Endspurt für Mission Privat-Uni

Vorarlberg / 08.08.2013 • 20:10 Uhr
Für die geplante private Universität in Vorarlberg wurde den VN von (v. l.) Dietmar Eberle, Helmut Kramer und Roland Pircher exklusiv das Konzept zu Studienangebot, Lehre und Forschung präsentiert. Fotos: vn/Steurer
Für die geplante private Universität in Vorarlberg wurde den VN von (v. l.) Dietmar Eberle, Helmut Kramer und Roland Pircher exklusiv das Konzept zu Studienangebot, Lehre und Forschung präsentiert. Fotos: vn/Steurer

Universitätskonzept für Lehre und Forschung steht. Akkreditierung mit Standort.

Schwarzach. An der ­Mission, in Vorarlberg eine private Universität zu etablieren, arbeitet ein zehnköpfiger wissenschaftlicher Beirat rund um den federführenden Vorsitzenden Professor Helmut Kramer und Professor (ETH) Dietmar Eberle seit Projektidee im Jahr 2007 mit Nachdruck. Die geplante Uni in privaten Händen soll Pionierarbeit in Europa leisten.

Rückschläge hinsichtlich des Standorts in Lochau waren in der Vergangenheit zu verarbeiten. Hinter den Türen gingen die Arbeiten und Bemühungen für den Aufbau der universitären Lehre und Forschung der Privat-Uni, die auf einem „Campus Scientia“ beherbergt sein soll, unentwegt weiter. Mit dem innovativen Konzept einer interdisziplinären Forschung und Lehre sollen künftige Lebensräume des Menschen (Gebäude, Orte etc.) zukunftsfähig gestaltet werden.

„Wir werden uns bewusst von den traditionellen Universitäten unterscheiden. Sie reagieren in ihren Disziplinen und Berufsbildern nicht auf Fragen der Moderne“, zeigt Kramer auf. Diese seien nicht „up to date“. Man wolle, so der gebürtige Bregenzer, ein handfestes wissenschaftliches Zusammenspiel akademischer Disziplinen erreichen, die normalerweise getrennt voneinander studiert werden. Es sollen Arbeitsgebiete und Berufsbilder entstehen, die sich in den Schnittstellen und im Austausch zwischen den Disziplinen konzentrieren.

Zwei Bachelor, drei Master

Das Konzept der geplanten Privat-Universität in Vorarlberg konnte nun von den Projektverantwortlichen den VN exklusiv vorgestellt werden. Zwei Bachelorstudiengänge – Baukunst und Projektentwicklung in der Bauwirtschaft – und drei Masterstudiengänge – Ökologie und Bauen, Mensch und Lebensraum sowie Orte der Zukunft – will man installieren. Letztere beiden Masterstudien sind berufsbegleitend und werden ein und zwei Jahre nach Start des Universitätsbetriebes eingeführt.

„Wir wollen bildungstechnisch so interessant sein, dass wir internationale Studenten nach Vorarlberg holen. Also Wissen und Fachpersonal nicht nur exportieren, sondern auch importieren und im Land generieren“, bringt Dietmar Eberle (60) einen Antrieb für das Projekt auf den Punkt. Für die Verwirklichung sollen in mehreren Phasen insgesamt bis zu 80 Millionen Euro am Standort investiert werden.

Standort steht heuer fest

Bis zu 300 Studienplätze werden geschaffen. Über 400 Arbeitsplätze in Universität, Forschung und Entwicklung und Dienstleistung sollen nach den Plänen der Verantwortlichen entstehen. Im Mai 2011 platzte das Projekt am Standort Lochau auf dem ehemaligen Rupp-Areal. Dieses Jahr im März standen Bregenz, Dornbirn und Feldkirch als Uni-Städte zur Diskussion. Über den Standort mit einer Campusfläche von rund 26.000 Quadratmetern lassen die Verantwortlichen nur so viel verlauten: Noch in diesem Jahr gibt es definitiv eine Entscheidung und es hat eine Änderung bei den möglichen Standortgemeinden gegeben. „Wir wollen jedoch die möglichen Standort-Gemeinden nicht unter Druck setzen“, betont „bauart“-Geschäftsführer Roland Pircher. Mit einem fixierten Standort könne „die Akkreditierung bei der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur AQ-A neuerlich in Gang gesetzt werden.“ Ende 2014 wäre mit einer Entscheidung zu rechnen. Mit dem Betrieb, so die Verantwortlichen, kann damit auch in provisorischen Räumen gestartet werden.

Für die Verwirklichung zeichnen als Investor und Bauträger die „CS Projektgesellschaft“ sowie die „Gesellschaft zur Gründung der UIV private Universität in Vorarlberg“ verantwortlich. Finanzieren wird sich die Uni „ohne finanzielle Unterstützungen vom Land“ durch eine Investorengruppe, bestehend aus „bauart“, „Future Life“, Dr. Hans-Peter Metzler, einem externen Förderverein sowie weiteren privaten Investoren.

Nach einem fixierten Standort kann die Akkreditierung neuerlich in Gang gesetzt werden.

Roland Pircher

Studienangebot

Bachelor-Studiengänge

sechs Semster

» Baukunst (Vollzeit)

» Projektentwicklung in der Bauwirtschaft (Vollzeit)

Master-Studiengänge

vier Semester

» Ökologie und Bauen (Vollzeit)

» Mensch und Lebensraum (berufsbegleitend)

» Orte der Zukunft (berufsbegleitend)

Studiengebühren

Bachelor: ca. 2500 Euro pro Semester

Master: ca. 4000 Euro pro Semester