Briten dürfen nach Schiefergas suchen

Vorarlberg / 09.10.2013 • 20:01 Uhr
Briten dürfen nach Schiefergas suchen

Konzessionen werden im Oktober erteilt – Gemeinden wurden „der Form halber“ befragt.

Freiburg. Noch diesen Monat wird die Bergbehörde in Freiburg beide Konzessionsansuchen des britischen Unternehmens Parkyn Energy Germany, das auf einem 2600 Quadratkilometer großen Gebiet am Bodensee nach Schiefergas suchen will, verlängern. Die Frist, innert der sich die 108 betroffenen Kommunen und Behörden äußern konnten, ist verstrichen. Das Ergebnis sieht mager aus.

Im Konzessionsfeld „Konstanz“ hätten 54 Gemeinden und acht Behörden unmittelbar damit zu tun, wenn die Briten Schiefergas aufspürten und es fördern wollten. Aber nur 21 abschlägige Stellungnahmen langten in Freiburg ein. Im Konzessionsfeld „Biberach“ fanden es 22 der 46 angeschriebenen Gemeinden und Ämter nötig, der Bergbehörde zu antworten. Lediglich die neun Wasserversorger, denen Schiefergasvorkommen und Fracking als Fördermethode die Suppe gehörig versalzen würden, haben ausnahmslos reagiert.

„Natürlich waren alle Stellungnahmen negativ“, bestätigt Joachim Müller-Bremberger von der Bergbehörde. Rund um den Bodensee gebe es wohl keinen Bürgermeister mehr, der sein Amt behalten will und für Fracking eintritt. Aber Müller-Bremberger weiß auch, dass das vermeintliche Mitspracherecht der Gemeinden rechtlich gar nicht existiert. Ihnen noch einmal das Wort zu gönnen, war nicht mehr als eine politische Pflichtübung. Die Gemeinden wissen das auch. Das erklärt den schwachen Rücklauf.

Vorarlbergs Position klar

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner nutzte indessen die Sitzung des „Ausschusses der Regionen“ in Brüssel dazu, noch einmal deutlich „gegen Schiefergas-Förderung am Bodensee“ einzutreten. Zu Fracking, bei dem Wasser und Chemie ­unter die Erde gepresst werden, um das Gas aus dem Gestein zu lösen, hat sich auch die Umwelt-Fachkommission des Ausschusses der Regionen sehr kritisch geäußert.