Keine Faschingszeit ohne Süßes

Vorarlberg / 11.02.2014 • 20:02 Uhr
Die riesige Schaumrolle als bunte Raupe ist bei Kindern ein Hit – der Krapfen sowieso. Fotos: VN/Hartinger
Die riesige Schaumrolle als bunte Raupe ist bei Kindern ein Hit – der Krapfen sowieso. Fotos: VN/Hartinger

Krapfen, Punschschnitte und Co.: Paul Piringer zaubert zur Faschingszeit süße Kreationen.

Lustenau. Kalorienzähler und Zuckerverweigerer müssen jetzt ganz stark bleiben. Doch noch ist keine Fastenzeit, und wir haben für alle Fans der süßen Faschingsleckereien Konditormeister Paul Piringer (35) und seinem Team in der Backstube des Lustenauer Café König über die Schulter geschaut. Das süße Aroma von frischen Backwaren, feinen Torten und duftender Hefe liegt schon beim Betreten des Traditionscafés in der Luft. Seit 1929 ist das Café König in Lustenau eine Institution und wird seit 2008 vom Ehepaar Piringer geführt. In einem Rührgerät wird gerade Butter cremig geschlagen. „Um 6.30 Uhr beginnen wir mit dem Backen. Das geht den ganzen Tag hindurch bis 15 Uhr, damit wir unseren Gästen immer frische Kuchen und Krapfen anbieten können“, sagt Bäcker- und Konditormeister Paul Piringer.

Krapfen gehören zum Fasching

Mit einem Ruck baden sogleich 40 Krapfen im heißen Fett der Fritteuse. Der 35-Jährige hat das Blech, auf dem die gleichmäßigen weißen Hefekugeln für zweimal 30 Minuten aufgegangen sind, aufgeklappt – jetzt bekommen sie ihre ersten vier Minuten Bräunung. „Dann werden sie umgedreht.“ Nach weiteren vier Minuten wandern sie goldgebräunt aus dem Fett. Und jetzt geht’s wieder schnell: „Nun müssen sie noch warm mit guter Marillenmarmelade gefüllt werden.

Im kalten Zustand würde die Marmelade wieder aus dem Teig fließen“, gibt Piringer einen Profitipp. Schnelle Handgriffe des Konditors – und sie liegen mit einer köstlichen Füllung im Gepäck in Reih’ und Glied auf dem Blech. Mit Staubzucker zaubert Piringer den Krapfen das typische weiße Häubchen. „Die Krapfen gibt es bei uns nur in der Faschingszeit ab dem 11. November“, sagt Konditorin Eva Maria Piringer. „Im Schnitt produzieren wir 300 Krapfen pro Tag. Hinzu kommen Bestellungen von Vereinen, und am letzten Faschingswochenende bis zum Faschingsdienstag werden pro Tag 1200 Stück gefertigt. Da glühen unsere Backöfen“, fügt Paul Piringer hinzu. „Meine zweieinhalbjährige Tochter Clara liebt wie ich Krapfen. Da kommt sie ganz nach dem Papa.“

Mit gekonnten Zügen verstreicht er im Anschluss den rosa Guss über die Punschschnitten aus Biskuit, Marillenmarmelade und Rum. „Der Guss hat eine Temperatur von 40 Grad und muss schnell verstrichen werden, dann wird mit zügigen Strichen und einer Schokoladen-Zucker-Masse das Muster aufgemalt.“ Währenddessen fertigt Mitarbeiterin Marion drei Bananentorten.

„Wir sind selbst große Faschingsfans“, bestätigt er und zeigt seine kleine „Armee“ von rund 50 Mohrenköpfen aus Biskuit, Marmelade und Vaniellecreme. Ihr Schokoladeüberzug muss in der Kühlkammer aushärten, dann geht’s ins Café. Am Faschingssonntag steht das Café mit dem „Insel Show Orchester Höchst“ ganz im Zeichen des Hochfaschings: „Die Guggamusiker fallen zum Frühstück bei uns ein“, verrät der Faschingsbegeisterte.

Meine zweieinhalbjährige Tochter Clara liebt wie ich Krapfen.

Paul Piringer
Eine Sünde wert: Cremig läuft der rosa Guss über die Punschschnitten. Die gibt’s im Café König nur in der Faschingszeit.
Eine Sünde wert: Cremig läuft der rosa Guss über die Punschschnitten. Die gibt’s im Café König nur in der Faschingszeit.
Im noch heißen Zustand werden die Krapfen befüllt.
Im noch heißen Zustand werden die Krapfen befüllt.
Krapfen und Brandteigkrapfen (vorne), Schaumrollen, Punschschnitten und Marzipan-Clowns sind zur Faschingszeit obligatorisch.
Krapfen und Brandteigkrapfen (vorne), Schaumrollen, Punschschnitten und Marzipan-Clowns sind zur Faschingszeit obligatorisch.
Der Staubzucker darf selbstverständlich auch nicht fehlen.
Der Staubzucker darf selbstverständlich auch nicht fehlen.