Sich pilgernd auf den Weg machen

„Mit den Füßen beten“ ist wieder modern. Rankweil zählt jedes Jahr 11.000 Pilger.
Rankweil. Aus Kindertagen hat man noch die Maiandachten in Erinnerung, die von den Jüngeren weniger der religiösen Erbauung wegen besucht wurden, sondern weil man sich später nach der Kirche noch traf. Und Unsinn ausheckte. Auch in den aufkeimenden Frühling gehört es nach katholischer Tradition, sich länger aufzumachen. Mit ein wenig Verpflegung, gutem Schuhwerk, meist in aller Hergottsfrüh. Schweigend, nebeneinander und doch jeder für sich. Vorarlberg setzt an den Monatsbeginn gleich drei Wallfahrten. Denn das Pilgern ist in letzter Zeit wieder in Mode gekommen.
Gemeinsam unterwegs
Christof Wieland (20) hat sich in grenzenlosem Optimismus der kurzen Hose anvertraut. Sefanie Fink (25) und Simon Nesensohn (19) zurren ihre Rucksäcke fest. Die drei Ministrantenführer sind das Wandern gewohnt. Haben zusammen schon Assisi besucht.
Stefanie möchte im Frühsommer 2014 nach Rom laufen. Warum? Auch wegen der Sprache und der Landschaft, aber vor allem will die angehende Wirtschaftspädagogin „zu mir selber finden“.
Dass der wohl bekannteste Pilgerweg der Welt nach Santiago de Compostela erneut boomt und 2012 von mehr als 192.000 Menschen beschritten wurde, das spürt man auch in Rankweil. Die Basilika ist seit 2008 offizielle Station der Wegstrecke zwischen Landeck und Einsiedeln. Viele der jährlich rund 11.000 Pilger, die in Rankweil zukehren, sind auf dem Weg nach Nordspanien.
Wallfahrtsseelsorger Walter Juen (48) hört manches berührende Schicksal. Von der 40-jährigen Wienerin mit Vorarlberger Wurzeln etwa, die an Krebs erkrankt war und sich – nunmehr genesen – „bei Gott bedanken wollte“. Und er erfährt auch das Gegenteil. Juen denkt an jenes Südtiroler Ehepaar, das sein vierjähriges Kind bei einem Autounfall verlor. „Die Eltern hatten sich als Pilger auf den Weg gemacht, um mit der Trauer umgehen zu lernen.“
Die Landeswallfahrt nach Rankweil, die am 1. Mai unter das Motto „Dem Guten so nah“ gestellt wird, hat ihren Anfang in schweren Zeiten: 1929 wurde sie inmitten der Wirtschaftskrise begründet. In den Kriegsjahren pilgerten die Vorarlberger trotz Verbot wieder und wieder am 1. Mai zur Basilika. Daran konnte selbst Strassers Gestapo-Haft in Feldkirch im Frühling 1940 nichts ändern.
Vor allem deutlicher mehr Einzelpilger kommen zu uns.
Walter Juen Basilika
Wallfahrten im ganzen Land
„Zämm uf’m Weag“
» 30. April 2013: Sternwallfahrt von Jugendlichen und Firmkandidatinnen und -kandidaten aus dem ganzen Land zur Basilika in Rankweil
» 19 Uhr: Gottesdienst in der Basilika mit Jugendseelsorger Dominik Toplek, anschließend Agape
„Dem Guten so nah“
» 1. Mai 2013: Landeswallfahrtstag zur Basilika in Rankweil
» 6 Uhr und 7.30 Uhr: Messfeiern zum Landeswallfahrtstag.
» 9 Uhr: Festmesse mit Diözesanadministrator Dr. Benno Elbs und dem Basilikachor („Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart).
» 11 Uhr: Messfeier mit dem Pfarrer von Meiningen und Brederis, Anthony Payyapilli. Besonders jene werden willkommen geheißen, die an der Fußwallfahrt von Hohenems aus teilnehmen und Pilger, die schon einmal auf dem Jakobsweg unterwegs waren oder in Bälde aufbrechen.
» 16 Uhr: Marienfeier.
Pilgergruppe aus Hohenems
» Route: Hohenems – Altach – Götzis – Klaus – Weiler – Rankweil
» 5.50 Uhr: Start in Hohenems am Bahnhof
» 6.20 Uhr: Treffpunkt für Zusteiger bei der Bahnstation Altach
» ca. 8.30 Uhr: Treffpunkt für Zusteiger und Verschnaufpause im Pfarramt Klaus
» ca. 9.15 Uhr: Aufbruch in Richtung Rankweil
» 11 Uhr: Pilgergottesdienst in der Basilika, danach Pilgerhock auf dem Vorplatz der Basilika
Diözesanwallfahrt nach Einsiedeln
inklusive Bustransfer aus den Regionen des Landes, am 4. Mai 2013
» 9.30 Uhr: Eucharistiefeier in Einsiedeln mit Pfarrer Rudolf Bischof, mit dem Kirchenchor St. Peter und Paul aus Lustenau und Stella Brass
» 13.30 Uhr: Rosenkranz
» 14.00 Uhr: Feierliche Vesper; Ansprache: Rudolf Bischof
» 16.00 Uhr: Segensfeier bei der Gnadenkapelle von Einsiedeln
Informationen zur Anmeldung und dem Bustransfer bei Marianne Springer, T 05522 3485 205, E-Mail marianne.springer@kath-kirche-vorarlberg.at oder Pfarramt Maria Bildstein, T 05572 58367, E-Mail pfarramt@maria-bildstein.at