Neue Details zu 13-jährigem Intensivtäter: „Die Kinder hatten ein Messer im Rücken“

Ein Insider berichtet von weiteren Vorfällen und fordert eine Sonderregelung für Sonderfälle.
Dornbirn Der brutale Raubüberfall auf einen 72-jährigen Mann in Dornbirn hat die Diskussion um jugendliche Straftäter neu entfacht. Die Täter – ein 13-jähriger syrischer und ein 13-jähriger deutscher Staatsbürger – sind laut Polizei amtsbekannt. Allein im Jahr 2026 werden ihnen gemeinsam mehr als 300 Straftaten zugerechnet. Weil sie strafunmündig sind, können sie weder angeklagt noch verurteilt oder in Untersuchungshaft genommen werden.
„Wie oft muss so etwas passieren, bis endlich etwas unternommen wird? Wer übernimmt die Verantwortung für den entstandenen Schaden?“, fragt eine Betroffene, deren Familie innerhalb von wenigen Tagen gleich zweimal von den beiden Jugendlichen heimgesucht wurde. Bei einem der Vorfälle wurde ein Fahrzeug so schwer beschädigt, dass es Totalschaden erlitt. Die VN berichteten.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Bislang war lediglich bekannt, dass der Dornbirner und der Hörbranzer für zahlreiche Vermögens- und Gewaltdelikte, darunter Fahrraddiebstähle, Autoentwendungen, Einbrüche in Geschäfte, Trafiken, Kioske, Automaten oder Hofläden, verantwortlich sein sollen. Ein Kenner der Szene (*Name der Redaktion bekannt) schildert nun gegenüber den VN weitere schockierende Details. Über den 13-jährigen Dornbirner sagt er: „Es wird nicht mehr lange dauern, bis der einmal einen auf dem Gewissen hat.“ In den Sommerferien hätten sich Kinder seinetwegen teils nicht mehr getraut, ins Waldbad Enz zu fahren, weil der 13-Jährige sie dort abgepasst, vom Fahrrad geholt und ihre Rucksäcke ausgeräumt habe. „Er hat auch ein Messer dabei“, berichtet er. Wenn Erwachsene nachgefragt hätten („was sehr selten vorkommt“), habe er gelacht und die Situation heruntergespielt. „Die Kinder hatten währenddessen ein Messer von ihm im Rücken und spielten dann halt mit.“
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Der Insider ortet akuten Handlungsbedarf, eine generelle Senkung des Strafmündigkeitsalters hält er allerdings für den definitiv falschen Weg. „Der Großteil der Taten in Vorarlberg wird von acht Jugendlichen verursacht und das treibt die Zahl nach oben. Alle in einen Topf zu schmeißen, würde auf lange Sicht mehr Schaden nach sich ziehen“, erläutert er. Stattdessen fordert er eine Sonderregelung für Sonderfälle. „Es muss doch möglich sein zu sagen: Wenn diese Grenze überschritten ist, fahren wir etwas härter rein. Dann hat man auch mehr Spielraum“, ergänzt der Szenekundige. Projekte gebe es bereits, bislang fehle aber die rechtliche Grundlage, um mit solchen Kindern umzugehen. „Wenn sie sagen: ‚Ich gehe jetzt‘, dann gehen sie. Sie dürfen vom Betreuungspersonal nicht festgehalten werden“, führt der Mann aus.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Als Vorbild nennt er Einrichtungen in der Schweiz, in denen junge Intensivtäter bereits ab zehn Jahren aufgenommen würden. Je früher man eingreife, desto eher lasse sich noch etwas verändern, meint er. „Mit 14 Jahren ist es oft schon zu spät.“ Einen Jugendknast, von dem immer alle reden, gebe es in Land zudem nicht. “Es wird versucht, die Jugendlichen altersgemäß aufzuteilen. Aber wenn sie eine Stunde Hofgang haben, sind sie mit allen anderen zusammen. Unser Gefängnissystem ist nicht darauf ausgelegt, diese Jugendlichen aufzufangen und zu resozialisieren“, sagt er.