Gwiggen wird biologisch

Vorarlberg / 11.12.2012 • 22:25 Uhr
Die landwirtschaftlichen Flächen des Klosters Gwiggen in Hohenweiler werden ab 2013 von Hubert Rhomberg bewirtschaftet. Foto: VN
Die landwirtschaftlichen Flächen des Klosters Gwiggen in Hohenweiler werden ab 2013 von Hubert Rhomberg bewirtschaftet. Foto: VN

Unternehmer Hubert Rhomberg wird Bauer – und bewirtschaftet Gwiggen biologisch.

Hohenweiler. Es ist noch nicht lange her, da sorgte die Nachricht, dass Mathias Marxgut das Klostergut Mehrerau übernimmt und zusammen mit dem Handelsunternehmen Sutterlüty zu einem Bio-Vorzeigebetrieb ausbaut, für Aufsehen. Nicht nur bei den Vorarlberger Landwirten, sondern auch bei Verbrauchern und anderen Unternehmen. Ob einer davon der Bregenzer Bauunternehmer Hubert Rhomberg war, ist nicht bekannt.

Jedenfalls zählt auch er jetzt zu jenen Unternehmern, die sich in der Landwirtschaft engagieren. Wie Äbtissin Hildegard Brem mitteilte, wird der Bregenzer ab 2013 die ersten 4,5 Hektar Land des Klosters biologisch bewirtschaften. „Eine naturnahe, schonende und möglichst biologische Landwirtschaft – dieses Ziel verfolgen die Schwestern von Mariastern-Gwiggen“, betont sie. Jetzt habe man für die entsprechende Bewirtschaftung der Wiesen- und Ackerflächen des Klosters einen Partner gefunden. Ab 2013 übernimmt der Bregenzer Unternehmer mit zwei bis drei Arbeitskräften eine Fläche von 4,5 Hektar. „Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Das Thema Ernährung ist da ein logischer nächster Schritt. Auf den Flächen in Hohenweiler werden wir für unsere Belegschaft möglichst naturnah Obst und Gemüse anbauen. Unsere Mitarbeiter können sich aber auch selbst vor Ort engagieren“, beschreibt der als Visionär bekannte Unternehmer Hubert Rhomberg die Motivation und die ersten Schritte für sein landwirtschaftliches Engagement. Zusätzlich werden auch Ziegen einer vom Aussterben bedrohten Rasse gezogen, erklärt Rhomberg.

Die restliche Pachtfläche umfasst rund 20 Hektar und wird vom derzeitigen Pächter bis zu dessen Pensionierung bewirtschaftet. Eine biologische Wirtschaft war und ist für ihn aus verschiedenen Gründen nicht möglich.

Er wird die Flächen in diesem und in den nächsten Jahren in Fruchtwechselwirtschaft bebauen. Die weitere Vorgangsweise laut Äbtissin Brem: „Spezialisten werden im kommenden Jahr ein Gesamtkonzept für die allmähliche Umstellung erstellen, das sowohl den Interessen des bisherigen Pächters als auch dem Wunsch nach möglichst naturnaher Bewirtschaftung Rechnung trägt.“

Dass Unternehmer sich in der Landwirtschaft betätigen, ist nichts Neues. Schon im vorigen Jahrhundert hatten Industrie-Familien wie die Rhombergs und die Gassners eigene Bauernhöfe.

In Hohenweiler werden wir für unsere Mitarbeiter Gemüse anbauen.

Hubert Rhomberg

Kloster Gwiggen

Das Kloster führt seinen Ursprung auf die drei im Schweizer Kanton Thurgau im 13. Jahrhundert gegründeten Zisterzienserinnenabteien Kalchrain, Feldbach und Tänikon zurück, die 1848 der Klosteraufhebung durch den thurgauischen Großen Rat zum Opfer fielen. 1856 erwarben die Konvente von Kalchrain und Feldbach das Schlösschen Gwiggen in Hohenweiler und begannen hier das reguläre Leben. Das ehemalige Schlossgebäude von Gwiggen mit Lorettokapelle geht auf das 17. Jahrhundert zurück.

Info: www.mariastern-gwiggen.at