Klaus Hämmerle

Kommentar

Klaus Hämmerle

Wird wieder weh tun

Vorarlberg / 07.02.2013 • 18:15 Uhr

Dagegen ist nichts zu machen. Ein außergewöhnliches Ereignis prägt eine Kommune für immer und ewig. Und so lässt sich speziell bei Nicht-Vorarlbergern die Verknüpfung des Namens Egg mit der Brandkatastrophe vom 8. Februar 2008 nicht vermeiden und schon gar nicht verbieten. „Du kommst diesen Bildern an bestimmten Tagen nicht aus. Das muss man aushalten“, beschreibt Heimleiter Johannes Kaserer die Unentrinnbarkeit des Erinnerns.

Der Hoffnungslosigkeit als Folge einer Jahrhundert-Tragödie ist die größte Kommune des Bregenzerwaldes trotzdem nicht ausgeliefert. Längst haben Normalität und Fröhlichkeit wieder Platz gegriffen. Der Ort lässt sich seine Lebensfreude nicht nehmen. Mit Kraft und in Eintracht hat die Dorfgemeinschaft damals den Wiederaufbau des Vinzenzheimes in Angriff genommen und auch umgesetzt.

Wobei das neue Haus nicht einfach ein Duplikat des alten ist. Es mag seine Existenz über den Verlust des alten Vinzenzheimes definieren. Genauso definiert es seine Existenz aber auch über den Geist jener Stätte, zu der die Dorfbewohner eine enge Verbindung spürten. Diesen Geist kann man nicht einfach architektonisch mitplanen oder verordnen. Dieser Geist muss einziehen. Er ist zum Teil schon wieder eingezogen.

Aber auch der nächste Jahrestag der Brandkatastrophe wird wieder vielen sehr weh tun.

Das muss man aushalten.

klaus.haemmerle@vn.vol.at, 05572/501-634