Projekt aus dem Vorderwald auf europäischer Bühne

Wälderstrom wurde mit dem EUSALP Energy Award für den Alpenraum ausgezeichnet.
Langenegg Die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) “Wälderstrom” zählt zu den drei EUSALP-Energy-Award-Gewinnern 2026. Die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) zeichnet damit wegweisende Projekte der Energiewende im gesamten Alpenraum aus. Überreicht wurde die Auszeichnung kürzlich beim EUSALP Annual Forum in Lindau. Dieser Preis wird in den Alpenländern alle zwei Jahre vergeben und von einer internationalen Jury ausgewählt.
Wegweisendes Energiewende-Projekt
Die Jury hob neben der technischen Umsetzung vor allem die gesellschaftliche Wirkung hervor: “Wälderstrom zeigt, wie regionale Energiegemeinschaften zu einem Motor für soziale Innovation, regionalen Zusammenhalt und Klimaschutz werden können.”
Besonders gewürdigt wurden die aktive Beteiligung der Bevölkerung, der konkrete Nutzen für die Region und die Übertragbarkeit des Modells auf andere Regionen Europas. Für Thomas Konrad, Bürgermeister von Langenegg und Obmann der EEG, zeigt die Auszeichnung, welchen Wert die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg hat: “Energie aus der Region macht uns unabhängiger und stärkt gleichzeitig unsere Gemeinden. Wälderstrom zeigt, was möglich wird, wenn wir gemeinsam Verantwortung für unsere Energiezukunft übernehmen. Strom fließt – und was fließt, verbindet.”

Gemeinsam erzeugen, teilen und profitieren
Wälderstrom bringt zehn Gemeinden, Bürgerinnen und Bürger, kleine und mittlere Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe und Genossenschaften auf einer gemeinsamen Plattform zum Stromtausch zusammen. Mehr als 200 Mitglieder teilen inzwischen Strom aus Photovoltaik und Kleinwasserkraft. Seit der Öffnung der Energiegemeinschaft im Februar 2025 hat sich die geteilte Sonnenstromleistung von rund 800 kWp auf über 4 MWp verfünffacht – und sie wächst weiter. Herzlich willkommen ist auch, wer selbst keinen Strom produziert, sondern reiner Stromabnehmer ist. Alle Infos: www.waelderstrom.at

Viele Wege führen zur Energiewende
Neben Wälderstrom wurden drei weitere Projekte gewürdigt, die auf eine CO₂-reduzierte und widerstandsfähige Energieversorgung im Alpenraum abzielen. “Asphalt Goes Green” aus Bayern ersetzt fossile Prozesswärme in einem Asphaltmischwerk durch einen erneuerbaren Brennstoff aus regionalem Rest- und Altholz und vermeidet damit jährlich rund 1800 Tonnen fossile CO₂-Emissionen. “ZEFES” von Gruber Logistics erprobt auf dem Brennerkorridor Italiens ersten Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw unter realen kommerziellen Bedingungen. Und eine Sonderanerkennung ging an “BatChatO” aus Frankreich: Das Projekt entwickelt ein Mini-Pumpspeicherkraftwerk mit geschlossenem Becken, das überschüssigen Strom speichern und zugleich als Löschwasserreserve dienen soll. Die vier ausgezeichneten Projekte zeigen, wie unterschiedlich die Hebel der Energiewende sind – von regionalem Stromteilen über Industrie und Verkehr bis zur Speicherung. Allen gemeinsam ist, dass sie praxistaugliche Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft zeigen. ME
