Musikalische Weltreise mit dem Trio Hupsala

Wälder-steirisches Trio überraschte mit vielfältigen Klängen und Humor.
Andelsbuch Mit einer außergewöhnlichen Mischung aus alpenländischer Volksmusik, Balkanrhythmen und irischen Klängen begeisterte das Trio Hupsala das Publikum im Bahnhof Andelsbuch. Nach der Begrüßung durch Obfrau Sandra Pöltl entführten die drei Musiker ihre Zuhörer auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise. Dabei verbanden sie Jodelgesang und traditionelle Instrumente mit ungewöhnlichen Rhythmen und spürbarer Spielfreude.

Johannes Bär, vielen noch vom Holstuonarmusigbigbandclub bekannt, erwies sich einmal mehr als musikalischer Tausendsassa. Tuba, Tornistertuba, Trompete und verschiedene Rhythmusinstrumente samt Beatboxing kamen zum Einsatz. Claudia Schwab und Vinzenz Härtel aus der Steiermark brachten ihre eigenen musikalischen Einflüsse und eine beeindruckende instrumentale Vielfalt ein.

Irische Einflüsse
Claudia Schwab wechselte virtuos zwischen Geige, Gesang und Trompete. Sie lebt seit rund 20 Jahren in Irland, und das hört man: Mühelos schlug ihre Geige den Bogen von alpenländischen Melodien zu irisch geprägten Klangwelten. Einen Großteil der gespielten Stücke hatte sie selbst komponiert.

Auch die Verbindung zu Hubert von Goisern ist Teil der musikalischen Geschichte des Trios. Claudia Schwab erhielt von ihm vor einigen Jahren einen Förderpreis, zudem stand das Trio bereits gemeinsam mit ihm auf der Bühne. Mit von Goiserns Lied “Fia Di” fand diese Verbindung auch musikalisch ihren Platz im Programm.

Vinzenz Härtel, der aus einer Musikerfamilie stammt, ist der Bruder des Bassisten und Jodlers Matthias Härtel. Vinzenz selbst steuerte Flügelhorn, Steirische Harmonika, Kontrabass und Gesang bei. Für einen besonderen Überraschungsmoment sorgte ein vermeintliches Flötensolo, das sich bei genauerem Hinhören als gepfiffen entpuppte. Ein ungewöhnlicher Einfall, der die Experimentierfreude des Trios treffend unterstrich.

Vielseitiger Stilmix
Schon die Titelauswahl zeigte, wohin die musikalische Reise ging: “7/8”, “Stray Birds” und “Jodlfunk” trafen auf “Sri Lanka”. In “Sri Lanka” erzählte Claudia von ihren Reiseerlebnissen – untermalt von einem Reggae-Feeling und Textzeilen wie “Wo fong i a, wo kumm i hie do”. Mit “Jodler Da WallFaarter”, “Wiaschtlparty” und “FiddleTrio” blieb das Programm abwechslungsreich und vielschichtig. Mal dominierten vertrackte Rhythmen und groovige Passagen, dann wieder feine Geigenlinien und zarte, beinahe schwebende Klänge.

In den Stücken waren immer wieder bekannte Melodien wie “Pippi Langstrumpf” und “Pretty Woman” herauszuhören. Claudia machte daraus mit “Pretty Human” eine augenzwinkernde, gendergerechte Variante. Dass neben aller musikalischen Raffinesse auch der Humor nicht zu kurz kam, zeigte Vinzenz Härtel mit der Bemerkung: “Wenn die Vorarlberger gendern würden, könnte man sie noch schlechter verstehen.”

Das Publikum blieb keineswegs nur in der Zuhörerrolle. Immer wieder wurde zum Mitsingen eingeladen, sodass sich die Grenze zwischen Bühne und Publikum auflöste. Zum Schluss griffen alle drei Musiker zur Trompete und setzten gemeinsam einen markanten musikalischen Schlusspunkt. Roland aus Andelsbuch brachte das Konzert mit einem Wort auf den Punkt: “Wundrbaar”.

