Mehr als nur ein amerikanischer Brauch: Kürbisschnitzen zwischen Moa und Halloween

Gratis-Kürbisgestaltung in Bregenz und warum die Tradition auch viel mit Vorarlberg zu tun hat.
Bregenz Am Freitag schnitzten viele Kinder am Kornmarktplatz in Bregenz Kürbisse. „Wir sind von Hohenems extra dafür hierhergekommen“, sagt der 13-jährige Kilian Heß. Das kostenlose Halloween-Kürbisschnitzen ist eine Premiere des Vorarlberger Familienverbandes. „Manche sehen in Halloween nur einen unnötigen amerikanischen Trend, aber uns geht es um mehr als das“, schildert Obmann Guntram Bechtold (43).


Begeisterte Kinder
Kilian Heß machte das Schnitzen viel Spaß. Er plant, seinen fertigen Kürbis mit einer Kerze vor die Haustüre zu stellen. „Halloween ist eines meiner Lieblingsfeste“, betont er. Der Hohenemser liebt es, in der Nacht mit Freunden herumzulaufen und Süßigkeiten zu sammeln. Außerdem hat er es gern, erschreckt zu werden. „Davon bekommt man einen richtigen Adrenalinschub. Aber mir macht es auch Spaß, andere zu erschrecken“, meint er schmunzelnd.

Auch Familie Wiesbauer war beim Kürbisschnitzen in Bregenz dabei. Es war nicht die erste Halloween-Veranstaltung für sie diese Woche. „Meinem Mann und mir ist diese Tradition grundsätzlich nicht wichtig. Wir machen es für unsere Kinder, denn sie haben viel Spaß dabei“, erklärt Claudia Wiesbauer (44). Den Eltern aus Hard geht es vor allem um die gemeinsame Zeit mit der Familie.

Halloween und Moa
Für Guntram Bechtold steht beim Halloween-Kürbisschnitzen ebenfalls der Spaß der Kinder im Vordergrund. „Die Menschen sollen wieder Freude am Leben haben. Denn die Welt ist eigentlich schön“, sagt der Dornbirner. Auch das Fördern der Kreativität hält er für wichtig. Die freiwilligen Spenden, die bei der Aktion zusammenkommen, sollen armen Familien zugutekommen.


Bechtold selbst ist nicht mit Halloween, sondern mit dem regionalen Brauch Moa aufgewachsen. „Da schnitzten wir auch Kürbisse“, erklärt er. Gemeinsam mit seinen Freunden fuhr er die fertigen Kürbisse im Leiterwagen durch die Nachbarschaft. Dafür erhielten sie ebenfalls Süßigkeiten. „Jedoch verkleidete man sich dabei nicht.“ Außerdem pflegte er diese Tradition an beliebigen Tagen im Oktober – anders als Halloween, das stets am 31. Oktober gefeiert wird.

In Bechtolds Nachbarschaft werde der regionale Brauch weiterhin gepflegt. Er habe sich allerdings mit Halloween-Traditionen vermischt. „Bei uns gehen die Kinder noch immer mit dem Leiterwagen von Haus zu Haus, aber verkleidet“, sagt er.