„Brisante Lücke wurde entschärft“

Vorarlberg / 17.12.2013 • 20:03 Uhr
Im Heilpädagogischen Zentrum Carina werden Kinder auch weiterhin in der gewohnten Qualität betreut.  Foto: VOL
Im Heilpädagogischen Zentrum Carina werden Kinder auch weiterhin in der gewohnten Qualität betreut. Foto: VOL

Neues Konzept führt alle kinder- und jugendpsychiatrischen Angebote zusammen.

feldkirch. Manchmal kommen sogar Politiker ohne viele Worte aus. „Es ist wie ein Weihnachtsgeschenk“, kommentierte Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard denn auch kurz und bündig das Zustandekommen eines neuen Kinder- und Jugendpsychiatriekonzepts. Die Erleichterung ist verständlich. Immerhin dauerte es fast zwei Jahre, bis der Vertrag zwischen Land, Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und der Stiftung Carina unterschriftsreif war. „Damit schafft Vorarlberg ein durchgängige medizinische und sozialpädagogische Versorgung für Kinder und Jugendliche bis 18“, sagte Dr. Wolfgang Menz, der das HPZ Carina in den vergangenen 30 Jahren mitaufgebaut hat.

Mehr Betten und Personal

Spätestens ab 1. April 2014 übernimmt die KHBG die ärztliche Leitung und die Betriebsführung des Heilpädagogischen Zentrums Carina. Im LKH Rankweil wird ein eigenes Primariat für Kinder- und Jugendpsychiatrie geschaffen. Die Ausschreibung erfolgt demnächst. Bis dahin übernimmt interimistisch OÄ Dr. Maria Veraar die Leitung. Sie wird sich auch für das Primariat bewerben. Außerdem gibt es mehr Betten. Gesamt sind es ab 1. Februar kommenden Jahres 32 stationäre und 15 ambulante Plätze. Neu ist, dass es jeweils zwei Betten für Kinder und Jugendliche in akuten Krisenfällen gibt. Diese Notversorgung war bislang nicht möglich. „Nun ist eine brisante Versorgungslücke entschärft“, so Veraar.

Weiters wurden mittelfristig zehn zusätzliche Mitarbeiterstellen budgetiert. Ebenso sollen die Ausbildungsstellen von derzeit 1,5 auf mindestens 3 erhöht werden. „Wenn wir ein Angebot schaffen, können wir sie auch besetzen“, ist Maria Veraar überzeugt. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie gilt ja allgemein als Mangelfach.

Sorge um den Standort

Die im LKH Feldkirch befindliche kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz bleibt laut KHBG-Geschäftsführer Till Hornung bestehen. Gleiches gilt für die Carina-Tageskliniken in Feldkirch und Bregenz und natürlich für das Stammhaus in Feldkirch. Damit konnte auch einer ausdrücklichen Forderung des Stiftungs-Kuratoriums entsprochen werden. Die Sorge um den Standort Carina war nämlich ein großes Thema in den Verhandlungen. „Landesrat Bernhard hat uns aber zugesagt, dass der Standort trotz Ausbau des LKH Rankweil erhalten bleibt“, so die Stiftungsvorsitzende Dr. Johanna Fiedler. Damit sei der Stiftungsauftrag, nämlich die sozialpädagogische Therapie in einem kinderfreundlichen Umfeld, das die Carina schon seit 30 Jahren auszeichne, langfristig gesichert. „Es war ein langer und mühevoller Weg“, räumte Johanna Fiedler ein. Doch jetzt überwiegt die Freude am Erreichten. „Ich bin sehr zufrieden über den gemeinsamen Weg in die Zukunft“, konstatierte die Stiftungs-Vorsitzende. Und das Land kam mit der Zusammenlegung der kinder- und jugendpsychiatrischen Angebote auch den entsprechenden Empfehlungen des Rechnungshofs aus dem Jahr 2011 nach.

Im LKH Rankweil werden jährlich 150 junge und jugendliche Patienten stationär behandelt, in der Sonderkrankenanstalt Carina sind es etwa 80, Tendenz laut Fachleuten steigend. Umso wichtiger sei eine gute Versorgungskette.