Aus für das “Pickerl”: Worauf Autofahrer beim Umstieg jetzt achten müssen

VN / 04.11.2026 • 10:51 Uhr
Aus für das "Pickerl": Worauf Autofahrer beim Umstieg jetzt achten müssen
“Kleb’ wohl, Vignette”: Alexander Holzedl von der Asfinag erklärt, was beim Wechsel zur digitalen Vignette zu beachten ist. VN/Steurer, asfinag

Ab 2027 gibt es nur noch die digitale Vignette. Was sich bei Kauf und Gültigkeit ändert – und wie Autofahrer sparen können.

Schwarzach Folie abziehen, “Pickerl” aufkleben und ein Jahr später mühsam wieder abkratzen. Das gehört für Autofahrer in Zukunft der Vergangenheit an. Die Klebevignette hat nämlich ausgedient. Ab dem Vignettenjahr 2027 wird es nämlich ausschließlich die digitale Vignette geben.

Aus für das "Pickerl": Worauf Autofahrer beim Umstieg jetzt achten müssen
Die digitale Vignette ist unter anderem an der Autobahnanschlussstelle in Hohenems erhältlich. Asfinag

Die letzte Klebevignette ist die feuerrote Jahresvignette 2026. Sie darf noch bis 31. Jänner 2027 auf der Windschutzscheibe bleiben. Danach ist Schluss mit dem Aufkleben: Ab 1. Februar gilt auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen nur noch die digitale Vignette, die an das jeweilige Kennzeichen gebunden ist. Mitte November wird die digitale Vignette

Laut Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl ist die Umstellung auf die digitale Vignette eine Folge des veränderten Kaufverhaltens. “Der Trend geht seit Jahren in Richtung einer höheren Digitalisierung”, erklärt er. Bereits jetzt werden mehr als 80 Prozent der Jahresvignetten digital gekauft. Für Autofahrer bringt die digitale Variante einige Vorteile mit sich. “Kein Kleben, kein Kratzen mehr”, bringt es Holzedl auf den Punkt. Auch Besitzer von Wechselkennzeichen profitieren. Sie können bis zu drei Fahrzeuge mit einer einzigen digitalen Vignette nutzen. “Man braucht also nicht drei Vignetten.”

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Die A 14 zwischen dem Grenzübergang bei Hörbranz und dem Autobahnanschluss Hohenems ist mautfrei. VN/Steurer

Der Verkauf der digitalen Jahresvignette für 2027 startet voraussichtlich Mitte November. Einen finanziellen Anreiz für den Umstieg gibt es für Autolenker ebenfalls: Wer sich die digitale Vignette bis zum 31. Dezember 2026 sichert, zahlt den bisherigen Preis von 106,80 Euro. Ab 1. Jänner 2027 steigt der Preis um zwei Prozent auf 108,90 Euro.

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Mitarbeiter der Asfinag sind regelmäßig im Einsatz, um zu kontrollieren, ob Autofahrer eine gültige Vignette haben. VN/Steurer

Wer kein Smartphone besitzt oder mit dem Internet wenig anfangen kann, muss sich wegen der Umstellung auf die digitale Vignette keine Sorgen machen, betont Holzedl. Denn wer seine Vignette bisher an der Tankstelle, beim ÖAMTC oder beim “Trafikanten seines Vertrauens” gekauft hat, kann das auch weiterhin tun. Wichtig sei lediglich, das Kennzeichen beim Kauf gut zu kontrollieren. Vorsicht ist hingegen beim Onlinekauf geboten: Die digitale Jahresvignette und die Zweimonatsvignette sind aufgrund der gesetzlichen Konsumentenschutzfrist erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf gültig. Für Ein- und Zehntagesvignetten gilt diese Frist nicht. Sie sind auch online sofort gültig. Wer seine Vignette bei einer Verkaufsstelle oder an einem Automaten, beispielsweise an der Anschlussstelle in Hohenems, kauft, kann sie ebenfalls sofort nutzen. Österreichweit verfügt die Asfinag über rund 4500 Vertriebsstellen, bei denen die digitale Vignette gekauft werden kann.

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Im Einsatz ist unter anderem der Service- und Kontrolldienst der Asfinag. Zudem gibt es 50 automatische Kamerasysteme. VN/Steurer

Doch wie wird die digitale Vignette kontrolliert? Dafür setzt die Asfinag weiterhin auf ihren Service- und Kontrolldienst. Dazu kommen österreichweit mehr als 50 automatische Vignettenkontrollkamerasysteme, die stichprobenartig kontrollieren, ob eine gültige Vignette vorliegt. Und wer ohnehin nur auf der Autobahn zwischen Hörbranz und Hohenems unterwegs ist, spart sich die Vignette komplett. Der Abschnitt ist für Pkw und Motorräder weiterhin vignettenfrei.