Wiener Klassik, romantische Sehnsucht und Gegenwart

Dornbirn Klassik startet am kommenden Montag im Kulturhaus in die Saison 2026/27.
Dornbirn Mit einem Abend, der Wiener Klassik und Vorarlberger Gegenwart ineinander spiegelt, eröffnet Dornbirn Klassik am Montag, 12. Oktober, die neue Saison. Zu Gast ist das Klangkollektiv Wien, das der Dirigent Rémy Ballot und der frühere Philharmoniker-Klarinettist Norbert Täubl 2018 gegründet haben. Rund vierzig Mitglieder großer Wiener Orchester suchen dort einen unverbrauchten Zugang zur Klassik. Ballot, einer der letzten Schüler Sergiu Celibidaches, rahmt das Programm mit Mozart, der Ouvertüre zur „Zauberflöte“ und der „Haffner“-Sinfonie. Dazwischen stehen drei Werke von Herbert Willi, darunter „Kairos im Kronos 1756/1956“, ein Titel, der Mozarts Geburtsjahr mit jenem des Bludenzer Komponisten verschränkt. Im Konzert für Flöte, Oboe und Orchester „…geraume Zeit…“ aus dem Montafon-Zyklus tritt Karl-Heinz Schütz als Solist auf. Der Soloflötist der Wiener Philharmoniker hat seine Ausbildung bei Eva Amsler am Vorarlberger Landeskonservatorium begonnen.

Um unerfüllte Liebe kreist der Abend am 19. November. Das Fauré Quartett, das sich im Studium in Karlsruhe fand und bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag steht, spielt Brahms’ c-Moll-Klavierquartett op. 60, in dem sich die Zuneigung des jungen Komponisten zu Clara Schumann niedergeschlagen hat. Mit der Sopranistin Annette Dasch folgen Lieder von Gustav Mahler und Richard Wagners Wesendonck-Lieder, beide in Bearbeitungen für Gesang und Klavierquartett. Dasch sang an der Scala, in Bayreuth, an der Met und bei den Salzburger Festspielen und holt mit ihrem „DaschSalon“ die Klassik gern aus dem Konzertsaal.

Nach dem umjubelten Gastspiel im Vorjahr kehrt am 27. Jänner das Kammerorchester Basel zurück, diesmal mit Kristian Bezuidenhout, der vom Hammerklavier aus leitet. Der Spezialist für historische Aufführungspraxis spielt Mozarts d-Moll-Konzert KV 466 und die c-Moll-Fantasie KV 475. Ihnen gegenüber stehen die Ouvertüre zur Oper „Olympie“ und die c-Moll-Sinfonie von Joseph Martin Kraus. Der „schwedische Mozart“ kam 1756 im fränkischen Miltenberg zur Welt, im selben Jahr wie sein Salzburger Zeitgenosse, und machte am Stockholmer Hof Gustavs III. Karriere.
Wiener und Berliner Philharmoniker
Erstmals in Vorarlberg zu erleben sind am 19. März die Philharmonix. Das Ensemble entstand 2007 während einer Japan-Tournee der Wiener Philharmoniker und vereint Mitglieder der Wiener und der Berliner Philharmoniker mit dem Pianisten Christoph Traxler. Ein festes Programm gibt es nicht: Gespielt wird, worauf die Musiker an diesem Abend Lust haben, ob Ravel, Strauss und Beethoven oder Filmmusik von „Titanic“ bis „Star Trek“.

Im Rahmen des Bodenseefestivals gastiert am 26. April das Swedish Chamber Orchestra mit seinem Chefdirigenten Martin Fröst, einem der weltweit gefragtesten Klarinettisten. Beethovens Siebenter Sinfonie stellt das Programm neue schwedische Musik gegenüber: Jacob Mühlrads „Helix“ aus dem Jahr 2025, Hans Eks „DNA Suite“ und die „Nomadic Dances“, die Fröst gemeinsam mit seinem Bruder Göran geschrieben hat.
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Den Schlusspunkt setzt am 19. Mai die österreichisch-rumänische Pianistin Maria Radutu. Unter dem Titel „Pianobox – Around the World in 80 Minutes“ führt sie selbst moderierend durch eine musikalische Weltreise von Enescu und Rachmaninoff über Takemitsu, Ginastera und Philip Glass bis zu Chopin, ergänzt um ein neues Werk des österreichischen Komponisten Christoph Cech. Alle Konzerte finden im Kulturhaus Dornbirn statt und beginnen um 19.30 Uhr, eine halbe Stunde vorher führt Bettina Barnay-Walser in das Programm ein.