Dämpfer am Kilbi-Sonntag: Austria verliert in Hartberg

Sport / 11.10.2026 • 16:20 Uhr
Dämpfer am Kilbi-Sonntag: Austria verliert in Hartberg
Marco Hoffmann war gefährlichster Hartberger am Platz – und bei allen Toren beteiligt. APA

Die Lustenau Austria gibt das Spiel gegen die Oststeirer nach der Pause komplett aus der Hand.

Hartberg Der Kilbi-Sonntag ist eines der Lustenauer Highlights im Jahr – rund 30 Fans der Austria verpassten die Luschnouar Kilbi, weil sie ihrer Mannschaft ans andere Ende des Landes gefolgt waren. In Hartberg starteten die Grün-Weißen nach der Länderspielpause wieder in den Ligabetrieb – die Fans wurden für das Verpassen der Kilbi nicht entschädigt, es gab eine 3:4-Niederlage.

Trainer Markus Mader warnte bereits im Vorfeld vor dem Hartberger Pressing, forderte mehr Konsequenz im Offensivdrittel und stellte in den Raum, auch Plan B – “Beton anrühren” zu forcieren. auf zwei Ausnahmen durfte die gleiche Elf auf den Platz, wie bereits beim 2:0-Derbysieg gegen Altach. Der damals starke Fabian Gmeiner ersetzte aber Anilson, Albin Gashi spielte statt Sacha Delaye.

Hartbergs Spielanlage wurde noch in den Anfangsminuten mehr als deutlich, die Oststeirer versuchten wieder und wieder, den vertikalen Pass nach vorne zu spielen. Was ebenso deutlich wurde: Lustenau tat sich schwer damit. So viel bereits in der neunten Minute die Führung der Gäste, Angelo Gattermayer wurde in der Schnittstelle bedient, seinen Querpass musste Marco Hoffmann nur noch ins Tor drücken. Der frühe Rückstand hätte Lustenau schocken können – das tat er aber nicht. Genau elf Minuten waren gespielt, als Albin Gashi den Ball durch die Beine von Hartberg-Tormann Armin Pecsi zum 1:1 schoss. Zu einem großen Teil gehörte der Treffer aber auch Danilo Soares, der optimal vorlegte.

Dämpfer am Kilbi-Sonntag: Austria verliert in Hartberg
Lustenau konnte durch Albin Gashi rasch ausgleichen. APA

Es war ein durchaus gefälliges Spiel, und es blieb dabei: Wenn ein Team etwas gefährliches machte, legte das andere nach. Gashi verzog aus der Distanz (23.), Hartbergs Youba Diarra ebenfalls (27.). Lustenau blieb am Tormann hängen, nachdem Gashi und Antonio Verinac einen starken Doppelpass gespielt hatten (29.), im Gegenzug verpassten gleich zwei Hartberger einen Ball, der nur Zentimeter am Lustenauer Tor vorbeikullerte. Eine Hereingabe von Hartbergs Diarra fand keinen Abnehmer (34.), Lord Afrifa haute den Ball aus der Distanz über das Tor (35.). Nur einmal blieb die direkte Antwort aus. Minute 43, Afrifa versuchte es aus der Distanz, im Getümmel vor dem Tor legte Verinac ab, Dominik Weixelbraun verzögerte und schoss den Ball unter die Latte. Der Zeitpunkt war ideal, mit der 2:1-Führung gingen die Grün-Weißen in die Pause.

Hartberg dreht Spiel binnen fünf Minuten

Aus dieser kam Hartberg dominanter heraus. Und wieder traf Marco Hoffmann für den TSV – einen Schuss von Diarra konnte Domenik Schierl noch stark parieren, den Nachschuss schweißte Hoffmann dann zum Ausgleich ins Kreuzeck (55.). Hartberg besann sich auf das, was schon in der ersten Hälfte klappte – die vertikalen Bälle – und wurde belohnt. Ein scharfes Zuspiel in die Tiefe für Hoffmann konnte Schierl zwar per Grätsche stoppen – der Ball landete aber im Zentrum bei Nikolaus Feldhofer. Und der hatte aus 30 Metern das leere Tor vor sich, 3:2 (60.). Hartberg hatte Spielfreude entwickelt, Lustenau schaute zu. Mader reichte es, er wechselte in Minute 68 fünffach (!).

Dämpfer am Kilbi-Sonntag: Austria verliert in Hartberg
Hartberg jubelte binnen fünf Minuten zweimal, Lustenau war von der Rolle. APA

Die Maßnahme fruchtete nicht, der Zugriff fehlte weiterhin. Hoffmann vergab die Vorentscheidung (74.) aber ebenso wie Oliver Lukic (80.). Lustenaus Alieu Conateh – einer der fünf Neuen – hatte auf der Gegenseite sogar die Chance auf den Ausgleich, im Eins-gegen-Eins war aber Tormann Pecsi der Sieger (82.)., sechs Minuten später wiederholte sich die Szene. Mit dem dritten Tor von Hoffmann – der 22-Jährige war bei allen Toren beteiligt – war die Partie gelaufen. Weixelbraun erzielte zwar noch seinen sechsten Saisontreffer, für eine Aufholjagd kam der Treffer in der dritten Minute der Nachspielzeit aber zu spät.

Durch die 3:4-Niederlage erfährt Lustenau nach dem Derby-Hoch vor der Länderspielpause wieder einen kleinen Dämpfer. Hartberg bleibt weiter kein guter Untergrund für die Grün-Weißen: In der Bundesliga-Historie gab es dort noch nie einen Sieg.

ADMIRAL Bundesliga, 8. Spieltag

TSV Hartberg – SC Austria Lustenau 4:3 (1:2)

Hartberg, Profertil Arena; 3.047 Zuschauer; SR Markus Greinecker

Torfolge: 9. 1:0 Marco Hoffmann, 11. 1:1 Albin Gashi, 43. 1:2 Dominik Weixelbraun, 55. 2:2 Marco Hoffmann, 60. 3:2 Nikolaus Feldhofer, 86. 4:2 Marco Hoffmann, 90./+3 4:3 Dominik Weixelbraun

Gelbe Karten: 72. Grabher

TSV Hartberg (4-2-2): Pecsi – Dalpiaz, Komposch, Schopp, Pfeifer (70. Coulibaly) – Drew (88. Spendlhofer), Markuš (59. Kainz), Diarra, Feldhofer (70. Lukic) – Gattermayer (59. Radulovic), Hoffmann

SC Austria Lustenau (4-3-3): Schierl – Gmeiner, Voisine, Pertlwieser, Soares (69. Anilson) – Kacuri, Afrifa (69. Conateh), Gashi (69. Maak) – Weixelbraun, Verinac (59. Jastremski), Diarra (69. Grabher)