Kleine Leute am großen Flügel

Klavierschülerinnen und -schüler der Musikschule Hard zeigten ihr neu gelerntes Können.
Hard Kaum hatte das Musikschuljahr begonnen (der Unterricht startete ab 21. September), wagten sich in der Harder Musikschule vergangenen Freitag schon neun Schülerinnen und ein Schüler auf die Klassenzimmer-Bühne und präsentierten vor Publikum ihre neu einstudierten Stücke: Ein Teil der Klavierklasse von Danaila Deleva hatte zu einem ersten Vorspielabend im diesjährigen Schuljahr geladen. “Das Vorspielen ist ein Teil des Lernprozesses, denn erst wenn man auf der Bühne steht, merkt man, ob man etwas kann oder nicht”, erklärte die Klavierlehrerin, warum Vorspielabende wichtig sind.

Breites Repertoire an Musikstücken
Die jüngsten Vortragenden waren gerade einmal sieben Jahre alt, wie etwa Mathilda, die erst seit rund fünf Wochen Klavierunterricht nimmt. Mit dem Kinderlied “Der tanzende Bär” wagte sie sich vor voll besetztem Klassenzimmer gleich als Erste an den Flügel. Bereits das zweite Jahr lernt Lilea Klavier. Auf die Frage, was ihr beim Klavierspielen am besten gefalle, antwortete sie prompt: “Dass es so schön klingt.” Ihre Mama Nataliya Schreiber sieht darin aber auch einen praktischen Nutzen: “Ich finde, ein Instrument zu lernen, ist wichtig für die geistige Entwicklung.”

Die siebenjährige Defne lernt ebenfalls bereits das zweite Jahr Klavier. Mit dem fröhlichen Lied “Chocolate Chip Cookies” von Catherine Rollin zeigte sie, was sie dieses Musikschuljahr bereits gelernt hatte. Ihre Mama Emel Sahin findet gut, dass die Kinder gefördert werden – und dass sie beim Lernen auch Freude haben. Ihre Tochter gehe sehr gerne zum Klavierunterricht, erzählte sie. Auch Filmmusik war beim Vorspielabend zu hören: Matteo – der einzige männliche Mitwirkende – gab ein Klavierstück aus dem Film “Die fabelhafte Welt der Amélie” zum Besten.

Nach Matteos Auftritt trug Lilli die “Ballade pour Adeline” vor – das ist die Klavierballade, durch die der französische Pianist Richard Clayderman international bekannt wurde. Weitere Vortragende am Freitag waren Christina, die zehnjährige Lara sowie deren achtjährige Schwester Annalena. Letztere spielte den ersten Satz der “Sonatine G-Dur” von Ludwig van Beethoven.

Den Abschluss des Abends gestaltete ein junges Klavierduo: Zwei Schwestern präsentierten vierhändig ein Stück des ungarischen Komponisten György Ligeti. In dem aus drei Sätzen bestehenden Musikstück zeigten die jungen Pianistinnen, wie tastensicher und aufeinander abgestimmt sie spielen können. Der dynamisch-schwungvolle dritte Satz des Stücks bildete schließlich das Finale des Vorspielabends.

Ob Anfängerin oder schon etwas Fortgeschrittenere, alle jungen Musikerinnen und der junge Musiker ernteten nach ihrem Auftritt großen Applaus für ihre Darbietungen. Auf die Frage, ob man ein besonderes Talent brauche, wenn man ein Instrument lernen möchte, antwortete die Klavier- und Orgellehrerin Danaila Deleva, die seit 2013 an der Musikschule Hard unterrichtet, mit einem klaren Nein. “Wenn man übt und fleißig ist, dann funktioniert alles”, sagte sie. SSU


