Die Frohe Botschaft in Holz und Gips

Vorarlberg / 20.11.2013 • 20:38 Uhr
Reinhard Feiersinger, Josef Hagen und Franz Ammann zeigen voller Stolz wunderschöne Krippen. Foto: VN/Hartinger
Reinhard Feiersinger, Josef Hagen und Franz Ammann zeigen voller Stolz wunderschöne Krippen. Foto: VN/Hartinger

Die Krippe bringt das Geschehen der Heiligen Nacht kunstgerecht auf den Punkt.

Schwarzach. Der Pfarrer von Bildstein ist ein bedächtiger Mann. Erfahren auch in fernöstlicher Meditation und ein gefragter geistlicher Begleiter. Aber wenn Paul Burtscher von seinen Krippen erzählen soll, tritt eine kindliche Freude in seine Augen. Behende hebt er ein gemaltes Panorama aus dem Stauraum im Keller. Maria und Josef, Ochs und Esel wurden aus Olivenholz geschnitzt. Sie warten das Jahr über im Schrank auf ihren Einsatz. Burtscher hat sie vor acht Jahren in Bethlehem gekauft. Die orientalische Krippe hat er eigenhändig gebastelt. Mit Torweg, Türmchen und Beleuchtung.

Größtes Wunder überhaupt

Einen zweiten Satz Krippenfiguren hat Paul Burtscher von seinen Eltern erhalten. Ein Grödner Schnitzer hat sie angefertigt. Und auch dieses Elternpaar, das an Bergbauern erinnert, bleibt nicht obdachlos. Burtscher hat ihm eine alpenländische Krippe angemessen. Stunden um Stunden muss er dran gesessen haben. Die Rankweiler Krippenbauer gaben ihm Anleitung. Und wer eine Ahnung von Paul Burtschers Terminkalender hat, fragt sich unweigerlich: Warum tut der sich das an? Der 59-jährige Seelsorger aus Fontanella schaut, als verstünde er die Frage nicht. Ach ja, er weiß schon. Manche reden vom Krippenbauen wie von Kinderspielereien. Nehmen’s einfach nicht ernst. „Das sind halt diejenigen, die nur mit dem Kopf denken können.“ Dabei ist es „das größte Wunder überhaupt, dass Gott Mensch geworden ist“. Er kam als Kind zur Welt. Dies, Tod und Auferstehung „sind die Angelpunkte unseres Glaubens“. Krippen, wie sie nun landauf, landab ausgestellt werden, sind in Holz und Gips gefasste Kurzfassungen der christlichen Frohen Botschaft.

Ochs und Esel wissen’s besser

Ursprünglich, blickt Burtscher in die Jahrhunderte zurück, wurde die Geburt in Ikonen und Gemälden dargestellt. Nur das Kind war darauf zu sehen. „Man beschränkte sich aufs Wesentlichste.“ Maria und Josef kamen später hinzu. Ochs und Esel steuerten die Kirchenväter bei. Sie nahmen Bezug auf eine Stelle im Alten Testament. Gleich am Anfang des Buches Jesaja steht da zu lesen: „Der Ochse kennt seinen Besitzer / und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, / mein Volk hat keine Einsicht.“ Jesaja, erklärt Burtscher, „ist das Prophetenbuch, das das endzeitliche Heilshandeln Gottes ankündigt und deswegen von Christen als Vorankündigung des Messias angesehen wird“.

Legenden finden den Ursprung der Krippendarstellung, wie wir sie kennen, bei Franz von Assisi. 1223 soll der radikal zum Christentum bekehrte Kaufmannssohn die Weihnachtsgeschichte in einer Höhle bei Greccio mit lebenden Menschen und Tieren nachgestellt haben. Bestärkt durch das Konzil von Trient (1545 bis 1563) versuchten die Orden der Jesuiten, Serviten und Franziskaner später, die Inhalte der Bibel durch szenenhafte Darstellungen unters Volk zu bringen. Nach dem Beispiel der Prager Jesuiten von 1562 stand bald in jeder Kirche, die auf sich hielt, eine Weihnachtskrippe.

Der Brauch erhielt sich bis in unsere Tage. Daran vermochten auch Maria Theresia und Joseph II. nichts zu ändern, die Weihnachtskrippen durch mehrere Verbote aus öffentlichen Gebäuden verbannten. Nun stellten Gläubige die Krippen eben zu Hause auf. Das ist bis heute so geblieben. Paul Burtscher stellt übrigens jedes Jahr beide Krippen auf.

Die Krippe hat Paul Burtscher selber gebaut. Foto: VN
Die Krippe hat Paul Burtscher selber gebaut. Foto: VN

Krippenausstellungen 2013

Woche 47

Krippenfreunde Diepoldsau, Kath. Pfarrzentrum Diepoldsau

Samstag, 23.11.2013, 18 bis 21 Uhr, mit Krippensegnung

Sonntag, 24.11.2013, 10.30 bis 17 Uhr

Krippenbauverein Langen b. B., Gemeindesaal „Treffpunkt“ Langen b. B.

Samstag, 23.11.2013, 14 bis 21 Uhr

Sonntag, 24.11.2013, 10 bis 18 Uhr

Woche 48

Krippenverein Braz, Klostertalhalle Braz

Samstag, 30.11.2013, 14 bis 21 Uhr, 18 Uhr Krippensegnung

Sonntag, 01.12.2013, 10 bis 17 Uhr

Krippenfreunde Großwalsertal, Mittelschule Blons Samstag, 30.11.2013, 10 bis 20 Uhr

Sonntag, 01.12.2013, 10 bis 17 Uhr

Howilar Krippelar, HOKUS, Gemeindesaal Hohenweiler

Samstag, 30.11.2013, 16 bis 22 Uhr, im Rahmen des Hohenweiler Weihnachtsmarktes

Krippenverein Klösterle, Kulturhalle Klösterle

Samstag, 30.11.2013, 20.30 Uhr, Eröffnung u. Krippenweihe

Sonntag, 01.12.2013, 10 bis 17 Uhr

Krippenfreunde Liechtenstein, Dorfsaal Triesen

Freitag, 29.11.2013, 17 bis 21 Uhr, 18.30 Uhr Krippensegnung

Samstag, 30.11.2013, 11 bis 20 Uhr

Sonntag, 01.12.2013, 10 bis 17 Uhr

Krippenverein Lustenau, Reichshofsaal Lustenau

Freitag, 29.11.2013, 14 bis 21 Uhr

Samstag, 30.11.2013, 10 bis 21 Uhr

Sonntag, 01.12.2013, 09 bis 18 Uhr, 10.45 Uhr Krippensegnung

Sonderschau Vergolden – Fachschule für Kunsthandwerk, Schnitzschule ­Elbigenalp

Krippenverein Nenzing, Ramschwagsaal Nenzing

Freitag, 29.11.2013, 19 bis 22 Uhr

Samstag, 30.11.2013, 14 bis 22 Uhr

Sonntag, 01.12.2013, 10 bis 17.30 Uhr

Woche 49

Krippenverein Dornbirn, Kulturhaus Dornbirn

Samstag, 07.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Sonntag, 08.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Krippenverein Götzis, Pfarrsaal Götzis

Freitag, 06.12.2013, 19 bis 22 Uhr, mit Krippensegnung

Samstag, 07.12.2013, 10 bis 20 Uhr

Sonntag, 08.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Krippenverein Hard, Seezentrum Hard

Freitag, 06.12.2013, 17 bis 21 Uhr, mit Krippensegnung

Samstag, 07.12.2013, 14 bis 19 Uhr

Sonntag, 08.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Krippenbauverein Koblach-Altach, Veranstaltungszentrum KOM in Altach

Samstag, 07.12.2013, 13 bis 20 Uhr

Sonntag, 08.12.2013, 09 bis 18 Uhr

Krippenfreunde Rankweil, Vereinshaus – Untere Bahnhofstraße

Freitag, 06.12.2013, 18.30 Uhr Eröffnung und Krippensegnung

Samstag, 07.12.2013, 10 bis 18 Uhr, 19 Uhr Jahreshauptversammlung

Sonntag, 08.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Krippenbauverein Sulzberg, Laurenzisaal Sulzberg

Samstag, 07.12.2013, 14 bis 21 Uhr

Sonntag, 08.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Woche 50

Krippenverein Altenstadt, Volksschule Altenstadt, Schulweg

Samstag, 14.12.2013, 13 bis 20 Uhr

Sonntag, 15.12.2013, 10 bis 18 Uhr

Krippenverein Buch, Gemeindesaal Buch

Samstag, 14.12.2013, 14 bis 21 Uhr, 20.00 Uhr Krippensegnung

Sonntag, 15.12.2013, 10 bis 17 Uhr

Krippenverein Innermontafon, Gemeindesaal St. Gallenkirch

Samstag, 14.12.2013, 14 bis 21 Uhr, 14 Uhr Krippensegnung

Sonntag, 15.12.2013, 9 bis 17 Uhr

Krippenverein Hörbranz-Lochau, Salvatorkolleg Hörbranz

Samstag, 14.12.2013, 13 bis 20 Uhr, 13.00 Uhr Krippensegnung

Sonntag, 15.12.2013, 8 bis 17 Uhr

10.30 Uhr Festmesse im Salvatorkolleg mit den „Kärntner Grenzlandsänger Dornbirn“

Krippenbauverein Rheindelta, Pfarrsaal Höchst – Kirchplatz

Freitag, 13.12.2013, 19 Uhr Eröffnung mit Krippensegnung

Samstag, 14.12.2013, 15 bis 21 Uhr

Sonntag, 15.12.2013, 9 bis 18 Uhr

Krippenverein Satteins, Pfarrheim Satteins

Samstag, 14.12.2013, 14 bis 20 Uhr, mit anschl. Krippensegnung

Sonntag, 15.12.2013, 10 bis 17 Uhr

Krippenbauverein Tisis, Pfarrzentrum Tisis

Samstag, 14.12.2013, 14 bis 20 Uhr

Sonntag, 15.12.2013, 10.30 bis 17 Uhr

Woche 51

Krippenbauverein Fellengatter, Haus der Begegnung, Frastanz

Samstag, 21.12.2013, 13 bis 20.30 Uhr

Sonntag, 22.12.2013, 09 bis 18 Uhr

begleitend findet eine Briefmarkenausstellung des Philatelieclubs Montfort statt!

Krippenverein Hittisau, Feuerwehr- u. Kulturhaus Hittisau

Samstag, 21.12.2013, 18 bis 22 Uhr, 20.30 Uhr Krippensegnung

Sonntag, 22.12.2013, 09.30 bis 16.30 Uhr

Chronologie

3. Jh. v. Chr.: Origenes berichtet davon, dass die Geburtsstätte zahlreiche Pilger anzog.

1223: Franziskus stellt das Weihnachtsgeschehen in einer Höhle nach.

1562: Jesuiten stellen in Prag eine Krippe auf.

1608: Die erste Krippe in Innsbruck ist belegt.

1615: Erste Weihnachtskrippe im Benediktinerinnenkloster Nonnberg in Salzburg. Zu den berühmtesten Krippen zählen bis heute die neapolitanischen Krippen, deren charakterstarke Köpfe an die Masken der italienischen Commedia dell’arte erinnern. Die Szene der Geburt Christi wird dort oft in äußerst aufwendige und detailreiche Straßen- und Marktszenen eingebettet, sodass die Darstellung der Geburt oft nur noch Nebensache scheint.

18. Jh.: Verbote von Krippen im öffentlichen Raum bringt die Weihnachtskrippe in Privathäuser.

19. Jh.: Der Christbaum findet allgemein Verbreitung.