Mader erklärt Hype für beendet: “Das geht mir auf den Keks”

Lustenaus Trainer ärgert sich nach dem Rapid-Spiel über fehlende Mentalität mancher Spieler.
Wien Zur 1:5-Niederlage von Austria Lustenau gegen den SK Rapid gehören zwei Wahrheiten. Die eine: Die Hütteldorfer in ihrer derzeitigen Form sind extrem gut. Markus Mader hatte beim 0:4 gegen den LASK den Gegner als Ferrari bezeichnet, während man selbst Golf fahre. Von Rapid sprach er als eine Lawine. Lustenau wurde in der Anfangsphase komplett von ihr begraben. Pius Grabher sagte, in Österreich selten gegen eine Mannschaft gespielt zu haben, die mit dem Ball eine so gute Spielanlage habe. Vor dem 1:0 durch Ercan Kara ließ Rapid den Ball von Minute 4:42 bis Minute 5:38 über den ganzen Platz laufen.
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Die ersten 25 Minuten seien herausragend gewesen, sagte Rapids Trainer Johannes Hoff Thorup: Man hätte mehr Tore erzielen können und sollen. Dabei lag Rapid nach acht Minuten mit zwei, in der Halbzeit mit drei Toren vorne, völlig verdient. “Gerade die erste Halbzeit waren wir in allen Belangen überfordert. Überfordert mit dem Gegner, überfordert mit der Stimmung. Da ist eine Wucht auf uns zugekommen, die haben wir heute nicht stoppen können”, so Grabher.

Die andere Wahrheit ist: Lustenau machte es insbesondere vor der Pause einfach schlecht. Das sprach Grabher genau so an. “Wir wissen, dass sie momentan die spielstärkste Mannschaft sind. Dann musst du ihnen auch mal wehtun, ihnen auf die Füße steigen, ihnen die Lust nehmen. Wenn du sie spielen lässt, kommt das heraus, was wir in der ersten Hälfte gezeigt haben.” Die habe man völlig verschlafen, ärgerte sich Mader. “Über die erste Halbzeit möchte ich den Mantel des Schweigens hüllen.”
Spielen reicht nicht, es braucht auch Kampf
Dabei wurde Mader dann doch sehr deutlich – nicht nur in der Halbzeitansprache, die laut geworden sei. “Irgendwann ist das Thema Hype fertig. Die Schere zwischen Hype und Leistung klafft mittlerweile so auseinander”, sagte er. Man könne nicht nur mit Ball brillieren wollen. “Du kannst einen spielstarken Gegner nicht so viele Ballstaffetten spielen lassen, ohne dass man mal dazwischenfährt”, so Mader. Konkret meinte er damit unter anderem die zentralen Mittelfeldspieler Lord Afrifa und Seydou Diarra. “Pius als 33-Jähriger opfert sich auf und haut rein. Und sie sind sich zu schön, in die Zweikämpfe reinzuradieren.” Dass manche seiner Spieler gehyped würden, und dann vor so einer Kulisse nicht bereit seien, alles zu geben, gehe ihm auf den Keks. Wer zu einem größeren Verein wechseln wolle, schaffe das mit so einem Zweikampfverhalten nicht.

Während man gegen den Ball Bereitschaft vermissen ließ, setzte man nach vorne den Spielplan nicht um. In der Analyse habe man beim Gegner Probleme bei scharfen Bällen in die Box ausgemacht, erklärte Mader. Nur: Lustenau spielte keine scharfen Bälle in die Box. Wiederholt brach man über die linke Seite durch, kippte dann aber ab und versuchte, hintenrum zu spielen. “Dann bist du selber schuld.” Auch Grabher kritisierte das, in Hälfte zwei habe man es besser gemacht. Generell war die Leistung nach der Pause besser. Die Tiefe wurde bespielt, aus einer solchen Situation entstand das 3:1 durch Haris Ismailcebioglu (60.). Da war das Momentum kurz bei der Austria, am Ende setzte es aber noch zwei Gegentore. Es hätten mehr werden können, Rapid traf zwei Mal die Latte.
In Summe sind es die erwartet schweren Wochen für die Austria. Gegen den LASK habe man nur verteidigt, gegen Rapid immerhin Chancen gehabt, sagte Grabher. Man müsse den richtigen Mix finden. “Schade, einfach nur schade”, fand Mader die Leistung vor der Pause. Er fragte sich: “Warum spielen wir nicht gleich so wie in der zweiten Halbzeit?”