„Kommst du morgen wieder?“ – Michael Schallerts rastloser Einsatz für kranke Kinder

Bei diesem Pfleger haben Eltern Gewissheit, dass ihre kleinen Lieblinge in guten Händen sind.
Feldkirch Michael Schallert verbringt seine Pausen oftmals mit kranken Kindern und unterstützt auch ihre Eltern, wo er nur kann. Von manchen ehemaligen Patienten wird der Pflegestationsleiter der Kinder- und Jugendheilkunde im Landeskrankenhaus Feldkirch noch immer besucht, was zeigt, wie sehr sein Einsatz über den Moment hinauswirkt.

Engagement für Kinder und Eltern
Es gibt Kinder, die zwar schon verstorben sind, von denen der 36-jährige Schwarzenberger aber noch immer das Geburtsdatum weiß. Einem Kind, das monatelang auf der Station bleiben musste, kaufte Schallert einmal eine Batman-Lampe. Denn es bereitet ihm große Freude, den Kleinen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Das Schönste ist für mich, wenn sie mich fragen, ob ich am nächsten Tag wieder da bin.“

Doch der Pflegestationsleiter setzt sich neben seinen zahlreichen administrativen Aufgaben und der Fürsorge für die Kinder auch für die Eltern ein. Eine Mutter berichtet zum Beispiel, dass es ihr aufgrund des Zustands ihres Kindes nicht gut ging und er ihr zur Aufmunterung ein Eis brachte.
Weiters zeigt sich eine andere Mutter bis heute dankbar, dass ihr Kind durch Schallerts schnelle Reaktion und Aufmerksamkeit rechtzeitig in die Notaufnahme gebracht werden konnte und dem Kleinen dadurch das Leben gerettet wurde. Eine dritte Mutter erzählt, dass sie kaum schlafen konnte und als sie endlich einmal zur Ruhe kam und ihr Kind dann weinte, Schallert sofort zur Stelle war, um sich darum zu kümmern. „Dabei mache ich nur meine Arbeit“, sagt er bescheiden. „Aber es ist schön, dass mir die Mutter das Vertrauen entgegengebracht hat auf das Kind zu schauen, während sie schläft.“

Vertrauen ist für Schallert generell ein wichtiger Punkt in diesem Beruf. „Ohne das kommst du bei der Pflege von Kindern nicht weit“, schildert er. „Man ist auch ganz viel Pädagoge in diesem Feld.“ Für den Vertrauensaufbau sei nicht nur ein kindgerechter und humorvoller Zugang wichtig, sondern auch Zeit. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist der Krankenpfleger stets bereit, zusätzlichen Arbeitseinsatz zu leisten. „Ich habe zwar keine Zeit, aber mache trotzdem alles“, fasst er mit einem Schmunzeln zusammen.
Eine Herzensangelegenheit
Schallert wuchs in einer Großfamilie auf und wusste schon als Kind, dass er später einmal Vater werden möchte. Seine einjährige Tochter zählt heute zu seinem größten Glück. „Für mich sind Kinder die schönsten Menschen, unter anderem wegen ihrer Ehrlichkeit und Direktheit.“ Nach einer Ausbildung zum Gastronomiefachmann verlieh er seiner Verbundenheit zu Kindern auch beruflich Ausdruck, indem er Mitte 20 die Ausbildung in der Krankenpflege sowie anschließend die Sonderausbildung in der Kinder- und Jugendlichenpflege absolvierte.

Seit sieben Jahren ist er auf der Kinder- und Jugendheilkunde im Landeskrankenhaus Feldkirch tätig und seit vergangenem Jahr ist er Pflegestationsleiter. In seiner Arbeit misst er den Kinderrechten eine hohe Bedeutung bei: „Kinder sind auf andere angewiesen, deshalb muss man umso mehr für sie einstehen.“ Einen ebenfalls hohen Stellenwert hat sein rund 40-köpfiges Team: „Wir harmonieren großartig zusammen.“ Über seinem Schreibtisch hängt der Schriftzug: „Nie ohne mein Team.“ Genauso wichtig ist es ihm, die Auszubildenden für diesen Beruf zu begeistern. „Denn es ist die schönste Arbeit der Welt.“

Für sein außergewöhnliches Engagement wurde Michael Schallert mit dem Vorarlberger Pflegeaward 2026 in der Kategorie Krankenhaus ausgezeichnet.