Dreier-, Vierer- oder Fahrradkette

Austrias Suche just bei Tabellenführer Rapid nach dem Rezept für die Überraschung und stabiler Defensive.
Lustenau Es geht Schlag auf Schlag für die Grün-Weißen. Nach Champions-League-Teilnehmer LASK Linz bekommt es die Mannschaft von Cheftrainer Markus Mader am Samstag um 19:30 Uhr mit dem aktuell stärksten Team der Bundesliga, SK Rapid, zu tun.

Während die Hütteldorfer durch die Liga fliegen, rudern die Lustenauer hart gegen einen Absturz in Richtung Tabellenende. Noch steht die Austria auf Rang neun, der Abstand auf den Letzten Wolfsberg beträgt aber nur mickrige drei Zähler. Der wohl auffälligste Aspekt des aktuellen Trends bei der Austria lässt für das Spiel Erster gegen Letzter nichts Gutes verheißen: 19 Gegentreffer insgesamt, davon allein acht in den letzten beiden Spielen. Die Alarmglocken schrillen laut im Lager der Lustenauer.
Zuletzt gegen den LASK wollte Coach Mader mit einer Dreier- bzw. Fünferkette Beton anrühren. Dauerte nur 56 Minuten, bis jener schwer zu bröckeln begann und man zu Hause in eine 0:4-Schlappe lief. Wie man es nun im Allianz-Stadion in Hütteldorf angehen will, lässt der Coach offen. “Das werden wir kurzfristig entscheiden”, so Mader, dem das Auftreten der Mannschaft vor ausverkauftem Haus aber wichtiger erscheint, “weil es um die Energie auf dem Platz geht. Vielleicht hatten wir gegen den LASK etwas zu viel Respekt. Wenn wir eine Lehre aus diesem Spiel ziehen können, ist es jene, dass wir geschlossen mutiger auftreten müssen.”

Mut ist gefragt, doch ohne Organisation wird er wenig bringen. Die Frage, ob die Austria in Dreier- oder Viererkette aufläuft, ist in Anbetracht der Schwere des Gegners essenziell. Fakt ist: Rapid wird von Minute eins an Druck erzeugen. “Deshalb müssen wir sofort bereit sein, mit allem, was wir haben, dagegenzuhalten. Aber noch wichtiger: Selbst Nadelstiche im Spiel nach vorne setzen.”

Leichter gesagt als getan. Denn Rapid hat in dieser Saison schon gezeigt, wozu es imstande ist, wenn der Express zu rollen beginnt. Frag nach beim GAK, der 0:8 im Allianz-Stadion unterging.
Dünne Personaldecke
Keineswegs erleichternd für das Unterfangen der Lustenauer in Wien ist die Kadersituation. Denn mit Dion Kacuri (Achillessehne), Emmanuel Chukwu (Knöchel) und Sacha Delaye (Muskelfaserriss) fallen wichtige Spieler fix aus. Dazu laboriert Austrias bester Torschütze Dominik Weixelbraun an einer Oberschenkelverhärtung, zudem ist Außenverteidiger Anilson fraglich: Seine Frau ist hochschwanger.