„Regionale Produkte sind gute Basis“

Heute ist Zeugnistag für Vorarlbergs Spitzenköche. Der neue Gault Millau erscheint.
Schwarzach, Wien. Die Vorarlberger Gourmets haben damit gerechnet. Thorsten Probost, Koch in der Griggeler Stuba im Burg Vital Hotel hat seine Spitzenposition auch heuer gehalten. Der Gault Millau, der 53 Tester durch Österreichs beste Restaurants geschickt hat, ist begeistert: „Es ist fantastisch. Ja, durch das Brimborium, das sich aber bald als das konziseste und durchdachteste und gesamtheitlichste kulinarische Konzept dieses Landes erweist, bekommt Genuss hier eine intellektuelle Tiefe, wird Neugierde geweckt, fühlt man sich als Genießer aktiv involviert. Nirgendwo wird man weniger abgelenkt, nirgendwo sind die Gerichte reduzierter, puristischer.“
56 Spitzenrestaurants
Insgesamt sind 56 Vorarlberger Restaurants im Gault Millau 2013 vertreten. Neu im wichtigsten Gourmetbegleiter Österreichs sind zwei Lokale im Rheintal. Die Linde in Höchst darf sich ebenso wie das neue Lustenauer Lokal Freigeist über den Einstieg mit 13 Punkten freuen. Sieben Köche sind heute besonders glücklich: Sie wurden von den Testessern nach oben gelobt: In Zürs speist man in diesem Winter im Albona auf 15-Punkte-Niveau, Helmut Benner vom Alten Gericht in Sulz kocht so gut, dass auch er sich über 15 Punkte freuen darf. Schiff Hittisau, Heimspitze Gargellen, Montafoner Stube Schruns, das Rössle in Braz und die Rudalpe in Lech sind die weiteren Aufsteiger in der neuen Ausgabe der Feinschmeckerbibel.
Eigenständigere Küche
Gleich zehn Lokale fanden heuer nicht die uneingeschränkte Zustimmung der professionellen Esser. Darunter einige Lokale, die seit Jahrzehnten zum kulinarischen Inventar des Landes zählen. Franz Fetz muss in seinem Schwarzenberger Hirschen ebenso den Verlust eines Punktes beklagen wie die Dornbirner Institution Krone. In Lech müssen gleich fünf Lokale eine Abwertung verschmerzen: Das Kristiania, die Kronenstuben, Zur Kanne, das Fux und die Rote Wand. Auch die Wellness-Lokale sollten gesunden: Sowohl die Rickatschwende als auch die Vitalquelle Gauenstein lagen den Testern im Magen und wurden deshalb um einen Punkt abgewertet.
An der Spitze blieb alles gleich. Thorsten Probost von den Griggeler Stuba sieht sich auf dem richtigen Weg. „Das ist eine riesengroße Auszeichnung. Wir werden unseren Weg weitergehen und noch mehr Vorarlberger Produkte in unserer Küche verwenden“, sagt ein glücklicher Probost im Gespräch mit den VN. Und auch der Lauteracher Spitzenkoch Thomas Scheucher (Restaurant Guth) ist glücklich: „Ich freue mich sehr über diese Bestätigung.“
Niemand steigt ins Flugzeug, um Käsknöpfle zu probieren. Martina Hohenlohe

Stichwort
Gault Millau
Der Gault Millau ist ein nach seinen Herausgebern Henri Gault (1929–2000) und Christian Millau (1929 geboren) benannter und neben dem Guide Michelin einflussreichster Restaurantführer französischen Ursprungs. Er vergibt die Hauben, die neben Michelins Sternen begehrteste Auszeichnung der Haute Cuisine. In Österreich gibt es den Gault Millau seit 1978. Er ist der wichtigste Führer in der Alpenrepublik.
Die Konkurrenz
Neben dem Gault Millau lesen Feinschmecker in Österreich:
» A la Carte Gourmet-Führer – Die 22. Neuauflage des Guide A la Carte ist gerade erschienen.
» Falstaff Restaurant Guide – Seit wenigen Jahren erscheint dieser Führer, der auf der Bewertung von rund 15.000 Esserinnen und Essern aufbaut, die regelmäßig voten.
» Vorarlberg isst – Der Führer der Vorarlberger Fachgruppe Gastronomie, der nächste Woche der Öffentlichkeit präsentiert wird.