Diese Frauen kochen, helfen, pflegen – und machen Dinge, die nicht im Vertrag stehen

Warum die 24-Stunden-Betreuerinnen Maria Alaksova und Tünde Boros für eine 89-jährige Feldkircherin zum Glücksfall wurden.
Feldkirch „Sie tun alles für mich und behandeln mich wie eine Königin“, sagt Helga Schreiber (89) über ihre 24-Stunden-Betreuerinnen Maria Alaksova und Tünde Boros. „Ihr Einsatz geht weit über das Erwartete hinaus“, bestätigt auch die Tochter der pflegebedürftigen Frau Silvia Gabriel.

Unglaubliches Engagement
Alaksova (62) und Boros (48) wechseln sich bei der Betreuung von Schreiber ab: Jeweils vier Wochen arbeitet die eine, während die andere diese Zeit bei der Familie im Heimatland verbringt. Alaksova kommt aus der Zentralslowakei und Boros aus dem Herzen Rumäniens. Beide sind seit über zwei Jahren bei Schreiber tätig. „Ich komme jedes Mal gerne hierher“, sagt Boros. „Es ist wie ein zweites Zuhause“, fügt Alaksova hinzu.

Ihre Aufgabe besteht darin, Schreiber rund um die Uhr zu betreuen. Sie bieten Beschäftigung, etwa durch Spiele, und umfassende Unterstützung jeglicher Art, zum Beispiel bei der Körperpflege, beim Umziehen und beim Gehen. Außerdem kümmern sie sich um den gesamten Haushalt – von Staubsaugen und Wäschewaschen bis hin zu Kochen. „Ihr Essen schmeckt immer sehr gut“, betont Schreiber.




„Aber sie machen noch ganz viele zusätzliche Dinge, die sie gar nicht machen müssten, zum Beispiel Gartenarbeit“, wirft Tochter Gabriel ein. Während Schreiber von früheren Betreuerinnen beim Fernsehen allein gelassen wurde, leisten ihr Alaksova und Boros Gesellschaft. Außerdem bieten sie Familienmitgliedern immer wieder an, zum gemeinsamen Essen zu kommen, da sie ausreichend gekocht haben. „Dieses Einbeziehen der Angehörigen stärkt das Miteinander enorm.“

Enge Beziehung
Aufgrund einer komplexen und anspruchsvollen Pflegesituation sind in diesem Fall nicht nur Kompetenz und Respekt, sondern auch Empathie entscheidend. Maria Alaksova gelingt es dabei, nicht nur Schreiber dort abzuholen, wo sie es braucht, sondern auch deren Tochter. „Wenn ich auf Besuch bei meiner Mutter bin, sagt Maria immer mit einem Lächeln: ‚Wir schaffen alles‘“, erzählt Gabriel. „Diese positiven Worte hallen dann noch lange in mir nach.“ Für Alaksova ist es eine besonders wertvolle Arbeit: „Es ist bereichernd, wenn man das Leben anderer Menschen schöner machen kann.“

Als Schreiber länger im Krankenhaus lag, besuchte Tünde Boros sie täglich, obwohl dies eigentlich nicht zu ihren Pflichten zählte. „Das war für meine Mutter emotional sehr wichtig, weil es ihr den nötigen Halt gab“, erzählt Gabriel. „Mein Besuch hat nicht so viel gegolten wie der von Tünde“, fügt sie lachend hinzu. Als Schreiber dann zurück nach Hause kam, aber die vier Wände nicht mehr verlassen konnte, lud Boros Freundinnen der Pflegebedürftigen ein und backte für den Anlass Kuchen – alles auf Eigeninitiative. „Diesen Beruf macht man nur gut, wenn man ihn von Herzen macht“, sagt Boros.

Der entscheidende Unterschied zur herkömmlichen Betreuung liegt bei Alaksova und Boros in der engen zwischenmenschlichen Beziehung zu Schreiber und ihren Angehörigen. Von allen Seiten fühlt sich diese Arbeitsverbindung wie Familie an.
Für ihr außergewöhnliches Engagement wurden Maria Alaksova und Tünde Boros gemeinsam als Preisträgerinnenduo mit dem Vorarlberger Pflegeaward 2026 in der Kategorie „Pflegende Angehörige und Betreuung daheim“ ausgezeichnet.