Parkbad, Rheinhalle und Co. werden teurer

Gemeindevertretung beschloss mehrheitlich Erhöhungen bei Gebühren, Abgaben und Tarifen.
Lustenau Ob ein Besuch im Parkbad, ein Ausflug in die Rheinhalle oder der Musikschulunterricht: Für die Lustenauerinnen und Lustenauer wird 2027 vieles teurer. Die Gemeinde passt zahlreiche Gebühren, Abgaben und Tarife an die Inflation an. Darüber wurde am Donnerstagabend in der Gemeindevertretung intensiv diskutiert. ÖVP, FPÖ und Neos stimmten den Erhöhungen zu, Grüne und SPÖ lehnten den Beschlussvorschlag ab. Sie kritisierten insbesondere die zusätzlichen finanziellen Belastungen für Familien.

Parkbad-Gebühren sorgen für Diskussionen
Besonders die Erhöhung der Eintrittspreise für das Parkbad sorgte für Gesprächsstoff. Der Eintritt für Erwachsene steigt von bisher 5,40 Euro um ein Sechstel auf künftig 6,50 Euro, der der Schüler von 2,70 auf 3,20 Euro. Für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Schulkindern ohne Ermäßigung bedeutet das eine Preissteigerung von bisher 16,20 Euro auf künftig 19,40 Euro pro Besuch.

Der vergangene heiße Sommer habe allerdings einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Freibad als Ort der Abkühlung für die Bevölkerung sei, hielt Christine Bösch-Vetter (Grüne) fest. Man könne durchaus stolz darauf sein, dass Lustenau bis jetzt das günstigste Freibad im ganzen Land habe. Gleichzeitig gab sie zu bedenken, dass die zusätzlichen Einnahmen für die Gemeinde vergleichsweise gering ausfallen, die Mehrkosten für die Nutzer – insbesondere Familien und Kinder – aber durchaus spürbar sind. Sie vermisse eine Diskussion darüber, wie die Gebührensteigerungen für Menschen mit geringem Einkommen oder Alleinerziehende abgefedert werden könnten. Bürgermeister Patrick Wiedl (ÖVP) verwies darauf, dass es bereits jetzt Ermäßigungen für Familien und Alleinerziehende gebe.
Familien besonders betroffen
Von den Anpassungen sind sämtliche Bürgerinnen und Bürger betroffen. Besonders Familien werden die Erhöhungen zu spüren bekommen, wie SPÖ und Grüne zu bedenken geben. Auch bei den Müllsäcken fällt die Anpassung ins Gewicht: Der Preis für einen 40-Liter-Restmüllsack steigt von bisher 4,20 auf 4,40 Euro. Deutlicher fällt die Erhöhung bei den Beiträgen der Rheintalischen Musikschule aus. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren aus Lustenau, Höchst, Fußach und Gaißau kostet der Einzelunterricht pro Semester künftig 418 Euro statt bisher 404 Euro.

Auch in der Rheinhalle werden die Tarife angehoben. Musste ein Schüler bis zum vollendeten 15. Lebensjahr bisher 6,70 Euro für den Eintritt inklusive Schlittschuhverleih bezahlen, sind es ab Jänner 7,50 Euro.
Unterstützung wird nicht ausgeschöpft
Vonseiten der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ wurde auf bestehende Unterstützungsangebote verwiesen. Doris Dobros (FPÖ), Gemeinderätin für Bildung, Nicole Feurstein-Hosp (FPÖ), Kinder- und Jugendgemeinderätin, sowie Nadine Peschl (ÖVP), Kulturgemeinderätin, betonten, dass es in ihren jeweiligen Ressorts finanzielle Hilfen für Menschen gebe, die darauf angewiesen seien. Allerdings würden diese Angebote nicht immer in Anspruch genommen. Die Anpassung der Gebühren ist auch vor dem Hintergrund der allgemeinen Teuerung zu sehen. BVS