Direkt zu “kostbaren” Lebensmitteln

Wenn Personen selbstorganisiert Bioprodukte direkt beziehen, steckt Foodcoop dahinter.
Feldkirch er Bioprodukte direkt von regionalen Erzeugern beziehen möchte, findet in Lebensmittelkooperativen, sogenannten Foodcoops, eine Alternative zum herkömmlichen Handel. In Rankweil trägt diese Initiative den Namen KOST.bar. Am vergangenen Freitag trafen sich die Mitglieder im alten Gasthaus Rössle zu ihrem monatlichen Markt.

Dass dieser Zusammenschluss von Privatpersonen, die transparente Lebensmittelproduktion und Nahversorgung schätzen, auch zusammen Spaß haben kann, zeigte sich beim letzten Treff in Rankweil. Josef Gojo begrüßte an diesem Abend 35 (von 45) Vereinsmitglieder.


Neuen Anbietern wurde Raum gegeben, sich vorzustellen. Sebastian Geiger stellte Blumen Kopf aus Frastanz vor. Als zweiter Betrieb in Österreich bietet er biozertifizierte Schnittblumen an, alle in Handarbeit und im Kreislauf erwirtschaftet. “Blumen sind Nahrung für die Seele”, ist er überzeugt und lud alle ein, vorbeizukommen. Dafür, dass er den Betrieb verkleinert hat, damit sich der Boden wieder regenerieren kann, erhielt er Lob.


Den zweiten neuen Anbieter stellte Sonja Ehrne aus Gisingen vor. Ihr Hof begann 2010 mit der Produktion von Gerste. “Gerste könnte unser Reis werden. Damit würden wir bei uns bleiben und müssten nicht aus China einführen.” Sie fragte, ob es wichtig sei, dass sogar der Boden vegan ist, und erklärte: “Keine Tierprodukte gelangen in den Boden und Nutztiere werden nicht ausgenutzt.” Stattdessen setze man auf Flächenkompostierung und Mikroorganismen. Ihre Produkte gibt es nicht im Handel, nur im eigenen Laden. Nun möchte sie Zugang zu Foodcoop finden.

Andere Betriebe sind schon vertreten, so z. B. Backkultur. Als “Paten” fungieren seit Kurzem Vanessa Morscher und Michael Furxer. Da sie Produkte mit besonderer Qualität von nahen Produzenten suchten, wurden sie Vereinsmitglieder und kümmern sich aktuell um die Bestellungen und den Verkauf für Backkultur.

Martina Harrer war für Frimahof da und bediente die Gemüsebestellungen aus dem Kreis der Mitglieder. Auch sie schätzt Direktvertrieb ohne Zwischenhändler, der Wege und Verpackung einspart.
“Ernährungssouveränität ist wichtig”, sagt sie. Da es Foodcoop in ganz Europa gibt, ist auch der direkte Zugang, z. B. zu Ölen, Zitronen und Oliven in Bioqualität aus dem Süden Europas, möglich. Davon schwärmt auch Walter Reutz, der die Gruppe Metzger Tobel Alpkäse vertritt und gleichzeitig für die vernetzte Verteilung von Produkten aus Sizilien oder Ligurien zuständig ist. “Alles, was es bei uns nicht gibt, kann beschafft werden.”

Auch die bestellten Produkte der Firma Hanfland aus Niederösterreich konnten abgeholt werden. Lukas Feuerstein hat diese Aufgabe übernommen. Selbst qualitativ hochwertige Reinigungsmittel waren im Angebot. Anita Hilbig war anstelle ihrer Schwester dabei, um Uni Sapon mit dem Ökostempel Eco Cert zu repräsentieren.
Nach so viel Engagement für ein gesundes Leben saß man gerne noch bei einem Imbiss zusammen, als es draußen schon dunkel wurde. GIS
