Von der Piste ins Büro

02.02.2014 • 17:41 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Viele Preise bleiben Katja Wirth als Erinnerung.  Foto: VN/Hartinger
Viele Preise bleiben Katja Wirth als Erinnerung. Foto: VN/Hartinger

Als ehemalige Rennläuferin ist Katja Wirth dem Skisport immer noch verbunden. 

Lech. (VN-mm) Zu einer Winter-Olympiade hat sie es nie geschafft, trotz 81 Einsätzen im Weltcup. Dennoch wird Katja Wirth dem österreichischen Ski-Team in Sotschi die Daumen drücken. „Zu einigen von ihnen gibt es ja immer noch einen guten Kontakt“, sagt die Bregenzerwälderin ohne Gram. Obwohl bei ihrem Rücktritt im Dezember 2007 die Tränen flossen und auch von Unverständnis die Rede war: Heute ist Katja Wirth überzeugt, damals richtig gehandelt zu haben. „Es war für mich stimmig“, sagt sie. Geblieben ist die Liebe zum Skifahren und zur Geschwindigkeit. So belegte sie heuer beim legendären „Weißen Ring“ in Lech den dritten Platz. Der Arlberg wurde mittlerweile auch ihr neues Zuhause: beruflich wie privat.

Talentierter Skifloh

Als Schwester von Patrick Wirth, inzwischen Rennchef bei Nordica, ist Katja Wirth dem Skirennsport nach wie vor eng verbunden. Ihr Bruder war es auch, der sie zum alpinen Skirennsport brachte. Nach zahlreichen Erfolgen bei Kinderrennen machte sich die Schülerin aus Bezau auf in die Skihandelsschule nach Stams. Die Förderung, die der Skifloh dort erhielt, trug alsbald Früchte, indem sie früh an FIS-Rennen teilnehmen durfte. Ein Kreuzbandriss 1997 bremste sie zwar kurzzeitig ein, doch das Mädchen aus dem Bregenzerwald schaffte es zurück in den Österreichischen Skiverband (ÖSV).

Acht Jahre später bestritt Katja Wirth erstmals alle Rennen für den A-Kader, was ihr zwei Fixstartplätze im Abfahrts- und Super-G-Weltcup bescherte. Ihr bestes Weltcupergebnis war ein zweiter Platz beim Abfahrtslauf 2006 in Innsbruck. Ein Jahr später nahm sie Abschied vom Profi-Sport. Dazwischen lagen 428 Rennen, 81 Weltcupstarts und 124 Europacupeinsätze. Skirennen interessieren Katja Wirth nach wie vor. Wenn eines in der Nähe stattfindet, wie in Kitzbühel oder Sölden, schaut sie gerne wieder einmal auch persönlich vorbei. Das Gefühl, eine große Familie zu sein, spürt sie bei solchen Gelegenheiten immer noch. „Zwischen Start und Ziel ist man Egoist, da geht es nur um einen selbst“, plaudert die sympathische junge Frau aus dem Nähkästchen ihrer sportlichen Erfahrungen. Danach sei es ein Miteinander, das ihr viel gegeben habe. Den Rücktritt selbst habe sie zu keiner Zeit bereut.

Zurück in die Heimat

Dem Winter mit allen seinen Facetten blieb Wirth treu. Sie absolvierte erfolgreich die staatliche Skilehrerausbildung und eine Ausbildung zur C-Trainerin. „Das heißt, ich kann mit internationalen Athleten arbeiten“, erklärt sie. Doch Katja Wirth blieb Vorarlberg treu, zumindest vorerst. Sie brachte den Skinachwuchs der Mittelschule Schruns-Dorf in die richtige Spur. Danach verschlug es die Bregenzerwälderin nach Salzburg, wo sie mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten eine Skischule betrieb. Im vergangenen Jahr kehrte sie zurück. Seit Juli 2013 gehört Katja Wirth zur Belegschaft von Lech-Zürs-Tourismus.

Die Tätigkeit im Bereich Gästemanagement beschreibt sie als interessant und abwechslungsreich. Dass sie die Chance hat, auch in anderen touristischen Segmenten mitwirken und ihre Ideen einbringen zu können, verleiht dem Job zusätzliche Attraktion. „Ich brauchte etwas anderes“, begründet sie den Schritt von der Skipiste ins Büro.

Weil es, speziell im Winter, einfacher ist, hat sich Katja Wirth in Lech auch gleich niedergelassen. „Hier habe ich alles vor der Haustüre, die Berge und den Schnee“, schwärmt sie.

 Das Skifahren nicht verlernt: So strahlte Katja Wirth nach ihrem dritten Platz beim „Weißen Ring“ in Lech.  Foto: Lech-Zürs-Tourismus
 Das Skifahren nicht verlernt: So strahlte Katja Wirth nach ihrem dritten Platz beim „Weißen Ring“ in Lech. Foto: Lech-Zürs-Tourismus

Zur Person

Katja Wirth

Geboren: 2. April 1980 in Bezau

Familienstand: ledig

Wohnort: Lech, Bezau

Beruf: Mitarbeiterin bei Lech-Zürs-Tourismus (Gästemanagement)

Hobbys: Skifahren, Lesen

Erfolge: 2. Platz RTL Jugend-Olympiade Sundsvall 1997, Bronze Junioren-WM Quebec 2000, Weltcup-Debüt Jänner 2000, 2. Platz Weltcupabfahrt in Innsbruck 2006, 81 Weltcup-Einsätze