Big Band Egg setzt auf Frauen-Power

VN / 02.11.2026 • 09:50 Uhr
Am 12. Dezember ist die Egg Big Band mit ihrem Programm „Esperanza“ in der Harder Kammgarn zu Gast.
Am 12. Dezember ist die Egg Big Band mit ihrem Programm “Esperanza” in der Harder Kammgarn zu Gast. EGG BIG BAND

Bei Esperanza spielt das traditionsreiche Ensemble ausschließlich Werke von Komponistinnen.

Bezau Mit zwei speziellen Konzerten wartet die Big Band Egg auf: Unter dem Titel “Esperanza” spielen drei Musikerinnen und 17 Musiker am 7. November, 20 Uhr, im Egger Löwensaal und am 12. Dezember, 20:30 Uhr, in der Harder Kammgarn Konzerte, für die der musikalische Leiter Christof Weidinger ausschließlich Werke von Komponistinnen ausgesucht hat.

Gründungsmitglied Christof Weidinger ist musikalischer Leiter der Band, die mit dem Frauen-Power-Konzert einmal mehr neue Maßstäbe setzt.
Gründungsmitglied Christof Weidinger ist musikalischer Leiter der Band. Peter Strauss

Auch der Titel ist weiblich

“Weiblich”, so “Band-Manager” Lukas Dorner im Gespräch mit der VN-Heimat, “ist auch der Titel der Konzerte. Er ist abgeleitet von Esperanza Spalding, einer vielfach ausgezeichneten Jazz-Bassistin und Komponistin, auf die wir bei einem Ausflug zum berühmten North Sea Jazz Festival Rotterdam aufmerksam wurden. Tausende Musikerinnen und Musiker spielen dort an drei Tagen auf mehr als einem Dutzend Bühnen mehr als 150 Konzerte – ein unglaubliches Festival, das heuer als goldenes Jubiläum zum 50. Mal organisiert wurde, Esperanza trat gleich am ersten Tag zur Festival-Eröffnung auf.”

Saxophonistin Isabella Lingg, eine der drei Big-Band-Musikerinnen, hat eigens für dieses Programm „(G)‘Strubobuabo“ komponiert.
Saxofonistin Isabella Lingg, eine der drei Big-Band-Musikerinnen, hat eigens für dieses Programm “(G)’Strubobuabo” komponiert. Peter Strauss

Hochkaräter der Jazz-Szene

Esperanza Spalding, 1984 in Portland im US-Bundesstaat Oregon geboren, ist ein absoluter Hochkaräter in der Jazz-Szene. Mit zarten 15 Jahren wurde sie bereits Konzertmeisterin der Chamber Music Society of Oregon. Ein Jahr später studierte sie am Konservatorium in Portland und danach am Berklee College of Music in Boston. Ein Stipendium der renommierten Boston Jazz Society folgte und mit nur zwanzig Jahren wurde sie jüngste Professorin aller Zeiten in Berklee.

Egg Big Band auf einem Archiv-Foto, als schwarz-weiss noch in war. Die Band hat längst Kult-Status erlangt.
Egg Big Band auf einem Archiv-Foto, als Schwarz-Weiß noch in war. Die Band hat längst Kult-Status erlangt. Peter Strauss

2011 wurde sie erstmals mit dem Grammy Award ausgezeichnet, fünf weitere folgten seither. 2017 wurde sie Professorin für Musikpraxis an der Harvard University und 2018 wurde ihr die Ehrendoktorwürde vom Berklee College of Music verliehen.

Mit einem Heimspiel im Egger Löwensaal gestaltet die Egg Big Band am Freitag, 20 Uhr, ein Konzert mit ausschließlich Werken von Komponistinnen. EGG BIG BAND (6)
Mit einem Heimspiel im Egger Löwensaal gestaltet die Egg Big Band am Freitag, 20 Uhr, ein Konzert mit ausschließlich Werken von Komponistinnen. EGG BIG BAND (6) Peter Strauss

Der Name ist Programm

Jetzt stand sie Pate für ein besonderes Konzert der Egger Big Band. “Und der Name ist Programm”, betont Dorner. “Dabei verbindet sich die Handschrift von Komponistinnen mit geballter Big-Band-Power. Wer Big-Band-Jazz als Männerdomäne sah, wird bei diesem Konzert eines Besseren belehrt.”

“(G)’Strubobuabo”-Uraufführung

Dazu trägt auch Isabella Lingg, eine der drei Big-Band-Musikerinnen, bei, die eigens für dieses Programm “(G)’Strubobuabo” komponiert hat. Ein Werk, das beim Konzert am 7. November seine Uraufführung erlebt.

“Die Egg Big Band stellt bei Esperanza einmal mehr unter Beweis, wie facettenreich, kraftvoll und überraschend Jazz sein kann. Wir stehen für satten Big-Band-Sound, musikalische Neugier und Vielfalt sowie jede Menge Spielfreude”, definiert Dorner das Ensemble. Und dann kann er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn er an die Anfänge in den 1980er-Jahren zurückdenkt:

„Esperanza“ ist eine Hommage an die vielen großartigen Musikerinnen und Komponistinnen, die in der Szene eindeutig „unterbewertet“ sind.
“Esperanza” ist eine Hommage an die vielen großartigen Musikerinnen und Komponistinnen, die in der Szene eindeutig “unterbewertet” sind.

“Vor der offiziellen Gründung der Egg Big Band 1987 haben begeisterte Musiker mehr aus Jux zusammengespielt. Offenbar mit überschaubarem Erfolg, denn dieses Ensemble wurde ziemlich respektlos als ‚Katzomusig‘ bezeichnet. Wenn man uns heute sieht und hört, kann man doch mit Fug und Recht behaupten, dass wir uns richtig gut entwickelt haben.” Davon können sich Jazz-Freunde bei den Konzerten in Egg und Hard gerne überzeugen. STP