Mehr Geld für mehr Leistung

Vorarlberg / 01.10.2013 • 19:34 Uhr
Die Augenheilkunde ist ein Bereich, von dem künftig eine Steigerung der Behandlungen erwartet wird.
Die Augenheilkunde ist ein Bereich, von dem künftig eine Steigerung der Behandlungen erwartet wird.

GKK erwartet Steigerung der ärztlichen Behandlungszahlen um zehn Prozent.

Dornbirn. Es gibt noch positive Meldungen von der Gesundheitsfront. Gestern hat die Trägerkonferenz des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger die zwischen Gebietskrankenkasse und Ärztekammer gänzlich neu verhandelte Honorarordnung abgesegnet. „Der Beschluss erfolgte einstimmig“, vermeldete GKK-Obmann Manfred Brunner erfreut. Damit sollte der Weg zu einer Erhöhung der ärztlichen Leistungskapazität im niedergelassenen Bereich frei sein. Dies gilt besonders für Fachgruppen, in denen derzeit deutlich weniger Patienten als im Bundesdurchschnitt behandelt werden. „Hier erwarten wir uns eine Steigerung der Zahlen um mindestens 10 Prozent“, so Brunner.

Wartezeiten abbauen

Als „Meilenstein in der ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich“ wurde das Papier nach sieben Monaten intensiver Verhandlungen kürzlich präsentiert (die VN berichteten). Es beinhaltet eine bessere Honorierung medizinischer Hilfen, die Schaffung neuer Kooperationsformen sowie die Stärkung der Hausarztmedizin durch die Anhebung der Vergütung von Hausbesuchen und die Bezahlung von Gesprächshonoraren.

Vorrangig sollen aber die Wartezeiten bei bestimmten Fachärzten abgebaut werden. Dazu gehören Augenärzte, Hautärzte und Orthopäden. „Allein die Augenärzte könnten pro Jahr zusätzlich 8000 Patienten behandeln“, rechnet der GKK-Obmann vor. Das würde die Situation deutlich entschärfen. Das Ziel von plus 10 Prozent sei gemeinsam mit den Fachgruppen festgelegt worden und zumutbar.

Vorgriffe auf Arztstellen

Als weitere Sofortmaßnahme sind Vorgriffe auf Arztstellen geplant, die in naher Zukunft aufgrund von Pensionierungen vakant werden. Für Bludenz wird ein weiterer Augenarzt gesucht, für Götzis oder Hohenems ein Hautarzt und für Bregenz ein Orthopäde sowie ein Internist. Sollte es die Situation erfordern, werden diese Stellen in zusätzliche Stellen umgewandelt. Das heißt, bei frei werdenden Arztstellen erfolgt eine Nachbesetzung. Neu ist ein Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Götzis.

Große Hoffnungen setzen Ärztekammer und Gebietskrankenkasse auch in die neuen Vertragsarztmodelle, die individuelle Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Derzeit beträgt die wöchentliche Mindestordinationszeit 20 Stunden. Jobsharing, Gruppenpraxen und Praxisgemeinschaften sollen unter anderem kundenfreundlichere Öffnungszeiten bringen, etwa am Freitagnachmittag. Brunner: „Ich erwarte, dass es funktioniert.“ Für den anderen Fall ist die Konsequenz vertraglich festgelegt: Dann geht es zurück ins alte Honorarsystem.