Rankweil sucht Nutzung für marodes Haus

Das Grüne Forum drängt auf eine Sanierung und bringt Starterwohnungen ins Spiel.
Rankweil Ein Haus, das seit zwei Jahren auf eine neue Nutzung wartet, ein Kredit über 600.000 Euro und die Frage, wie sich leistbarer Wohnraum schaffen lässt: Das Jenny-Ammann-Haus in der Ringstraße 68 beschäftigt die Rankweiler Gemeindepolitik. Das Grüne Forum will das ortsbildprägende Gebäude erhalten und prüfen lassen, ob darin Starterwohnungen für junge Erwachsene entstehen können. Dafür soll nun ein konkretes Sanierungs- und Finanzierungskonzept ausgearbeitet werden.
Die Marktgemeinde hatte den Ankauf des Hauses auf einem 1158 Quadratmeter großen Grundstück am 24. September 2024 beschlossen. Dafür wurde ein Kredit über 600.000 Euro mit einer Laufzeit von 35 Jahren aufgenommen. Schon damals erhielt die Gemeinde den Auftrag, sich “umgehend” um eine Nutzung zu kümmern. Zwei Jahre später ist die Zukunft des Gebäudes weiterhin ungeklärt.

Dabei gibt der bauliche Zustand Anlass zur Sorge. Bei der Übergabe am 7. März 2025 wurde das Haus als unbewohnbar eingestuft. Wegen der Gefahr herabfallender Dachziegel mussten provisorische Sicherungsmaßnahmen beauftragt werden. Ein möglicher Abriss würde allerdings auch Fragen zum Ortsbild aufwerfen: Im Räumlichen Entwicklungsplan der Gemeinde ist das Gebäude ausdrücklich als erhaltungswürdig ausgewiesen.
Bei einer Besichtigung im Juli 2025 wurde festgehalten, dass der Erhalt grundsätzlich wünschenswert wäre, sofern eine Sanierung technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar ist. Eine fachliche Stellungnahme vom Oktober 2025 empfahl deshalb die Räumung des Gebäudes, eine vertiefte Untersuchung der Bausubstanz und die Festlegung einer künftigen Nutzung. Erst danach könne ein darauf abgestimmtes Sanierungskonzept entwickelt werden.

Für das Grüne Forum ist weiteres Zuwarten keine Lösung. Die Fraktion beantragte deshalb für die Gemeindevertretungssitzung am 6. Oktober 2026 einen eigenen Tagesordnungspunkt zur Zukunft des Hauses. Sie sieht Gefahr in Verzug und warnt davor, dass ohne rasche Entscheidungen weitere Schäden entstehen könnten.
Fraktionsobmann Christoph Metzler verweist auf mögliche Fördermittel des Landes Vorarlberg. Nach seinen Angaben könnten im Rahmen der Wohnbauförderung pro Wohnung Darlehen von 120.000 Euro mit einem Zinssatz von 0,5 Prozent und einer Laufzeit von 35 Jahren zur Verfügung stehen. Aus seiner Sicht könnte damit eine vergleichsweise günstige Finanzierung der Sanierung möglich werden.

Metzler drängt angesichts des bereits aufgenommenen Kredits auf eine Entscheidung über die weitere Vorgangsweise. Neben den Kosten müsse auch geklärt werden, welche Teile des Gebäudes erhalten werden können und wie eine künftige Nutzung konkret aussehen könnte.
Der Vorstoß ist zugleich Teil einer größeren Wohnraumdebatte. Nach Angaben des Grünen Forums ziehen jährlich rund 400 Menschen zwischen 20 und 40 Jahren innerhalb Rankweils um. Viele von ihnen suchen leistbare Wohnungen. Das Jenny-Ammann-Haus könnte nach Vorstellung der Fraktion einen Beitrag dazu leisten. VN-TK
