Vom Gärtner zum Pfleger: Herwig Breuß hat im Krankenhaus einen Wohlfühlort

Warum Patienten auf dieser Krankenstation trotz Beschwerden lächeln.
Feldkirch Vom Praktikanten zum Schülermentor und stellvertretenden Stationsleiter, der nun für viele Kollegen im Arbeitsalltag wie ein Fels in der Brandung ist – die Rede ist von Herwig Breuß, Pfleger in der Gefäßchirurgie am Landeskrankenhaus (LKH) Feldkirch. Die ruhige Art des 47-Jährigen kommt dabei nicht von ungefähr.

Prägende Erfahrungen
Beim Zivildienst im Pflegeheim wusste Breuß sofort: „Das ist es, was ich machen will.“ Der gelernte Gärtner absolvierte anschließend die Pflegehelferausbildung und begann in der Lungenheilstätte Gaisbühel zu arbeiten. Das ehemalige Krankenhaus war ein anspruchsvoller Einstieg in den Beruf: Zum einen war man dort oftmals mit krankheitsbedingten Todesfällen konfrontiert. Außerdem „musste man bei Operationen einfach funktionieren“.

Zu Breuß‘ heutiger Ruhe trug auch ein fünfmonatiger Auslandsaufenthalt in Kamerun bei. Im Jahr 2008 unterstützte er dort die „Busch-Ärztin“ und Russ-Preis-Trägerin Elisabeth Neier in einem kleinen Krankenhaus. Für eine Behandlung mussten einige Einheimische mehrere Tage anreisen. Außerdem kam es bei Operationen manchmal zu Stromausfällen.
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„Die Lebenseinstellung der dortigen Menschen ist faszinierend – zum Beispiel ihre Gelassenheit trotz solcher Umstände“, erzählt der Göfner. „Man wird demütig und lernt das österreichische Gesundheitssystem zu schätzen.“

Nach seiner Zeit in Kamerun war er drei Jahre als OP-Assistent am LKH Feldkirch tätig und absolvierte anschließend eine Aufschulung zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger. Anschließend startete er in der Gefäßchirurgie, die er bereits aus einem Praktikum kannte. Seit 13 Jahren ist er nun Teil des Teams und bewahrt aufgrund seiner Erfahrungen auch in herausfordernden Situationen die nötige Ruhe.

Ein Wohlfühlort
Obwohl Breuß seit zwei Jahren stellvertretender Pflegestationsleiter ist und auch viele administrative Aufgaben hat, gefällt ihm vor allem die Arbeit mit den Patienten. In der Gefäßchirurgie kommt es häufig vor, dass diese krankheitsbedingt mehrmals kommen müssen. „Es ist schön, wenn manche Menschen nicht nur mit einem Lächeln gehen, sondern trotz Beschwerden auch mit einem kommen, weil man sich kennt und eine persönliche Verbindung besteht.“

Um solche Reaktionen zu ermöglichen, braucht es jedoch ein gutes Team, hebt Breuß hervor. „Auch an turbulenten Tagen halten wir zusammen und behalten unseren Humor, was sich natürlich auf die Patienten überträgt“, erzählt er. „Das macht für mich die Arbeit zu einem Wohlfühlort.“

Seit vielen Jahren ist der bescheidene und leidenschaftliche Pfleger auch Schülermentor und geht dabei sehr individuell auf die Auszubildenden ein. „Dabei kann ich genauso etwas lernen, denn die neue Generation sieht viele Dinge mit anderen Augen“, sagt er. Besonders freut es ihn zu sehen, wenn ein Auszubildender nach einem Praktikum auf der Gefäßchirurgie bleibt und dort arbeiten möchte – genauso wie er damals.
Für seinen Einsatz wurde Herwig Breuß mit dem Vorarlberger Pflegeaward 2026 in der Kategorie Krankenhaus ausgezeichnet.