Bundesländer sprechen sich gegen Fracking aus
LH Wallner bat Kollegen um Unterstützung. Schiefergas-Boom stößt in Österreich auf vereinte Kritik.
Bregenz. (VN-tm) Als Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz hat Markus Wallner den Protest initiiert. Nun haben sich alle neun Bundesländer gegen die unkonventionelle Gasgewinnung in Österreich ausgesprochen.
Die Länder stellen sich damit auch gegen den Europäischen Rat, der sich in seinen Schlussfolgerungen vom 22. Mai in dieser Frage alle Möglichkeiten offen gehalten hat. In einem Brief fordern die Bundesländer die Regierung in Wien auf, international gegen Fracking aufzutreten. Besonders im grenznahen Bereich dürfe diese Methode keine Anwendung finden.
Weiters treten die Landeshauptleute für ein Verbot von Schiefergas-Fracking in Österreich ein. Das Land Niederösterreich verweist in seiner Stellungnahme darauf, dass die OMV im Waldviertel Probebohrungen angekündigt hat. Der Landtag habe sich aber gegen das Projekt ausgesprochen, solange Beeinträchtigungen für die Gesundheit von Menschen und Umwelt nicht ausgeschlossen werden können.
Vorarlbergs Landeshauptmann plädiert dafür, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern konsequent zu vermindern und stattdessen auf den Ausbau von erneuerbaren Energieträgern zu setzen. Österreichs westlichstes Bundesland hat mehrfach seine Ablehnung von Fracking zum Ausdruck gebracht. Ende 2012 erwirkte Wallner einen Beschluss bei der Regierungschefkonferenz der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK), dem sich die anderen Mitglieder der IBK angeschlossen haben. Auch beim Treffen mit der Regierung des Kantons St. Gallen haben sich die Schweizer Nachbarn der Vorarlberger Position jüngst angeschlossen. ##Thomas Matt##