu einer Erinnerung daran, wie viel sich in fünf Jahren verändern kann.
Die offiziellen Urkunden zeigen das Ergebnis. Noah Unterkircher bewältigte die 42 Kilometer in 6:36:15 Stunden und belegte Platz 66. Klaus Unterkircher erreichte das Ziel nach 8:05:09 Stunden auf Rang 89. Für beide waren die Platzierungen allerdings nebensächlich. Vorrang hatten der gemeinsame Start und vor allem das gemeinsame Erreichen der Ziellinie. Nicht darum ging es, wer schneller war. Es ging darum, die Strecke gemeinsam zu bewältigen und am Ende als Vater und Sohn im Ziel zu stehen. Die Freude im Zielgelände nach der Bewältigung der großen Herausforderung war dementsprechend riesengroß und bleibt in ewiger Erinnerung.

Für Vater Klaus, der beim FC Sulzberg auch Trainer der Kampfmannschaft ist, ist die Geschichte deshalb eine, die Mut machen soll. Menschen, die selbst gerade vor einer schweren Zeit stehen, sollen sehen, dass sich das Leben trotz großer Rückschläge wieder völlig verändern kann. “Niemals aufgeben” lautet seine Botschaft. Auch wenn eine Situation manchmal aussichtslos erscheint, könne später wieder vieles möglich werden.

Vom schweren Unfall bis zu 42 Kilometern und 2700 Höhenmetern liegen fünf Jahre. Noah und sein Vater haben die Herausforderung geschafft. Die Zeiten stehen auf den Urkunden, die Platzierungen in der Ergebnisliste. Für Klaus bleibt aber etwas anderes wichtiger: der gemeinsame Weg vom Start bis ins Ziel. Denn dass Vater und Sohn gemeinsam über die Berge laufen konnten, war für ihn vor fünf Jahren kaum vorstellbar. Genau darin liegt für ihn die eigentliche Geschichte. VN-TK