Rätsel um einen Brandanschlag

Vorarlberg / 16.08.2013 • 20:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Feuerwehrmänner aus Dafins an jener Stelle beim Wohnhaus, wo das Feuer in der Nacht auf den 9. März gelegt wurde. Foto: d. mathis
Feuerwehrmänner aus Dafins an jener Stelle beim Wohnhaus, wo das Feuer in der Nacht auf den 9. März gelegt wurde. Foto: d. mathis

Feuerlegung bei Familie D. in Dafins passierte kurz nach Attacke auf Flüchtlingsheim.

Dafins. Das unerfreuliche Ereignis in der Nacht zum
9. März fand in den Medien kein großes Echo: In Dafins, einem Ortsteil von Zwischenwasser, stand ein altes Holzwohnhaus kurz vor einem Vollbrand. Brandstiftung wurde von den Ermittlern zweifelsfrei als Ursache festgestellt. Die Familie D. – Mutter, zwei Kinder und der Freund eines der Kinder – blieb unversehrt. Was an sichtbaren Folgen des Brandanschlages übrig blieb: Ein Schaden von rund 70.000 Euro, zur Gänze gedeckt durch die Versicherung . Der/die Täter wurden bisher nicht gefasst.

Zurückhaltung

Dass die Tat vom optischen und zeitlichen Kontext her in einen Zusammenhang mit dem Brandanschlag gegen das Asylantenheim am 26. Jänner im Dorfteil Batschuns gebracht werden könnte, ist einer der Gründe, warum die Familie D. nur unter großer Zurückhaltung bereit war, gegenüber den VN über die unfassbaren Geschehnisse zu sprechen. „Es gibt keine Ermittlungshinweise darauf, dass die Täter aus demselben Eck kommen, wie jene, die den Anschlag auf das Asylantenheim zu verantworten haben“, stellt Dr. D. unmissverständlich klar.

Er selbst hatte diese Verbindung nie hergestellt – ebenso nicht der Rechtsanwalt der Familie, Dr. Klaus Grubhofer (66).

„Konstruktive Diskussion“

Dabei hatte Dr. D. (64) beim Umgang mit dem Brandanschlag auf das Asylantenheim in der Gemeindevertretung von Zwischenwasser eine nicht unwesentliche Rolle gespielt. Er war es, der durch seine Intervention die Gemeindevertretung unter Führung des damaligen Bürgermeisters Josef Mathis davon abhielt, ein Schreiben im Gemeindeblatt zu veröffentlichen, „das nicht unbedingt glückliche Formulierungen enthielt“, so Dr. D. Darin hieß es unter anderem: „Die Tat ist zu verurteilen, aber nicht die Menschen.“ D. empfand diese Formulierung als missverständlich. Ebenfalls stoppen konnte der Mediziner die Verbreitung eines an die Vereine von Zwischenwasser vorbereiteten Briefes. Dort (siehe Faksimile) heiß es unter anderem: „Sie (Anm.: die Gemeindevertretung von Zwischenwasser sowie die Obmänner der Vereine) werden aber alles tun, um für die beiden Täter das soziale Netz der Dorfgemeinschaft aufrecht zu erhalten.“ Der letzte Halbsatz war fett gedruckt. D. erinnert sich „an eine sehr konstruktive und gute Diskussion zu diesem Thema. Schon deswegen glaube ich nicht, dass der Brandanschlag auf unser Haus direkt mit dieser Sache zu tun hat.“

Hütten emotionalisieren

Sehr schnell änderte sich die friedfertige Stimmung in derselben GV-Sitzung, als D. die von ihm schon oft aufs Tapet gebrachte Sache mit den Heuhütten zur Diskussion stellte. Aktueller Anlass dazu: Am Vortag der Sitzung, am 27. Februar, war eine dieser zu halben Wohnhäusern ausgebauten Heuhütten abgebrannt. D. wiederholte daher seine Forderung nach entsprechenden Auflagen für diese Heuhütten. „Ich habe nie verlangt, dass man die nicht mehr bewohnen oder rückbauen sollte. Ich setze mich lediglich dafür ein, dass sie entsprechende Standards in Bezug auf Außengestaltung, Hygiene, Sicherheit und Erschließbarkeit aufweisen müssen.“ Ein Thema, das in Zwischenwasser schon lange emotionalisierte und Leute gegen den „zu’grasten Akademiker“ aufbrachte. Das im Gemeindeblatt veröffentlichte Protokoll der GV-Sitzung brachte eine völlig falsche Darstellung von seiner Wortmeldung. „Da hieß es, ich sei gegen den Wildwuchs von Hütten und habe wissen wollen, ob die Besitzer Steuern zahlen. Alles nicht wahr.“ D. setzte sich dagegen zur Wehr. „36 Stunden danach brannte unser Haus.“ Das Protokoll wurde fünf Wochen später in der korrekten Fassung im Gemeindeblatt veröffentlicht.

Täter unentdeckt

Für die Brandermittler des Landeskriminalamts war am 9. März bald klar: Es handelte sich beim Feuer im Haus der Familie D. eindeutig um Brandstiftung. „Aber es gab keine Hinweise über die Täterschaft“, muss Daniel Simma, Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch, auch heute feststellen. Und weiter: „Das Verfahren ist nicht eingestellt. Aber es ruht. Weil wir leider keine neuen Erkenntnisse haben.“ Die Chancen auf eine Ergreifung der Täter stehen schlecht.

Die Verbreitung dieser Erklärung wurde gestoppt.
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