Für Kraftwerk Bregenzerach ist „Variante Pfänder“ der Favorit

Kraftwerk Bregenzerach soll 2015 ins Behördenverfahren, außer Ökologen sagen Nein.
Bregenz. Der heimische Energieversorger illwerke vkw will spätestens ab 2016 an der Bregenzerach ein neues Kraftwerk errichten. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung steht 2015 an.
Nur eine Variante blieb übrig
Geplant ist, der Bregenzerach beim Speicher Bozenau zur Stromerzeugung Wasser zu entnehmen. Dieses Wasser wird dann in einer Druckrohrleitung durch den Pfänder gepresst und nach der Kraftwerkskaverne bei Lochau wieder in den See geführt. So der Plan. „Von dieser Variante sind wir nicht mehr abgegangen“, sagt Peter Matt, Chefingenieur der illwerke vkw. Die anderen Optionen hätten eine Druckrohrleitung entlang der Bregenzerach vorgesehen, durch dicht besiedelte Bereiche bis hin zur Mündung, mitten hinein ins Natura-2000-Gebiet. Das scheint vom Tisch zu sein.
Behördlich geprüft wird nur mehr die Variante, die ein Kavernenkraftwerk in Lochau vorsieht und eine unterirdische Einleitung des entnommenen Achwassers in den Bodensee. Die Kernfrage lautet: Wo soll das Achwasser in den Bodensee eingebracht werden? Man könnte eine Leitung am Seegrund entlang bis vor die Achmündung führen und das Wasser dort in den See entlassen. Da jubelten die Limnologen. „Die Bregenzerach bringt eine natürliche Eintrübung in den See“, argumentiert der Chef des Umweltinstituts, Dietmar Buhmann. „Je näher das entnommene Achwasser dort eingebracht wird, desto besser.“ Denkbar wäre auch, das Wasser weiter in den See hinein zu führen und dort zu „entlassen“, wo eine Sandbank bis auf 30 m hochsteigt. Auch eine direkte Einleitung bei Lochau wird diskutiert. Das Stuttgarter Ingenieurbüro Kobus und Partner hat bereits etliche Simulationen durchgerechnet. Die Zwischenergebnisse, hört man, seien vielversprechend. Bis Ende Jänner versenkt das Unternehmen nun an drei Stellen Trübwassersonden und eine Sedimentfalle in der Bregenzer Bucht, erklärt Geschäftsführer Ulrich Lang. Diese Messgeräte sollen bis weit in den Herbst hinein die aktuelle Situation der Bregenzer Bucht dokumentieren. „Wenn wir Schlagwetter haben, kommen starke Niederschläge vom Pfänder herab und trüben den See ein“, erinnert Peter Matt. All das ist zu berücksichtigen. Aber der Aufwand lohnt sich. Das Kraftwerk soll 125 GWh bringen und Strom für 25.000 Haushalte erzeugen.

