„Das ist noch nicht alles“: Lustenauerin begegnet sogar dem Krebs mit Humor

VN / 30.10.2026 • 11:27 Uhr
„Das ist noch nicht alles“: Lustenauerin begegnet sogar dem Krebs mit Humor
Rosmarie Bacher kann aufgrund eines Kehlkopfkrebses nicht mehr durch den Mund und die Nase atmen, also auch nicht mehr Kerzen ausblasen oder pfeifen.Roland Paulitsch

Wie Rosmarie Bacher es schafft, trotz schwerer Erkrankung mit Freude und Dankbarkeit auf das Leben zu blicken.

Hohenems/Lustenau „Ich bekam vor 30 Jahren Kehlkopfkrebs, vor fünf Jahren Darmkrebs, vor drei Jahren hatte ich zwei Metastasen auf der Lunge sowie einen Krebs auf der Lendenwirbelsäule und vor ein paar Monaten wurde der im Hals noch einmal diagnostiziert“, erzählt Rosmarie Bacher. Die 74-jährige Lustenauerin lag bis Donnerstag noch auf der Palliativstation in Hohenems. Besonders auffällig ist ihre positive Haltung – auch gegenüber Schmerz und Tod.

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Rosmarie Bacher war bis vor Kurzem noch auf der Palliativstation.Roland Paulitsch

Mit Humor und Zuversicht

„Wegen des Kehlkopfkrebses wurden mir beide Stimmbänder entfernt und die Luftröhre abgeschnitten und nach außen verlegt“, schildert Bacher. Sie kann also nicht mehr durch Mund oder Nase atmen, sondern ausschließlich durch ein Loch im Hals, das sogenannte Stoma. Anstatt eine Kanüle einzusetzen, deckt sie es lediglich mit einem Tuch ab. Seither kann sie nur noch durch „Pseudoflüstern“ kommunizieren. „Aber das ist nicht schlimm, das ist schon ganz normal für mich“, beschwichtigt sie.

Nach ihrer Operation vor 30 Jahren habe sie eine Selbsthilfegruppe für „Kehlkopflose und Halsatmer“ gegründet. „Wir waren 13 Personen. Bis auf mich sind heute schon alle verstorben“, sagt die zweifache Mutter. „Und ich werde noch länger leben. Das ist noch nicht alles“, fügt sie lachend hinzu.

„Das ist noch nicht alles“: Lustenauerin begegnet sogar dem Krebs mit Humor
Rosmarie Bacher ist ein sehr humorvoller Mensch.Roland Paulitsch

Sie ist sich sicher, dass ihre Widerstandskraft mit ihrer positiven Einstellung zu tun hat. „Diese bekommt man von daheim mit – ich hatte die besten Eltern der Welt.“ Die Liebe und der Zusammenhalt in der Familie seien essenziell. Genauso wie ihr Humor, das viele Lachen und trotz der Umstände: Dankbarkeit. „Es kann gar nicht so schlecht sein, als dass es nicht auch für etwas gut wäre“, ist die Einstellung, die sie von ihrer Mutter übernommen hat.

Leben statt Tod

Bachers vergangene zwei Monate waren von Krankenhausaufenthalten und Chemotherapie geprägt. Zuletzt verbrachte sie eine Woche auf der Palliativstation. „Hier geht es darum, die Lebensqualität von unheilbar kranken Personen zu steigern“, sagt Pflegestationsleiterin Andrea Moosbrugger (34) aus Bregenz. „Sie sollen hier Kräfte tanken können.“ Circa ein Drittel versterbe hier, während zwei Drittel wieder entlassen würden.

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Pflegestationsleiterin Andrea Moosbrugger beschreibt Rosmarie Bacher als sehr willensstark.Roland Paulitsch

„Hier geht es nicht ums Sterben und den Tod, sondern darum, besser weiterleben zu können“, meint Bacher, den Fokus wieder gänzlich auf das Positive richtend. Obwohl sie von der Palliativstation in Hohenems und deren Personal sehr begeistert ist, freute sie sich schon sehr aufs Nachhausekommen. „Dort werde ich gepflegt, weil ich aktuell sehr eingeschränkt bin“, sagt sie. Welche Tätigkeiten sie aktuell noch selbst gut verrichten könne? „Reden“, antwortet sie flüsternd und lacht.

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Rosmarie Bacher ist von der Palliativstation in Hohenems und deren Personal sehr begeistert.Roland Paulitsch

Verstorbener gedenken

Obwohl Bacher normalerweise nicht an Negatives wie den Tod denkt, sind ihr Allerheiligen und Allerseelen wichtig. Ein Friedhofsgang wird ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein. Aber sie werde am Sonntag und Montag eine Kerze für ihre verstorbenen Eltern anzünden. Wobei für Bacher auch hier weniger die Trauer im Fokus steht als vielmehr die Liebe und das schöne vergangene Leben mit ihnen.

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