Im Einsatz für andere

164.000 Vorarlberger sind in 4500 Vereinen von Sport bis Kultur ehrenamtlich aktiv.
Schwarzach. Fast jeder zweite Vorarlberger ist ehrenamtlich aktiv. Rund 61.000 der Ehrenamtlichen, das sind in Vorarlberg rund 46 Prozent, sind im
Sportbereich engagiert. 42.600
machen sich im sozialen Bereich stark sowie 34.400 Menschen im kulturellen und 26.900 Vorarlberger sind im Freizeitbereich aktiv. Aber nicht nur zahlreiche Mitgliedschaften und das Engagement in einem Verein zeichnen die Vorarlberger aus. Circa 66.500 Personen schenken ihre Zeit unentgeltlich für ein sogenanntes informelles Engagement. Darunter fallen Nachbarschaftshilfen, Bürgerinitiativen oder Selbsthilfegruppen, die nicht in einem Verein verankert sind. Dieses informelle Engagement überschneidet sich oft mit Tätigkeiten in formellen Vereinen. So sind insgesamt 164.000 Vorarlberger freiwillig engagiert. Im Durchschnitt arbeiten von Jung bis Alt Ehrenamtliche rund drei bis sechs Stunden pro Woche. Christian Pfanner, Michael Simma, Helmut Düringer, Alois Pfanner, Gerhard Ritter, Bernhard Kempf Simon Künz und Pius Mätzler gehören zu der zwei Frauen und 16 Männer starken Baumbergegruppe des Roten Kreuzes in Andelsbuch. Ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann hilft bei jedem Einsatz. Seit 1986, mit Beginn des Flugsports in Andelsbuch, gibt es die Einsatzgruppe. Ein Bereitschaftsdienst dauert rund sechs Tage. „Den Engagierten aktiv zur Seite zu stehen, ist für das Land ein zentrales Anliegen“, so LH Wallner.

Feuerwehr Lorüns, Landesfeuerwehrverband
„Mich hat die Feuerwehr und deren ehrenamtlicher Einsatz einfach interessiert. Gleich drei Generationen sind in unserer Familie bei der Freiwilligen Feuerwehr“, erzählt Norbert Batlogg, der seit 1962 bei der Feuerwehr – der Ortsfeuerwehr Lorüns und dem Landesfeuerwehrverband – ist. Der kameradschaftliche Umgang der Feuerwehrkollegen, die technischen Gerätschaften, in Not geratenen Menschen zu helfen, motiviert den 67-Jährigen. Interessant und spannend sei auch, die verschiedenen Lehrgänge zu besuchen und bei Fortbildungen zu unterrichten.
„Für mich ist es notwendig und selbstverständlich, mein Wissen an die Kollegen weiterzugeben“, sagt der begeisterte Feuerwehrler, der über 75 Weiterbildungen von Atemschutzübungen bis hin zum Strahlenschutz absolvierte. In nur einem Jahr bildet er beim Landesfeuerwehrverband ehrenamtlich über Tausend Feuerwehrleute aus – vom Basiskurs bis hin zur Spezialausbildung. Es sind unzählige ehrenamtliche Stunden, die er für seine Mitmenschen investiert.

Obmann-Stellvertreter und Abteilungsleiter der Turnerschaft Dornbirn
Mit sechs Jahren kam der heute 68-jährige Werner Stiebinger zur Dornbirner Turnerschaft. Bereits während seiner aktiven Sportlerkarriere begann er darüber hinaus, im Verein ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen. Die Mithilfe bei der Organisation von Veranstaltungen oder als Verantwortlicher für die Geräte etwa. Heute ist er seit nunmehr einem halben Jahrhundert bei der Turnerschaft Dornbirn ehrenamtlich engagiert. „25 Jahre lang habe ich auch in der Akrobaten-Gruppe ‚Die vier Tomy’s‘ geturnt. Im Organisationsteam für Veranstaltungen sowie für die Gerätschaften und die Infrastruktur zuständig war ich unter anderem auch bei der Eurogym 2002 oder der Gymnaestrada 2007. Auch beim Umbau der historischen Jahnturnhalle war ich involviert“, sagt der Obmann-Stellvertreter. „Wenn es das Ehrenamt nicht gäbe, hätten Vereine keine Überlebenschance mehr. Ohne unsere rund 50 Ehrenamtlichen wären die erbrachten Leistungen für unseren Verein nicht zu finanzieren“, rechnet der Dornbirner vor, der selbst pro Woche rund zehn Stunden investiert.
„Wenn Not am Mann ist, trainiere ich auch ab und zu unseren Nachwuchs, was mir viel Freude bereitet. Wenn es Veranstaltungen zu organisieren gilt, kommen dann meist noch viele Arbeitsstunden hinzu.“ Es motiviere ihn, wenn die Jugend für den Turnsport zu begeistern ist, Veranstaltungen gut ablaufen und es positive Resonanz der Turner und der Bevölkerung gibt. „Da zählt man dann die erbrachten Stunden nicht mehr, das gehört einfach dazu.“

Lerncafé in Dornbirn
Eigentlich wollte Sabrina für ein Jahr ins Ausland, was aber letztlich nicht geklappt hat. Um jedoch ihre Zeit bis zum Studienantritt im kommenden Jahr sinnvoll zu nützen, ist sie seit Oktober im Dornbirner Lerncafé der Caritas ehrenamtlich engagiert. „Dreimal in der Woche, also Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, bin ich von 13.30 bis 17 Uhr im Lerncafé in Dornbirn“, erzählt die 18-jährige sympathische Bregenzerin. Bis um circa 15.30 Uhr lernt sie mit den Kindern, steht ihnen bei den Hausaufgaben bei und unterstützt sie vom Rechnen bis zum Gedicht auswendig lernen. Im Lerncafé sind Kinder von acht bis 14 Jahren. „In Gruppen aufgeteilt hat dann jeder drei bis sechs Kinder zu betreuen. Um 16 Uhr machen wir zusammen eine gesunde Jause, die wir mit den Kindern, die ihre Hausaufgaben erledigt haben, zusammen herrichten.“ Danach wird ausgiebig gespielt.
„Eine Herausforderung war, die Kinder für zwei Stunden zu motivieren, dass sie ihre Hausaufgaben konzentriert erledigen und bei der Sache bleiben. Aber das klappt“, erzählt Eberharter, die im Vorfeld als Jungscharleiterin in der Pfarre Mariahilf mit Kindern zusammen gearbeitet hat. „Ich finde es schön, wenn man nach kurzer Zeit einen Erfolg erkennen kann. Dann zeigen sie stolz ihre guten Noten oder können den Rechenweg, der ihnen eine Woche zuvor noch Mühe bereitet hat.“

Ein Jahr freiwilliger Auslandsdienst in Mexiko, organisiert über die Pfarre Frastanz.
Über Bekannte sind die Maturanten Alexander Lorenz und Pierre Winkler jeweils unabhängig voneinander auf das Thema „Auslandsprojekte“ aufmerksam geworden. Freunde ihrer Eltern arbeiten für das Projekt „Sueninos“, mit dem Infrastruktur und Lehmhäuser in San Cristóbal de las Casas in Mexiko aufgebaut werden. „Dann habe ich mich über das Projekt informiert und erfahren, dass sie Freiwillige suchen“, berichtet der 19-jährige Alexander Lorenz. Bei einem Informationsseminar für Freiwilligendienste lernten sie sich kennen. „Für mich war die Herausforderungen, als ich für ein Jahr im Herbst 2012 nach Mexiko flog, ganz klar die Sprache. Ich bereitete mich im Zuge eines einwöchigen Intensivkurses vor. Zuerst versteht man jedoch vor Ort fast nichts“, erzählt er. Pierre Winkler: „Unsere Hauptaufgabe war, vor Ort mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen sozialen Einrichtungen zu arbeiten. Wir haben zum Beispiel Lehrer unterstützt, Englischworkshops gegeben, mit Kindern Sport gemacht oder gespielt.“
Für beide sei das freiwillige Jahr eine Bereicherung gewesen, denn mit Spanischkenntnissen, einem Netzwerk und reichen Erfahrungsschätzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kamen sie diesen Herbst wieder nach Vorarlberg. „Es war einprägsam zu sehen, wie andere Menschen leben und teilweise in welcher Armut sie leben, eine völlig andere Kultur und auch eine gewisse und ungewohnte Gemächlichkeit zu erlernen“, sagt Winkler.

Vorderlandhus
Durch eine Bekannte seiner Wandergruppe wurde Franz Xaver Metzler aus Sulz auf eine ehrenamtliche Tätigkeit im Sozialzentrum Lebensraum Vorderland in Röthis aufmerksam. „Ich wusste zuerst nicht, wie man dort mit den Menschen arbeitet und wie meine Hilfe sinnvoll einzusetzen ist“, verrät er. „Aber nach einem Infoabend gab es für mich kein Überlegen mehr. Seit sechs Monaten bin ich beim Betreuten Wohnen im ‚Mitwyllarhus‘ in Weiler ehrenamtlich tätig. Davon einen halben Tag in der Woche und auf Abruf für den Erhalt der Haustechnik und für alles, was sonst noch so in einem Haus anfällt, wie Reparaturen und Service, zuständig.“
Er ist einer von 16 Ehrenamtlichen im Vorderlandhus. „Es sind hauptsächlich Frauen, aber wir könnten noch ein paar starke Männer gebrauchen“, sagt er und lächelt. Als Chauffeur und Hilfe für Menschen mit Behinderung bei Ausflügen in der näheren Umgebung ist er zudem seit drei Monaten in der Tagesbetreuung vom Vorderlandhus aktiv. Ab und zu musiziert der 70-Jährige auch mit Gitarre oder Trompete für die Anwesenden. Zeit schenkt er regelmäßig einmal in der Woche einem älteren Herren im Betreuten Wohnen, dann steht Jassen, mit dem Rollstuhl spazieren fahren oder einfach Reden auf dem Programm. „Hier sind alle so nett und freundlich, das ist ansteckend. Mich motiviert es zusätzlich, dass die Bewohner sich auf einen freuen und sehr dankbar sind, da bekommt man einfach sehr viel zurück“, beschreibt er seine Beweggründe.

KIT (Kriseninterventionsteam Vorarlberg), Rettung Lustenau
Seit drei Jahren ist Daniela Koller beim KIT Vorarlberg als Kriseninterventionshelferin ehrenamtlich tätig. „Ich arbeite vier Dienste im Monat, jeweils zwölf Stunden lang“, erzählt Koller. Alamiert werden die Helfer in Notsituationen per Pager. Seit 13 Jahren ist sie bei der Lustenauer Rettung. Dort wurde sie durch eine Kollegin, die auch beim KIT ist, auf diese Möglichkeit zu helfen aufmerksam. „Bei der Rettung haben wir keine Zeit, uns um die Angehörigen, die oftmals in schwerer Not waren, zu kümmern. Meist wurde man gleich zum nächsten Einsatz gerufen.“
Beim KIT-Einsatz hat sie im Schnitt rund drei Stunden Zeit für Menschen, die sich „in einer furchtbaren Situation durch den Verlust eines Angehörigen befinden.“ Je nachdem, wie lange sie gebraucht wird, kann der Einsatz auch mal länger dauern. „Oft reicht es auch, dass man einfach nur für den anderen da ist.“ Für andere Menschen da sein und ihnen das Gefühl geben, dass jemand in ihrer Not eine Hand reicht, motiviert die Hohenemserin. Bei der Rettung ist sie seit eineinhalb Jahren für die Erste-Hilfe-Ausbildung zuständig und absolviert Sonderdienste bei Veranstaltungen.

Tschagguns
Caritas Werkstätte Montafon und Selbsthilfeverein Montafon für Menschen mit Hirntrauma
Kurt Gerszi arbeitet seit März 2012, nachdem er ein Praktikum in der Caritas Werkstätte Montafon in Schruns absolvierte, jeden Dienstagvormittag im Büro. Ehrenamtlich arbeitet er in der Schrunser Werkstätte seit Oktober 2012. Er führt die Kassa, macht Abrechnungen „und alles, was sonst noch im Büro an Arbeit anfällt. Aufgrund eines Nystagmus meiner Augen kann ich keine Arbeiten am PC oder Telefon durchführen“, sagt der sympathische 53-jährige Tschaggunser. Seit einer Hirnblutung im Stammhirn im September 2010 ist er an den Rollstuhl gebunden. „Ich mache das gerne, weil ich etwas von der Hilfe, die Menschen mir während meiner Aufenthalte im Krankenhaus und der Reha entgegengebracht haben, der Gesellschaft zurückgeben will. Ich arbeite mit Freude und es ist eine Bestätigung für mich, dass ich nicht abgeschoben bin.“
Zusätzlich ist Kurt Gerszi im Schrunser Selbsthilfeverein Montafon für Menschen mit Gehirnschäden aktiv, den er im März dieses Jahres gegründet hat. Jeden Freitagnachmittag treffen sich derzeit 28 Mitglieder. „Es macht mir Freude, wenn Mitglieder wieder mehr Selbstbewusstsein erfahren“, sagt Gerszi, der vor seiner Hirnblutung Verkäufer für Aluminium war.

Obmann-Stellvertreter und Abteilungsleiter der Turnerschaft Dornbirn
Mit sechs Jahren kam der heute 68-jährige Werner Stiebinger zur Dornbirner Turnerschaft. Bereits während seiner aktiven Sportlerkarriere begann er darüber hinaus, im Verein ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen, die Mithilfe bei der Organisation von Veranstaltungen oder als Verantwortlicher für die Geräte etwa. Heute ist er seit nunmehr einem halben Jahrhundert bei der Turnerschaft Dornbirn ehrenamtlich engagiert. „25 Jahre lang habe ich auch in der Akrobaten-Gruppe ‚Die vier Tomy’s‘ geturnt. Im Organisationsteam für Veranstaltungen sowie für die Gerätschaften und die Infrastruktur zuständig war ich unter anderem auch bei der Eurogym 2002 oder der Gymnaestrada 2007. Auch beim Umbau der historischen Jahnturnhalle war ich involviert“, sagt der Obmann-Stellvertreter. „Wenn es das Ehrenamt nicht gäbe, hätten Vereine keine Überlebenschance mehr. Ohne unsere rund 50 Ehrenamtlichen wären die erbrachten Leistungen für unseren Verein nicht zu finanzieren“, rechnet der Dornbirner vor, der selbst pro Woche rund zehn Stunden investiert.
„Wenn Not am Mann ist, trainiere ich auch ab und zu unseren Nachwuchs, was mir viel Freude bereitet. Wenn es Veranstaltungen zu organisieren gilt, kommen dann meist noch viele Arbeitsstunden hinzu.“ Es motiviere ihn, wenn die Jugend für den Turnsport zu begeistern ist, Veranstaltungen gut ablaufen und es positive Resonanz der Turner und der Bevölkerung gibt. „Da zählt man dann die erbrachten Stunden nicht mehr, das gehört einfach dazu.“

Lerncafé in Dornbirn
Eigentlich wollte Sabrina für ein Jahr ins Ausland, was aber letztlich nicht geklappt hat. Um jedoch ihre Zeit bis zum Studienantritt im kommenden Jahr sinnvoll zu nützen, ist sie seit Oktober im Dornbirner Lerncafé der Caritas ehrenamtlich engagiert. „Dreimal in der Woche, also Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, bin ich von 13.30 bis 17 Uhr im Lerncafé in Dornbirn“, erzählt die 18-jährige sympathische Bregenzerin. Bis um circa 15.30 Uhr lernt sie mit den Kindern, steht ihnen bei den Hausaufgaben bei und unterstützt sie vom Rechnen bis zum Gedicht auswendig lernen. Im Lerncafé sind Kinder von acht bis 14 Jahren. „In Gruppen aufgeteilt hat dann jeder drei bis sechs Kinder zu betreuen. Um 16 Uhr machen wir zusammen eine gesunde Jause, die wir mit den Kindern, die ihre Hausaufgaben erledigt haben, zusammen herrichten.“ Danach wird ausgiebig gespielt.
„Eine Herausforderung war, die Kinder für zwei Stunden zu motivieren, dass sie ihre Hausaufgaben konzentriert erledigen und bei der Sache bleiben. Aber das klappt“, erzählt Eberharter, die im Vorfeld als Jungscharleiterin in der Pfarre Mariahilf mit Kindern zusammen gearbeitet hat. „Ich finde es schön, wenn man nach kurzer Zeit einen Erfolg erkennen kann. Dann zeigen sie stolz ihre guten Noten oder können den Rechenweg, der ihnen eine Woche zuvor noch Mühe bereitet hat.“

Ein Jahr freiwilliger Auslandsdienst in Mexiko, organisiert über die Pfarre Frastanz.
Über Bekannte sind die Maturanten Alexander Lorenz und Pierre Winkler jeweils unabhängig voneinander auf das Thema „Auslandsprojekte“ aufmerksam geworden. Freunde ihrer Eltern arbeiten für das Projekt „Sueninos“, mit dem Infrastruktur und Lehmhäuser in San Cristóbal de las Casas in Mexiko aufgebaut werden. „Dann habe ich mich über das Projekt informiert und erfahren, dass sie Freiwillige suchen“, berichtet der 19-jährige Alexander Lorenz. Bei einem Informationsseminar für Freiwilligendienste lernten sie sich kennen. „Für mich war die Herausforderung, als ich im Herbst 2012 für ein Jahr nach Mexiko flog, ganz klar die Sprache. Ich bereitete mich im Zuge eines einwöchigen Intensivkurses vor. Zuerst versteht man jedoch vor Ort fast nichts“, erzählt er. Pierre Winkler: „Unsere Hauptaufgabe war, vor Ort mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen sozialen Einrichtungen zu arbeiten. Wir haben zum Beispiel Lehrer unterstützt, Englischworkshops gegeben, mit Kindern Sport gemacht oder gespielt.“
Für beide sei das freiwillige Jahr eine Bereicherung gewesen, denn mit Spanischkenntnissen, einem Netzwerk und reichen Erfahrungsschätzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kamen sie diesen Herbst wieder nach Vorarlberg. „Es war einprägsam, zu sehen, wie andere Menschen leben und teilweise in welcher Armut sie leben, eine völlig andere Kultur und auch eine gewisse und ungewohnte Gemächlichkeit zu erlernen“, sagt Winkler.

Vorderlandhus
Durch eine Bekannte seiner Wandergruppe wurde Franz Xaver Metzler aus Sulz auf eine ehrenamtliche Tätigkeit im Sozialzentrum Lebensraum Vorderland in Röthis aufmerksam. „Ich wusste zuerst nicht, wie man dort mit den Menschen arbeitet und wie meine Hilfe sinnvoll einzusetzen ist“, verrät er. „Aber nach einem Infoabend gab es für mich kein Überlegen mehr. Seit sechs Monaten bin ich beim Betreuten Wohnen im ‚Mitwyllarhus‘ in Weiler ehrenamtlich tätig, davon einen halben Tag in der Woche und auf Abruf für den Erhalt der Haustechnik und für alles, was sonst noch so in einem Haus anfällt, wie Reparaturen und Service, zuständig.“
Er ist einer von 16 Ehrenamtlichen im Vorderlandhus. „Es sind hauptsächlich Frauen, aber wir könnten noch ein paar starke Männer gebrauchen“, sagt er und lächelt. Als Chauffeur und Hilfe für Menschen mit Behinderung bei Ausflügen in der näheren Umgebung ist er zudem seit drei Monaten in der Tagesbetreuung im Vorderlandhus aktiv. Ab und zu musiziert der 70-Jährige auch mit Gitarre oder Trompete für die Anwesenden. Zeit schenkt er regelmäßig einmal in der Woche einem älteren Herrn im Betreuten Wohnen, dann steht Jassen, mit dem Rollstuhl spazieren fahren oder einfach Reden auf dem Programm. „Hier sind alle so nett und freundlich, das ist ansteckend. Mich motiviert es zusätzlich, dass die Bewohner sich auf einen freuen und sehr dankbar sind, da bekommt man einfach sehr viel zurück“, beschreibt er seine Beweggründe.

KIT (Kriseninterventionsteam Vorarlberg), Rettung Lustenau
Seit drei Jahren ist Daniela Koller beim KIT Vorarlberg als Kriseninterventionshelferin ehrenamtlich tätig. „Ich arbeite vier Dienste im Monat, jeweils zwölf Stunden lang“, erzählt Koller. Alarmiert werden die Helfer in Notsituationen per Pager. Seit 13 Jahren ist sie bei der Lustenauer Rettung. Dort wurde sie durch eine Kollegin, die auch beim KIT ist, auf diese Möglichkeit zu helfen aufmerksam. „Bei der Rettung haben wir keine Zeit, uns um die Angehörigen, die oftmals in schwerer Not waren, zu kümmern. Meist wurde man gleich zum nächsten Einsatz gerufen.“
Beim KIT-Einsatz hat sie im Schnitt rund drei Stunden Zeit für Menschen, die sich „in einer furchtbaren Situation durch den Verlust eines Angehörigen befinden.“ Je nachdem, wie lange sie gebraucht wird, kann der Einsatz auch mal länger dauern. „Oft reicht es auch, dass man einfach nur für den anderen da ist.“ Für andere Menschen da sein und ihnen das Gefühl geben, dass jemand in ihrer Not eine Hand reicht, motiviert die Hohenemserin. Bei der Rettung ist sie seit eineinhalb Jahren für die Erste-Hilfe-Ausbildung zuständig und absolviert Sonderdienste bei Veranstaltungen.

Feuerwehr Lorüns, Landesfeuerwehrverband
„Mich hat die Feuerwehr und deren ehrenamtlicher Einsatz einfach interessiert. Gleich drei Generationen sind in unserer Familie bei der Freiwilligen Feuerwehr“, erzählt Norbert Batlogg, der seit 1962 bei der Feuerwehr – der Ortsfeuerwehr Lorüns und dem Landesfeuerwehrverband – ist. Der kameradschaftliche Umgang der Feuerwehrkollegen, die technischen Gerätschaften, in Not geratenen Menschen zu helfen, motiviere den 67-Jährigen. Interessant und spannend sei auch, die verschiedenen Lehrgänge zu besuchen und bei Fortbildungen zu unterrichten.
„Für mich ist es notwendig und selbstverständlich, mein Wissen an die Kollegen weiterzugeben“, sagt der begeisterte Feuerwehrler, der über 75 Weiterbildungen von Atemschutzübungen bis hin zum Strahlenschutz absolvierte. In nur einem Jahr bildet er beim Landesfeuerwehrverband ehrenamtlich über Tausend Feuerwehrleute aus – vom Basiskurs bis hin zur Spezialausbildung. Es sind unzählige ehrenamtlichen Stunden, die er für seine Mitmenschen investiert.

Tschagguns
Caritas Werkstätte Montafon und Selbsthilfeverein Montafon für Menschen mit Hirntraumata
Kurt Gerszi arbeitet seit März 2012, nachdem er ein Praktikum in der Caritas Werkstätte Montafon in Schruns absolvierte, jeden Dienstagvormittag im Büro. Ehrenamtlich arbeitet er in der Schrunser Werkstätte seit Oktober 2012. Er führt die Kassa, macht Abrechnungen „und alles, was sonst noch im Büro an Arbeit anfällt. Aufgrund eines Nystagmus meiner Augen kann ich keine Arbeiten am PC oder Telefon durchführen“, sagt der sympathische 53-jährige Tschaggunser. Seit einer Hirnblutung im Stammhirn im September 2010 ist er an den Rollstuhl gebunden. „Ich mach das gerne, weil ich etwas von der Hilfe, die Menschen mir während meiner Aufenthalte im Krankenhaus und der Reha entgegengebracht haben, der Gesellschaft zurückgeben will.“ Ich arbeite mit Freude und es ist eine Bestätigung für mich, dass ich nicht abgeschoben bin.
Zusätzlich ist Kurt Gerszi im Schrunser Selbsthilfeverein Montafon für Menschen mit Gehirnschäden aktiv, den er im März dieses Jahr gegründet hat. Jeden Freitagnachmittag treffen sich derzeit 28 Mitglieder. „Es macht mir Freude, wenn Mitglieder wieder mehr Selbstbewusstsein erfahren“, sagt Gerszi, der vor seiner Hirnblutung Verkäufer für Aluminium war.