Wie gelingt Frieden?

Ökumenische Gespräche schlagen die Brücke vom privaten Frieden zum Frieden in der Welt.
Bregenz Die Ökumenischen Gespräche 2026 stellen die vielleicht drängendste Frage unserer Zeit: Wie geht Frieden? An drei Dienstagen stellen sich ein Theologe, eine Friedensforscherin und eine Expertin im sozialpädagogischen und -psychiatrischen Bereich der großen Ratlosigkeit einer Welt, die Krieg wieder als Normalität erfährt. Wer kann das ändern? Wer kennt den Ausweg? Drei Abende beleuchten Konflikte und zeigen Lösungswege.
Es scheint, als wäre die Welt ein Tollhaus: 2025 verzeichnete das Osloer Friedensforschungsinstitut 65 Konflikte unter Beteiligung staatlicher Akteure. Seit 1946 wurde nicht mehr so viel Krieg geführt auf der Welt.
Hatte man in Mitteleuropa Ende der 1990er-Jahre Krieg noch als “weit weg” empfunden, tobt er jetzt in der Ukraine. Ein Wettrüsten ohnegleichen hat begonnen. Und Österreich? Ist längst keine Insel der Seligen mehr. Die Gewalt kletterte laut Kriminalstatistik 2025 mit 88.133 Fällen auf ein 25-Jahres-Hoch. Die Ökumenischen Gespräche zeigen dennoch, dass Frieden mehr ist als eine Utopie.
Was sagt die Bibel?
Erster Abend theologisch: Den Auftakt macht Ralf Stoffers. Der Bregenzer Pfarrer ist derzeit Österreichs evangelischer Landessuperintendent. Er zeigt am 10. November anhand ausgewählter Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament, wie die Bibel Frieden versteht und welche Impulse sie für das persönliche und gesellschaftliche Leben gibt.
Zweiter Abend geopolitisch: Am 17. November tritt Stephanie Fenkart ans Mikrofon. Die gebürtige Hohenemserin ist Direktorin des International Institute for Peace in Wien. Sie reist in die Krisengebiete dieser Welt und arbeitet dort für Versöhnung und Dialog. Sie fragt: Was bedeutet Frieden unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts? Was können Europa und die internationale Gemeinschaft tatsächlich dazu beitragen? Ihre Antworten basieren auf ihrer täglichen Arbeit.
Belastete Alltage
Dritter Abend sozialpraktisch: Am 24. November wird die Geschäftsführerin des Instituts für Sozialdienste, Martina Gasser, Wege zu einem respektvollen Miteinander im privaten und sozialen Raum aufzeigen. In einer Zeit hoher Alltagsbelastung und gesellschaftlicher Spannungen wird die Frage nach dem gelingenden Zusammenleben immer drängender.
Factbox: Ökumenische Gespräche
Dienstag, 10. November 2026, 19:30 Uhr, “Frieden zwischen Utopie und Realität”, Landessuperintendent Pfr. Mag. Ralf Stoffers (Evangelische Pfarre Bregenz)
Dienstag, 17. November 2026, 19:30 Uhr, “Frieden in einer unfriedlichen Welt”, Mag.a Stephanie Fenkart MA (Director International Institute for Peace)
Dienstag, 24. November 2026, 19:30 Uhr, “Frieden fängt bei uns an”, Mag.a Dr.in Martina Gasser, MBA (Geschäftsführerin Institut für Sozialdienste)
Veranstalter: Evangelische Pfarrgemeinde Bregenz, Katholische Kirche Bregenz, Ökumenisches Bildungswerk Bregenz, Vorarlberger Nachrichten. Moderation Thomas Matt. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden willkommen.

