Einen “Raum für Geburt” schaffen

VN / 18.10.2026 • 10:00 Uhr
Nina Flatz
Die Zeit ist reif für die Umsetzung, sind Nina Flatz und viele andere überzeugt. Flatz

Nina Flatz unterstützt mit Förderverein die Realisierung eines besonderen Projekts.

Nüziders „Ich mache es für die Frauen, die nach mir kommen“, fasst Nina Flatz (34) ihr Engagement im Förderverein „Raum für Geburt“ kurz und bündig zusammen. Die dreifache Mutter aus Nüziders ist Obfrau des im September gegründeten Vereins, der die IG Geburtskultur a-z bei der Umsetzung hebammengeleiteter Geburtsräume unterstützt. Ein Baugrundstück am Blasenberg in Feldkirch gibt es. Was noch fehlt ist Geld. Die benötigten rund zwei Millionen Euro sollen durch Mitgliedschaften, Spenden, Sponsoring und eine gemeinnützige Stiftung aufgebracht werden. Am kommenden Mittwoch, 21. Oktober 2026, lädt der Förderverein ab 18.30 Uhr zur Auftaktveranstaltung ins Frauenmuseum nach Hittisau. „Es sollen sich alle, die wollen, an diesem Zukunftsprojekt für die Generationen von morgen aktiv beteiligen können“, hofft Nina Flatz auf regen Zuspruch. „Wir haben auch schon 40 Mitglieder. Es dürfen aber gerne mehr sein“, fügt sie augenzwinkernd an. Geboten werden Einzel- und Familienmitgliedschaften.

Nina Flatz
Nina Flatz auf dem Grundstück am Blasenberg, wo das Projekt eine Heimat finden soll. Flatz

In greifbare Nähe gerückt

Seit fünf Jahren bemüht sich die IG Geburtskultur a-z um die Realisierung eines außerklinischen Geburtshauses. Lange ohne vorzeigbaren Erfolg. Schließlich stellten die Kreuzschwerstern am Feldkircher Blasenberg ein Grundstück im Baurecht zur Verfügung. Dort soll alsbald eine moderne Hebammenpraxis mit integrierter Geburtsmöglichkeit entstehen. Nina Flatz freut sich, daran mitwirken zu können. „Ich konnte meine drei Kinder noch in einem kleinen Spital, nämlich in Bludenz, zur Welt bringen“, erzählt die Yogalehrerin. Die Schließung der Geburtenstation schmerzte nicht nur sie. In ihren Schwangerschafts-Yoga-Kursen traf Flatz immer wieder auf verunsicherte Frauen. „Als ich vom Projekt der IG Geburtskultur erfuhr, habe ich sofort angerufen und angeboten, wenn ich irgendetwas tun kann, bin ich dabei“, schildert Nina Flatz ihre erste Begegnung mit dem Vorhaben, das nun in greifbare Nähe rückt.

Nina Flatz
Sechs Yoga-Kurse führt Nina Flatz pro Woche durch, darunter ist auch Schwangeren-Yoga und Mama-Baby-Yoga. Flatz

Die Konzeption liegt in den Händen der Architektinnen Anka Dür, die auch Hebamme ist, sowie Monja Krötz. „Es ist ein großartiges Konzept“, schwärmt Nina Flatz. So werden beim Bau vornehmlich natürliche Materialien wie etwa Lehm zu Einsatz kommen. Ein begehbarer Lehmkörper auf der Wiese neben dem Frauenmuseum soll den Einfluss von Raum und Atmosphäre auf den Geburtsprozess bei der Auftaktveranstaltung sinnlich erfahrbar machen. Für Flatz ist wichtig, dass gesunde Schwangere neben Spitals- und Hausgeburt in absehbarer Zukunft eine weitere Wahlfreiheit erhalten.

Nina Flatz
Auch musikalisch hat Nina Flatz so ihre Talente. Flatz

Begegnung mit Menschen

Bei ihrem ehrenamtlichen und beruflichen Engagement kann die gelernte Bürokauffrau auf die Unterstützung der Familie zählen. „Ohne die ginge vieles nicht“, weiß Nina Flatz. Zum Yoga kam sie über ihre Schwiegermutter, die damals schon Yoga lehrte. Also absolvierte sie neben dem Bürojob eine vierjährige Ausbildung. Schließlich war eine Entscheidung gefordert: Büro oder Yogakurse. „Ich habe gemerkt, dass mich die Begegnung mit Menschen doch mehr erfüllt“, begründet Nina ihre Hinwendung zum Yoga. Der Schritt in die Selbständigkeit wurde von der Pandemie begleitet, aber: „Ich habe mich durchgekämpft.“ Jetzt hat die begeisterte Chorsängerin den „Raum für Geburt“ im Fokus.

Nina Flatz
Nina Flatz lebt für Familie, Beruf und ehrenamtliches Engagement.Flatz

Zur Person

Nina Flatz
Alter 34

Ausbildung Bürokauffrau, Kamerafrau, Yoga-Lehrerin, zertifizierte Beckenboden-Therapeutin

Familienstand verheiratet, drei Kinder (8, 5 und 2 Jahre)

Hobbys Yoga, Lesen, Chorgemeinschaft Cantemus Bürserberg (Aufführungen von Laudato Si am Samstag, 7. November 2026, 19.30 Uhr, Pfarrkirche Bürserberg, Sonntag, 8. November 2026, 18 Uhr, Pfarrkirche Fußach)