Nach wochenlanger Suche: Vorarlberger Imker spüren erste Nester der Asiatischen Hornisse auf

Mit Hightech auf der Suche nach den invasiven Insekten. Erster erfolgreicher Einsatz mit Sendern in Dornbirn.
Dornbirn Die Erleichterung ist Martin Alfare (63) anzumerken. Wochenlang haben er und andere Imker in Vorarlberg nach Nestern der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) gesucht. Nun sind sie endlich fündig geworden. „Wir haben schon daran gezweifelt, dass wir alles richtig machen“, blickt Alfare zurück.

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Martin Alfare ist Vespa-velutina-Koordinator beim Vorarlberger Imkerverband. In den vergangenen Wochen wurden bereits mehrere Exemplare der invasiven Hornissenart eingefangen, markiert, beobachtet und mit winzigen Sendern ausgestattet. Auch eine Drohne mit Wärmebildkamera war im Einsatz. Doch ein Nest konnte dabei nicht entdeckt werden. Am Dienstag wurde schließlich der deutsche Lieferant des Senders nach Vorarlberg bestellt. „Der hat uns in allem, was wir gemacht haben, bestätigt. Aber es hängt offensichtlich damit zusammen, welche Hornisse man aussucht. Manche, die schon länger geflogen sind, sind schon etwas in Mitleidenschaft gezogen. Wir haben nun welche genommen, die tipptopp beisammen waren“, erzählt Martin Alfare.

Innerhalb weniger Stunden spürten die Imker in Dornbirn gleich zwei große Nester auf – eines auf einer Tanne in einem Wald in Wallenmahd, ein anderes in Kehlegg. „Das Nest in Kehlegg war eigentlich dort, wo wir es vorher schon vermutet haben. Wir haben es einfach nicht gesehen. Auch wenn du weißt, wo es ist, siehst du es kaum“, schildert der Vespa-velutina-Koordinator.

Die Asiatische Hornisse jagt Honigbienen und Wildbienen und ist in der Lage, innerhalb kurzer Zeit ganze Völker auszulöschen. Weil sie sich außerdem von reifem Obst ernährt, kann sie auch in der Landwirtschaft erhebliche Schäden anrichten. Oberstes Ziel ist es, die Nester zu vernichten. Imker Philipp Bonadimann (46) ist froh, dass die Suche erfolgreich war. Er hat am 20. September die erste Asiatische Hornisse an seinem Bienenstock in Kehlegg bemerkt. „Ich habe die Bienen über eine Futterzarge gefüttert. Da die Futterzarge leicht undicht war, bin ich Klebeband holen gegangen. Als ich zurückgekommen bin, saß eine riesige Hornisse auf der Futterzarge und hat Zuckerwasser getrunken“, erinnert er sich.


Martin Alfare schätzt, dass in dem Nest in Kehlegg rund 2000 Tiere leben. Um zunächst die ungefähre Position des Nestes zu eruieren, wurden Tiere markiert, beobachtet und es wurde gemessen, wie lange sie brauchen, bis sie wieder zurückkehren. Anschließend kam ein Sender zum Einsatz. Bei der Suche wesentlich mitgeholfen haben auch Hanna (10) und Felix (7), die Kinder von Philipp Bonadimann. „Sie haben nach der Schule die Bienenkästen beaufsichtigt und geschaut, ob wieder Hornissen kommen und in welche Richtung sie fliegen. Dass das Nest gefunden wurde, hilft uns allen. Wir haben in Kehlegg eine enorme Bienendichte“, unterstreicht der Imker.

Die Nester werden nun von einem Schädlingsbekämpfer entfernt. „Das wird eine Herausforderung. In Kehlegg kann man nicht einmal richtig zufahren“, merkt Alfare an. Da die Funde zur weiteren Untersuchung in die inatura gebracht werden sollten, müssen sie abgenommen werden. „Wir müssen wissen, ob die Königin vorhanden ist und ob es bereits geschlechtsreife Jungköniginnen und Drohnen gibt. Die Königin könnte auch woanders weitermachen“, erläutert der Experte. Nach der Suche ist vor der Suche. Auch in Watzenegg, Dafins bzw. Laterns werden noch Nester vermutet. Martin Alfare appelliert an die Bevölkerung: „Es ist wichtig, dass die Menschen gerade jetzt besonders aufmerksam sind und bei der Sichtung einer solchen Hornisse nach Möglichkeit beobachten, in welche Richtung sie fliegt.“







Sichtungen von Asiatischen Hornissen sollten rasch gemeldet werden: Elisabeth Ritter, fachberatung@inatura.at, Tel. 0676 83306 4766.