Die Pfarrkirche St. Anna in Wald am Arlberg

VN / 21.10.2026 • 11:19 Uhr
Viele Menschen aus Wald halfen beim Abbruch der alten Kirche mit.
Viele Menschen aus Wald halfen beim Abbruch der alten Kirche mit. Museumsverein Klostertal

Architekt Willibald Braun plante den Neubau der Kirche.

Dalaas. In Wald bei Dalaas (der Ortsname bis 1927) entstand 1728 eine der hl. Mutter Anna geweihte Kirche. Schon im 15. Jahrhundert hatte im Bereich der Parzelle Radona eine Annakapelle bestanden. Aufgrund des langen Kirchgangs nach Dalaas bemühten sich die Bewohner des Ortes um einen eigenen Geistlichen. 1737 wurde dem Ansuchen durch den Bischof von Chur schließlich stattgegeben. Die Zunahme der Bevölkerungszahl führte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu Überlegungen über eine Erweiterung der bestehenden Kuratiekirche. Nach dem Bau des Spullerseekraftwerks wuchs Wald am Arlberg weiter an, weshalb sich Kurat Josef Fiel (ab 1941 Pfarrer von Wald) zu einem Neubau entschloss.

Bewohner halfen mit

Dieser wurde in wirtschaftlich schwierigen Zeiten während der Weltwirtschaftskrise ab 1930 begonnen. Die vom Architekten Willibald Braun geplante, ebenfalls der hl. Anna geweihte Kirche wurde nördlich der Straße errichtet. Im Laufe des Jahres 1931 erfolgte der Abriss der alten Kirche, die sich im Gelände des heutigen Friedhofs befand. Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes leisteten dabei, wie auch bei vielen anderen Arbeiten während des Kirchenbaus, Frondienste. Die neubarocke Kirche – etwas Moderneres wollte Braun der ländlichen Bevölkerung offenbar nicht zumuten – wurde am 16. Mai 1932 durch Weihbischof Sigismund Waitz geweiht. Ihr Inventar erhielt sie größtenteils aus der bestehenden Kirche, da Neuanschaffungen aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel nicht möglich waren.

Vorbereitung der Kirchweihe im Mai 1932
Vorbereitung der Kirchweihe im Mai 1932.Museumsverein Klostertal

Der aus Oberschwaben stammende Architekt Willibald Braun (geb. 1882 in Berkheim) eröffnete Anfang des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit Georg Natter ein Architekturbüro in Bregenz. Er wurde zu einem der produktivsten in Vorarlberg tätigen Architekten des 20. Jahrhunderts, der für zahlreiche öffentliche Bauten verantwortlich zeichnete. In der Region zählen etwa das heutige Bezirksgericht (ehemals Bezirkshauptmannschaft) und das Postgebäude in Bludenz dazu. Neben der Kirche in Wald plante Braun im sakralen Bereich unter anderem die Erlöserkirche in Lustenau und die Pfarrkirche St. Gebhard in Bregenz. Willibald Braun starb 1969 in Bregenz. CHT