Büro Zierl prüft Bahnverlegung

Vorarlberg / 14.03.2014 • 21:51 Uhr
Lässt sich die ganze Gleisanlage inklusive Bahnhof unter die Erde verlegen? Das soll die Machbarkeitsstudie weisen. Foto: VN/Paulitsch
Lässt sich die ganze Gleisanlage inklusive Bahnhof unter die Erde verlegen? Das soll die Machbarkeitsstudie weisen. Foto: VN/Paulitsch

Um 90.000 Euro lassen Land, Stadt und ÖBB Unterflurvariante am Seeufer prüfen.

Bregenz. (VN-tm) „Es hat etwas gedauert“, nickt der Bregenzer Bauamtsleiter Bernhard Fink. Aber jetzt kommen die Dinge in Bewegung. 2003  hat die Arbeitsgemeinschaft Zierl-Waibl-Pistecky eine Machbarkeitsstudie über eine Verlegung der Bahntrasse bei Bregenz vorgelegt. Die seenahe Unterflurtrasse wurde als realisierbar, aber teuer eingestuft. Knapp ein Jahr ist es nun her, dass die Genossenschaft „mehramsee“ das Thema wieder aufgegriffen hat. Anfangs belächelt, zog die Vision Kreise. Die Verlegung der Bahn in den Untergrund soll nun erneut untersucht werden. ÖBB, Land und Stadt Bregenz dritteln sich die Gesamtkosten von etwa 90.000 Euro. „Damit gehören dann auch die Ergebnisse allen dreien“, betont Fink.

Den Auftrag wird die Bludenzer Zierl Consult erhalten. Gunther Zierl wollte sich gestern nicht zu den konkreten Zielen äußern. „Anfang kommender Woche werden Details besprochen.“ Laut Fink wird es darum gehen, die technische und geologische Machbarkeit einer Unterflurtrasse zu prüfen. „Noch vor dem Sommer wollen wir eine Diskussionsbasis haben.“ Dann will die Landeshauptstadt zur breit angelegten Bürgerinformation laden.

Seriösen Einschätzung

Was erhofft sich das Land? Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser drängt vor allem auf eine seriöse Kostenschätzung. „Beim Riedenburger Bahnhof verläuft das Gleis fünf Meter über Grund.“ Allein die Frage des Neigungswinkels spielt bei einer geplanten Absenkung der Gleise unter die Erde eine enorme Rolle. Sollte die Zierl Consult zum Ergebnis kommen, dass eine Unterflurvariante möglich ist, „werden wir zumindest alle künftigen Entscheidungen so treffen müssen, dass diese Option erhalten bleibt“.

Die Vision von „mehramsee“ hat inzwischen 217 Menschen bewogen, zusammen 1104 Genossenschaftsanteile zu zeichnen. 866 Menschen haben eine Resolution unterschrieben, die das Schreckgespenst von 450 Meter langen Güterzügen an die Wand malt. Auch der Film von Frank Mätzler, der am Sonntag im Kornmarkttheater Premiere hat, befasst sich mit den Folgen des Bahnausbaus in der Schweiz und Süddeutschland.

In acht bis zwölf Wochen sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Bernhard Fink