Spezial-Station für Schlaganfälle

Foto: VN/Hofmeister
Ab März 2014 wird das LKH Feldkirch auch offiziell über eine Stroke Unit verfügen.
feldkirch. Es hat lange gedauert, aber nun ist es fix: Das seit April im LKH Feldkirch bestehende Institut für Akutneurologie und Schlaganfall (IANS) wird zur Stroke Unit, also einer Spezialabteilung für die Behandlung von Schlaganfällen, ausgebaut. Schon Anfang März des kommenden Jahres sollen alle Formalkriterien zur Anerkennung als Stroke Unit erfüllt sein. Das bestätigte der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Dr. Gerald Fleisch, auf VN-Nachfrage.
Intensive Vorbereitungen
Immer wieder einmal war das als ansonsten äußerst vorbildlich geltende Vorarlberger Gesundheitswesen wegen des Fehlens einer solchen Einrichtung kritisiert worden. Im IANS selbst wurden von Jänner bis Ende Oktober dieses Jahres 175 Patienten mit der Hauptdiagnose Schlaganfall stationär behandelt.
Die Vorbereitungen in dem von Primar Dr. Werner Philipp geleiteten Institut laufen auf Hochtouren. Im organisatorischen Bereich waren die letzten Monate von der Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Ausgestaltung der Abläufe bei der Verlegung von Patienten nach der Akutbehandlung am IANS in die Nachbehandlung oder Nachsorge geprägt. „Unter anderem haben wir mit dem LKH Rankweil ein Konzept zur Überleitung von Schlaganfallpatienten erarbeitet und bereits umgesetzt“, erläutert Gerald Fleisch.
Auf struktureller Ebene wurden die Räumlichkeiten des Instituts umgebaut und auf den neuesten medizintechnischen Standard gebracht. Konkret erfolgte eine Aufstockung der Überwachungsplätze von zehn auf 14. Weitere Räumlichkeiten stehen in der Ambulanz Ost des LKH Feldkirch zur Verfügung, die aktuell den Anforderungen einer modernen Schlaganfallbehandlung angepasst und bis 1. März 2014 vollumfänglich betriebsbereit sein werden. Beide Einheiten zusammen bilden im Vollausbau die Stroke Unit.
24-Stunden-Versorgung
Ein weiteres Kriterium für die Anerkennung als Stroke Unit ist die zeitlich unbegrenzte Versorgung. „Bereits ab 7. März, wenn die neuen Räumlichkeiten in der Ambulanz Ost in Betrieb gehen, wird es möglich sein, im IANS täglich einen fachärztlichen Service bis 20 Uhr anzubieten“, so der KHBG-Direktor. Mit dem Dienstantritt weiterer Fachärzte ab März 2014 soll das Institut dann im 24-Stunden-Dienst laufen.
Das heißt, es wird rund um die Uhr ein Facharzt bzw. eine Fachärztin für Neurologie anwesend sein. Damit wäre schließlich auch die letzte Vorgabe erfüllt, um offiziell die Bezeichnung „Stroke Unit“ führen zu dürfen. Derzeit sind am Institut fünf Ärzte beschäftigt, insgesamt braucht es sechs Mediziner.
Laut Gerald Fleisch werden Schlaganfallpatienten vom IANS aber weiterhin in enger Kooperation mit den Abteilungen für Innere Medizin und Kardiologie behandelt. Die akutneurologische Versorgung im LKH Feldkirch sei jedoch schon jetzt zu einem unverzichtbaren Baustein in der Vorarlberger Gesundheitslandschaft geworden. „Und der Bedarf an neurologischer Versorgng wird eher zu- als abnehmen“, vermutet Fleisch. Er zeigt sich mit der bisherigen Entwicklung „sehr zufrieden“. Die Kooperation des Instituts mit anderen Abteilungen im Spital sowie mit dem LKH Rankweil, aber auch mit den anderen Häusern, verlaufe positiv.
Verzögerter Beginn
Das Institut für Akutneurologie und Schlaganfall gibt es seit 1. April 2013. Die Inbetriebnahme verzögerte sich, weil das Land mit der Genehmigung säumig war. Inzwischen habe sich das IANS sehr erfolgreich im Schwerpunktkrankenhaus etabliert, ist vonseiten der Krankenhausbetriebsgesellschaft zu vernehmen. Die Kosten für das IANS beliefen sich auf rund 600.000 Euro. Mit der Umwandlung in eine Stroke Unit wird es einen finanziellen Mehrbedarf geben, auch, weil zusätzliches Personal erforderlich ist.
Der Bedarf an neurologischer Versorgung wird zunehmen.
Gerald Fleisch