Land lagert Aufgaben von Amtsärzten aus

Der Personalmangel auch in diesem Bereich zeitigt nun entsprechende Folgen.
bregenz. Der Mangel an Amtsärzten zeitigt Folgen: Das Land hat verschiedene Aufgaben ausgelagert. So werden beispielsweise Suchtmittelbegutachtungen jetzt von stationär und ambulant tätigen Fachpersonen vorgenommen. Ebenfalls fremdvergeben wurden die Hygiene- und Sanitärkontrollen in den Pflegeheimen. Dafür ist künftig die Hygieneabteilung im LKH Feldkirch zuständig. Laut Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard gibt es damit eine „deutliche Entlastung“ für die Amtsärzte.
Psychiater begutachten
Obwohl bei der Landesregierung zwischenzeitlich eine Amtsärztin gefunden werden konnte, und auch alle vier Bezirkshauptmannschaften einen Amtsarzt beschäftigen, sind immer noch 2,5 Stellen offen. Der Grund: Die Amtsärzte arbeiten vorwiegend in Teilzeit. Aufgrund des Personalmangels war schon daran gedacht worden, amtsärztliche Leistungen bei der Landessanitätsdirektion zu konzentrieren. Nun jedoch entschieden sich die Verantwortlichen für den Weg der Auslagerung. Die Begutachtung von Personen im Falle eines angezeigten Drogenmissbrauchs übernehmen jetzt andere.
Laut Landessanitätsdirektor Dr. Wolfgang Grabher handelt es sich vorwiegend um Psychiater des Suchtkrankenhauses Maria Ebene sowie der Therapiestation Lukasfeld. Mit dabei sind aber auch Ärzte ambulanter Drogeneinrichtungen. Suchtbegutachtungen werden durchgeführt, wenn es nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommt, und die Rücknahme der Anzeige an eine gesundheitsbezogene Maßnahme gekoppelt wird. Was die Hygiene- und Sanitärkontrollen in den 50 Pflegeheimen betrifft, fallen solche alle drei Jahre an. „Das heißt, jährlich sind rund 17 Heime in dieser Sache zu prüfen“, berechnet der Landessanitätsdirektor den Arbeitsaufwand.
Möglichkeit im LKH Bregenz
Eine Neuerung gibt es außerdem bei den Untersuchungen nach dem Unterbringungsgesetz. Seit einigen Wochen übernimmt neben dem KH Maria Ebene in Frastanz auch die Ambulante Erstversorgungseinheit (AEE) im LKH Bregenz solche Untersuchungen. Wolfgang Grabher spricht von einem „guten Start“. Nach einem Jahr soll die Maßnahme evaluiert werden. Pro Jahr fallen in Vorarlberg 450 bis 500 Untersuchungen nach dem Unterbringungsgesetz an. Sie erfolgen bei „Gefahr in Verzug“. Mit dem Rückgang der ärztlichen Bereitschaftsdienste brach zunehmend die Bereitschaft zur Durchführung dieser Untersuchungen weg. Deshalb mussten andere Lösungen her.
Den Landessanitätsrat ereilt ebenfalls eine Neuerung. Statt sieben ständige und sieben nichtständige Mitglieder gibt es ab 2014 neun ständige Mitglieder. „Verwaltungvereinfachung“ nennt es Grabher.
Nach einem Jahr werden wir die Maßnahme evaluieren.
wolfgang grabher