Schriftsteller und „Tigerenten“-Künstler Janosch gestorben

Der Autor und Illustrator starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa.
teneriffa Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa. Mit liebevoll illustrierten Büchern wie „Oh, wie schön ist Panama“ begeisterte der Künstler seit den 1970er-Jahren Kinder in aller Welt. Seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage geht in die Millionen.
Janosch wurde zur Marke, vor allem dank seiner Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Sie wurden erfolgreich in Lizenz vermarktet und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr. Nach dem Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch Anfang der 1980er-Jahre auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück. Dort lebte er zurückgezogen.
Geboren wurde er am 11. März 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen Hindenburg, dem heutigen Zabrze in Polen. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Die Kindheit war von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters geprägt. Mit 13 Jahren begann er eine Schmiede- und Schlosserlehre. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Familie nach Westdeutschland. Eckert arbeitete in Textilfabriken und besuchte eine Textilfachschule in Krefeld, wo er das Zeichnen von Mustern lernte.
1953 zog er nach München und studierte einige Semester an der Akademie der Bildenden Künste. Das Studium brach er ab und arbeitete als freischaffender Künstler. Ein Freund regte an, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen. Sein Verleger Georg Lentz ermunterte ihn, den Namen Janosch anzunehmen. 1960 erschien „Die Geschichte von Valek dem Pferd“, sein erstes Kinderbuch. Mit „Oh, wie schön ist Panama“ gelang ihm 1978 der Durchbruch.
Die heiteren, anarchisch frechen Geschichten lassen sich auch als Gegenentwurf zu einer schweren Kindheit lesen, die Janosch lange selbst mit Alkohol zu verdrängen versuchte. Seine Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit – mutig, verschmitzt und mit viel Herz.
Auch in seinen Werken für Erwachsene blickte Janosch auf seine Herkunft zurück, etwa im Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“. „Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person“, sagte er einmal der „Süddeutschen Zeitung“. Neben Kinderbüchern und Romanen verfasste er Theaterstücke und illustrierte die pikanten Geschichten des französischen Marquis de Sade.