“So kannst du nicht punkten”

Fünffachwechsel, vier Gegentore – Markus Mader vermisste in Hartberg die Basics.
Hartberg Wer wissen wollte, wie zufrieden Lustenaus Trainer Markus Mader mit dem Auftreten seiner Mannschaft war, musste sich die 69. Minute anschauen: Da wechselte Mader gleich fünf Mal. Einer der Ausgewechselten, Danilo Soares, musste verletzt runter. Über die anderen sagte Mader: “Wenn vier Spieler glauben, sie müssen sich ausruhen, können sie das draußen machen.” Zum Zeitpunkt des Fünffachwechsels hatte Lustenau bereits eine 2:1-Pausenführung aus der Hand gegeben, am Ende stand eine 3:4-Niederlage zu Buche.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Die Partie startete so, wie sie bleiben würde. Domenik Schierl fasste es gut zusammen: “Es war ein sehr wildes Spiel von uns.” Auf einen raschen Rückstand folgte der direkte Ausgleich durch Albin Gashi, für ihn war es das erste Bundesligator. Dominik Weixelbraun brachte Lustenau vor der Pause sogar in Führung (43.). “Die drei Punkte wären am Tablett serviert gewesen. Wenn wir das gemacht hätten, was wir in der Halbzeit angesprochen haben – noch mehr gegen den Ball arbeiten, noch aggressiver stören, auf die Umschaltsituationen setzen – wäre das perfekt gewesen”, meinte Mader.
Die Gegenwehr blieb aus
Einzig, so Schierl: “Die zweite Halbzeit war fast noch wilder, wir haben gar nichts mehr auf den Platz gebracht. Wir sind hinten nur mehr geschwommen.” Innerhalb von nur fünf Minuten gab die Austria ihre Führung aus der Hand, bei beiden Gegentoren konnte Domenik Schierl erst abwehren, für den Abpraller fühlte sich jeweils kein Mitspieler zuständig. “Wir haben es ihnen zu leicht gemacht, da war null Gegenwehr mehr”, ärgerte sich Mader. Auch Weixelbraun sagte: “Es ist ärgerlich, dass wir uns in kurzer Zeit so aufgegeben haben. Jeder Konter war eine Torchance. Das darf und wird uns auf keinen Fall nochmal passieren, sonst schaut es die nächsten Wochen schlecht aus.” Er habe die Basics vermisst, so Mader. “So kannst du in der Liga nicht punkten.”

Vor allem mit den vielen vertikalen Pässen – Hartberg legte sein Offensivspiel komplett darauf aus – hatte Lustenau Probleme. Das zeigte sich in den Anfangsminuten, als die Austria nachlief, und nach der Pause wieder. “Die Bälle können sie nur spielen, weil wir null Druck draufgebracht haben”, so Schierl. Wenn man diese Pässe zulasse, sei Hartberg eben effizient, wusste Weixelbraun. Und weil die Oststeirer mit Marco Hoffmann ebenfalls einen überragend aufgelegten Stürmer hatten, konnte sich Lustenau noch weniger erlauben. Schlussendlich traf Hoffmann drei Mal, beim vierten Tor war er in der unmittelbaren Entstehung eingebunden.

In der Schlussphase hätte Hartberg das Ergebnis noch deutlicher gestalten können, Joker Alieu Conateh hatte für Lustenau zwei super Möglichkeiten am Fuß – traf aber jeweils nicht. Das zweite Weixelbraun-Tor (90./+3) kam zu spät. Schierl fasste zusammen: “Im Endeffekt haben wir uns keine Punkte verdient. Das war kein guter Auftritt von uns.”